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Deutschlands mögliche Alternative in Europa?

Alle reden von Krise. Jeder jammert, wie schlimm doch alles ist. Und dann kommt Adam. Ich meine Konrad Adam, der Gründer der Partei „Alternative für Deutschland“ und erzählt jedem, der es hören will, wie sein Plan für Deutschland aussieht.

Am Giebel des Reichstags in Berlin steht „Dem Deutschen Volke“. Und es scheint, als ob Konrad Adam die Meinung vertritt, dass für eben jenes Volk derzeit zu wenig getan wird. Schnell fallen einem bei der Argumentation Adams Begriffe wie „Melkkühe Europas“ ein.

Nun ja, man kommt nicht umhin: Aufgrund seiner Wirtschaftsleistung ist Deutschland nun einmal der größte Zahlmeister der Euro-Zone. Das kann man wenden, wie man will. Es ist einfach mal ein Fakt. Adam hätte es aber gern anders, denn das, was er so erzählt, klingt verdächtig nach einem „Ja, aber…“.

Angela Merkel hat ja immer wieder versucht, die Milliarden und Abermilliarden für Rettungsschirme und Rettungspakete zu rechtfertigen. Oft genug sprach sie von so Dingen wie Schicksalsgemeinschaft. Allem Anschein nach sind diese gebetsmühlenartig vorgetragenen Warnungen aber immer mehr Deutschen ein Dorn im Auge. Immer öfter wird dies anders gesehen als vom Standpunkt der Kanzlerin.

Und das ist die Fundgrube, in der die Partei „Alternative für Deutschland“ gegründet wurde. Denn es mehren sich die Stimmen aus dem Volke, die da sagen, dass diese gigantischen Summen unnütz ausgegeben werden. Es ergibt für viele Deutsche immer weniger Sinn, den Euro zu stützen.

Konrad Adam jedenfalls hat als ehemaliger Redakteur der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gemeinsam mit Experten für Wirtschaft und Finanzen aus den Medien und der Forschung eben diese Partei gegründet. Und zwar auch, weil der Bundestag derzeit in keinster Weise widerspiegelt, wie kritisch die Deutschen der Finanzpolitik gegenüber stehen.

Eigentlich gibt es eine große Forderung der Adam-Partei: Sie fordert die Auflösung der Euro-Zone und eine offene Diskussion über die Rettungsmaßnahmen. Wird das Deutschland zurück auf den Weg zu sich selbst führen? Ich weiß nicht so recht.

Der Deutschen Welle gegenüber hat Adam verschiedene Aussagen getroffen. Unter anderem sagte er:

Alle Bundestagsparteien sind in der Frage der Eurorettung letztlich einer Meinung, sie unterscheiden sich nur darin, wie viel Geld wann ausgezahlt werden soll. (…)

Der Euro gilt als heilig, und wer in der Bevölkerung einer anderen Meinung ist, wird als Populist abgetan, oder geschmäht. Das ist nicht richtig. (…)

Wenn ich zur Wahl gehe, will ich die Wahl haben, und deswegen wollen wir eine Alternative schaffen.

Einer der Mitstreiter Adams ist der Professor für Volkswirtschaft an der Universität Hamburg Bernd Lucke. Er widerspricht der Merkelschen These, dass Europa stärker werden würde, wenn die Euro-Krise bewältigt wäre. Er vermutet eine schleichende Zerstörung Europas, wenn der Euro auf Gedeih und Verderb erhalten werden würde.

Das Ziel der Partei, die Eurozone abzuschaffen, halten aber einige Experten sogar für gefährlich. Und weil darauf eben auch das gemeine Wahlvolk Obacht gibt, ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass die Partei „Alternative für Deutschland“ einen recht großen Erfolg bei der Wahl hat.

Klar, die Rettung von halb Europa oder gar mehr kann Deutschland nicht einfach so verkraften. Irgendwie vermutet man ja schon lang, dass da eine große Gefahr für die stärkste Wirtschaftskraft Europas droht. Aber ehrlich gesagt: Einfach mal die Euro-Zone und die Währung Euro als schlechten Witz zu interpretieren und das alles rückgängig zu machen, das kann nicht ernst gemeint sein. Denn das wird wohl erst recht teuer werden. Vor allem, was die Folgen dann für die deutsche Wirtschaft sind.

Denn unterm Strich wurde von der deutschen Wirtschaft erwartet, dass man sich internationalisiert. Also hat man sich vom Handwerksbetrieb bis zum Industriekonzern Euro-tauglich gemacht. Ich glaube nicht, dass das einfach so rückgängig gemacht werden kann. Ein großer Teil des deutschen Wirtschafts-Umsatzes wird nun einmal außerhalb von Deutschland verdient, und zwar in der Euro-Zone. Sollen denn die ganzen Unternehmen wieder Währungsrisiken auf sich nehmen?

Ich weiß nicht so recht, irgendwie ist mir diese neue Partei höchst suspekt. Es mag richtig klingen, was die Leute da erzählen. Aber ist es auch richtig? Ich habe Sorge, dass mit einem solchen Schritt, also der Zerstörung der Euro-Zone, weder etwas gewonnen wird noch die Krise beendet ist. Aber vielleicht täusche ich mich auch, ich bin kein Wirtschaftsexperte.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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