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Der 3. Oktober – Tag der deutschen Einheit und des Endes des Euros?

Am 3. Oktober wird wieder die Deutsche Einheit gefeiert. Überall werden Kundegbungen und Feste stattfinden. Der deutsche Michel hat einen Feiertag, aber an diesem Tag könnte auch die Eurozone platzen.

So sieht es ein  Kommentar bei n-tv, den ich gar nicht so abwegig finde.

Griechische Baukunst - frei aus morgueFile

Derzeit ist die so genannte  Troika aus Vertretern der EU, des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank in Griechenland, um die Situation vor Ort nochmals zu begutachten. Es geht auch darum, ob Griechenland die geforderten Sparmaßnahmen konsequent umsetzt. Es soll eine neue Ist-Analyse erfolgen.

Die Troika wird alles andere als warmherzig vom griechischen Volk empfangen. Ausrufe wie “Nehmt euren Rettungsschirm und haut ab” schallen den Vertretern entgegen. Die Gewerkschaft für den Öffentlichen Dienst monierte “neue barbarische Maßnahmen” und hat daher Ministerien besetzt.

Hintergrund sind wohl Lohn-, Gehalts- und Pensionskürzungen sowie längere Arbeitszeiten oder ein weitreichender Stellenabbau im Öffentlichen Dienst. Allerdings ist ohne diese Maßnahmen die Rettung Griechenlands zum Scheitern verurteilt. Und wenn die Griechen der Troika nicht die Augen zubinden, muss diese dann wohl zu dem Schluß kommen, dass es wohl zur griechischen Staatspleite kommt.

Bei dem, was Griechenland auferlegt wurde und was das Land seitdem geleistet hat, müssen die Vertreter der drei Organisationen schlichtweg zu dem Ergebnis kommen, dass keine weiteren Hilfszahlungen geleistet werden können. Und kommt es wirklich so, ist Griechenland von einem Moment auf den nächsten am Ende.

Girechenland hat die vorgegebenen Einsparziele nicht etwa durch schlechte Marktbedingungen nicht erfüllt, wie behauptet wird, sondern weil ein Großteil von Maßnahmen einfach nicht umgesetzt wurden. Statt den Laden in Ordnung zu bringen, spielt Griechenland auf Zeit. Und das wird keine Kommission der Welt einfach so durchgehen lassen.

Ein paar hundert Euro - frei aus morgueFile

Ja, nun… Griechenland – so vielerorts die Meinung – wird wie eine heiße Kartoffel fallengelassen. Und dann? Ist dann alles wieder gut? Mitnichten, liebe Freunde der abendländischen Kultur.

Griechenland rast also in die Pleite, und viele gehen davon aus, dass dies noch dieses Wochenende verkündet wird. Was darauf folgt, ist nicht abzusehen. Es weiß ja keiner so richtig, ob noch irgendwer ein weißes Häschen aus einem Zylinder zaubern kann.

Ist es dann so, dass die Wackler unter den europäischen Banken und die Staaten Italien, Spanien und Portugal auf sich gestellt sind, ist ein volkswirtschaftliches Desaster wohl unausweichlich. Das werden uns die Aktien- und Devisenmärkte am Montag schon zeigen. Auch wenn in Deutschland Feiertag ist.

Flagge Griechenlands - gemeinfrei aus Wikipedia

Es ist anzunehmen, dass die europäischen Regierungen die Abwärtsspirale nicht aufhalten können. Die nationalen Regierungen sind fast überall – wie bei uns in Deutschland – intern zerstritten, so dass eine Europa-Politik-Schockstarre eintreten wird. Falls sie das nicht schon ist.

Zudem sind zur Rettung Griechenlands schon längst alle Schnitzel paniert. Es wurde bisher mit unvorstellbar viel Geld Zeit gekauft. Aber die Zeit reicht immernoch nicht. Noch mehr zu kaufen, würde jede Volkswirtschaft ächzen lassen. Auch die deutsche.

Eurozeichen in Frankfurt - Christoph Siekermann für Wikipedia

Das wiederum würde den Euro gnadenlos rapide fallen lassen. Experten reden hier schon wieder von einer Euro-Dollar-Parität, also für 1 $ gibt es 1 €, nicht wie jetzt 1 € = 1,33 $. Das sowie pleitegehende europäische Banken würden dafür sorgen, das Auseinanderdriften der Euro-Zone zu beschleunigen. Und nennenswerte Gegenwehr ist nicht zu erwarten.

Diverse Kommentatoren hoffen, dass die Regierungen in Europa auf das Schlimmste eingestellt sind. Wenn nicht, so wie ich das von unserer deutschen Bundesregierung erwarte, wird Europa unter dem Druck fallender Finanz- und Devisenmärkte schlußendlich zusammenbrechen. Und ich bin mir immernoch unschlüssig, ob mir das so gefallen würde.

Ich empfehle hier, die Gemälde und Wertsachen in Sicherheit zu bringen und abzuwarten, bis der Sturm sich gelegt hat. Hoffen wir, dass er nicht zu lang dauert.

Aber jetzt bin ich doch auf einen Plan B der Regierungen gespannt. Sie auch?

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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