Der Flächenbrand in der arabischen Welt und der Einfluss auf Europa

Ein Blog erhebt in den seltensten Fällen den Anspruch, aktuell sein. Mit einem Blog drückt der Schreiber seine Meinung zu Themen aus. Und manchmal muss auch ein Geschehen erst wirken, bevor man darüber schreiben kann.  Das möchte ich jetzt nachholen.

Wie die Überschrift vermuten lässt, behandelt dieser Beitrag die Geschehnisse in der so genannten Arabischen Welt. Die Medien sind und waren davon ja sehr beeindruckt. So auch ich.

Angefangen hatte das große Interesse mit den Tumulten und der Fast-Revolution in Ägypten. Nach etwa dreißig Jahren hatte das ägyptische Volk die Nase voll von ihrem Herrscher. Hosni Mubarak wurde mit Demostrationen und Aufständen aus dem Amt getrieben. Unglücklicherweise für das ägyptische Volk übergab er seine Amtsgeschäfte an seinen Busenfreund und Vizepräsident Omar Suleiman. Dieser hat etwas Schonfrist, aber keine 30 Jahre. Momentan befindet sich Ägypten also am Scheideweg.

Und damit sind wir beim stolzen alten Königreich in der Nubischen Wüste. Es handelt sich um den Sudan. Hier toben nicht nur Uneinigkeiten mit der Regierung. Hier haben wir den seit Jahren schwelenden Konflikt in der Region Darfur, etwa 1,5 mal so groß wie Deutschland, bei dem etwa eine halbe Million Tote und 1,5 Millionen Flüchtlingen zusammengekommen sind. Und wir haben die Separation des Südsudan. Dieser Teil hat sich nach jahrzentelangen Kämpfen für unabhängig vom Gesamtstaat erklärt. Was aus dem Sudan weiter werden soll, ist noch nicht wirklich klar.

Diese unsichere Gemengelage im Sudan kann selbstverständlich so manches an unliebsamen Leuten hervorbringen. Und genau das wird die Zeit bringen.

Dann haben wir die ungewisse Lage im Jemen. Der Jemen bestand ja bis vor einigen Jahren aus zwei Ländern, der Jemenitischen Arabischen Republik im Norden und der Volksdemokratischen Republik Jemen im Süden. 1990 wurden diese Staaten vereinigt, aber seitdem herrschten und herrschen Bürgerkrieg, menschliches Elend und eine zunehmend verschlechterte Sicherheitslage. Alles unter den Augen von Lichtgestalt und autoritären Herrscher Ali Abdullah Saleh.

Leider rückt dieses immer wieder ins Visier von Geheimdiensten und Medien. Hier soll wohl eine ideale Brutstätte für Terrorismus sein. Offensichtlich gibt es aber auch hier Bestrebungen wie in Ägypten, den ewigen Machthaber loszuwerden.

In Tunesien und Algerien herrschen wohl ähnliche Zustände wie in Ägypten. allerdings scheint dort die Lage nicht eskaliert zu sein. Reisewarnungen un dähnliches gibt es allem Anschein nach nicht. Meiner Meinung nach wird dies auch so bleiben, wenn nicht zufällig die Tuareg wieder anfangen, Scharmützel zu zünden.

Die größten Sorgen hat die Welt derzeit beim blick auf Libyen, oder amtlich die Sozialistische Libysch-Arabische Volksrepublik (Dschamahirija). Dieses Land, reich an Bodenschätzen, wird bekanntlich von al-Gaddafi diktatorisch geführt. Das lässt sich das Volk, wie in Ägypten und Jemen auch hier die jüngere Bevölkerung, nicht mehr bieten. Allerdings hat die Bevölkerung hier nicht so viel Glück, da Polizei und Militär auf die demonstrierende Bevölkerung losging, was zu zahlreichen Toten führte. Zeitweise war Libyen von der Außenwelt abgeschnitten, was nie etwas gutes bedeutet. Allmählich verlieren Regierungstruppen die Kontrolle über die Landesteile Libyens. Immer mehr Ausländer befinden sich mittlerweile auf der Flucht aus Libyen.

Nun ja, für Deutschland ist Libyen ein wichtiger Erdöl-Lieferant. Bricht hier dauerhaft die Versorgung ab, führt dies über kurz oder lang zu einer Verknappung des weltweit geförderten Erdöls. Und dies wiederum führt zu enormen Preissteigerungen für alle möglichen Produkte. Wir Deutsche merken dies schon an den Tankstellen, wo wir für einen etwa 15 bis 20 Cent höheren Literpreis tanken müssen.

Der Ölförderer Wintershall stoppte die Förderung in Libyen, weil die Situation zu gefährlich wurde. Aber inzwischen atmen die Märkte wieder durch. Drohende Lieferangpässe werden laut EU-Kommisar Oettinger durch die OPEC und Russland ausgeglichen. Wir sollten aber die Lage weiter kritisch begutachten, denn niemand weiß, wie weit die Lage noch eskaliert.

Fazit: Die Arabische Welt ist in Aufruhr. Zurzeit wird die Weltwirtschaft dadurch erschüttert und die Brutstellen für Terrorismus und Extremismus werden nicht eben kleiner. Ich glaube, der Begriff „Flächenbrand“ trifft es ganz gut, was sich derzeit in der Arabischen Welt abspielt. Niemand weiß, ob sich die Instabilität weiter ausbreitet. Nebenstehend eine Übersicht des Arabischen Sprachraums aus der Wikipedia mit grünen Staaten als Staaten mit Arabisch als Sprache und blauen Staaten mit Arabisch als eine der Sprachen. In all diesen Ländern könnte sich ähnliches abspielen. Es sollte wachsam darauf geachtet werden, was passiert.

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