Skip to main content
Es fährt kein Zug - (C) Hans via Pixabay.de Es fährt kein Zug - (C) Hans via Pixabay.de

Die GDL und ihr Chef machen Rabatz

Ja, er hat begonnen, der „Mega-Streik“, von dem die Titelblätter der Nation in riesigen Buchstaben künden. Es ist der x. Streik in diesem Jahr. Und irgendwie ist man es überdrüssig, stets und ständig wieder von Klaus Weselsky und seiner GDL zu hören. Aber irgendwie kommt man nicht umhin, auch mal seine Meinung dazu zu sagen. Ich meine, mich betrifft ja der Streik nicht, der bis Montagmorgen gehen soll. Aber viele Millionen Pendler, Urlauber, Geschäftsreisende, Firmen und all das. Welche Konsequenzen das für den Standort Deutschland hat, kann noch niemand sagen. Aber die Folgen könnten umfangreich sein.

Dachte man erst, dass es nur um eine Lohnerhöhung geht, die freilich sinnvoll erscheint, so hat man mehr und mehr das Gefühl, dass es Weselsky darum geht, Eier zu zeigen. Ich meine, die Lokführer könnten durchaus mehr verdienen. Ich habe irgendwo eine Grafik gesehen, die zeigte, dass die Lokführer in Deutschland wirklich mies bezahlt sind, wenn man deren Kollegen in anderen europäischen Ländern so sieht. Aber irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass dieser Drops schon lang gelutscht ist. Weselsky geht es um etwas anderes.

Es geht offensichtlich darum, dass Weselsky der große Macher sein will. Nicht nur für die Lokführer. Auch für die Zubegleiter, die Bistro-Mitarbeiter, das Reinigungspersonal oder die Lokführer der Rangierloks. Die sind aber zum teil in der anderen Mini-Gewerkschaft, der EVG (Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft), organisiert. Es geht Weselsky um Macht. Denn wie man so hört, wollte der große Teil der GDL gar nicht Gewerkschaft für alle Bahner werden. Und es halten sich Gerüchte, als ob Weselsky selbst bei seinem Klientel nicht unumstritten ist.

Nun soll das gesamte Land lahm liegen. Beim letzten Streik haben nicht alle Lokführer mitgemacht. Weselsky als Chef der GDL soll die Interessen der Lokführer vertreten. Aber dieser riesige Streik ist scheinbar gar nicht so sehr im Interesse der Lokführer. Als Chef der Lokführer-Gewerkschaft hat er auch ans Gemeinwohl zu denken. Und das scheint ihm wahrscheinlich völlig abzugehen.

Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Ich gönne den Lokführern jeden Cent mehr in der Tasche. Sie haben eine riesige Verantwortung für Passagiere, Fracht, andere Verkehrsteilnehmer. Aber so ein Streik soll doch bitteschön nicht dazu missbraucht werden, dass sich ein einzelner Funktionär sein Ego aufpoliert. Und sorry, genau so kommt es mir vor.

Die Bahn gilt als umweltfreundlich. Deshalb verschicken ja auch so viele Unternehmen ihre Produkte mit der Bahn. Jetzt dürfen wir alle mal raten, wie umweltfreundlich das Ganze wird, wenn aufgrund des Streiks Siemens, Audi, BMW, VW und wer auch immer LKWs auf die Autobahnen schicken. Was denken Sie?

Dass der Wirtschaftsstandort Deutschland wegen übersteigertem Geltungsbedürfnis eines einzelnen in Verruf kommt und Millionen Pendler auf dem Trockenen hängen gelassen wern, ist unverantwortlich. So gut die Idee mit einer fairen Bezahlung für das Bahnpersonal auch wäre.

Bildquelle: Es fährt kein Zug – (C) Hans via Pixabay.de

Verteilen Sie diese Erkenntnis doch einfach wie 0 andere auch

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 thoughts to “Die GDL und ihr Chef machen Rabatz”

  1. Danke für den Pingback und es freut mich, das ich ein paar Anregungen gegeben habe ;)

    In der Tat, Weselsky gehts nicht mehr um das Geld. Er will seine Macht beweisen. Dieser Focus-Artikel zeigt sehr gut, was das für ein abgehobener Selbstdarsteller sein muss: http://www.focus.de/finanzen/news/unternehmen/so-lebt-der-gdl-chef-claus-weselsky-der-streikfuehrer-hinter-der-schicken-altbau-fassade_id_4218134.html

    Ich persönlich warte seit einiger Zeit auf die Nachricht, das der erste Lokführer bzw. Streikende einfach stumpf von einem Betroffenen Bahnfahrer umgehauen wurde.

    Aber dann ist nicht die GDL schuld, sondern die Bahn….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.