Die Nachrichtenagentur DAPD endgültig pleite

Vergangenen Herbst hat die Nachrichtenagentur DAPD bereits Insolvenz angemeldet. Zumindest für den Großteil der Töchter. Nun ist das Gesamtkonstrukt DAPD am Ende. Der letzte Hoffnungsschimmer ist verblasst. Ende, Aus, Mickymaus.

Zuletzt hatte sich die DAPD sogar mit der russischen Agentur Ria Nowosti zusammentun wollen, um den Kampf ums Überleben noch zu gewinnen. Viel Hoffnung lag auf einem entsprechenden Deal. Gegen halb vier gestern Nachmittag aber musste Insolvenzverwalterin Hilgers das endgültige Aus der 2010 gegründeten Agentur, die aggressiv den Markt aufräumen wollte und dabei so manches Porzellan ehrbaren Journalismus zerbrach, verkünden.

Für 17.00 Uhr gestern wurde die Belieferung mit Nachrichten eingestellt. Für April erhalten dann die Mitarbeiter Insolvenzgeld. Die letzten Verhandlungen mit Ria Nowosti wurden ergebnislos abgebrochen.

Es hat den Anschein, als wäre die Nachrichtenagentur, die sich auch mit privaten Blogs rechtlich anlegen wollte, am Ende wie Sauerbier angeboten worden. In einem Artikel im SPIEGEL wird eine entsprechende Mitteilung der Nachrichtenagentur zitiert, und in der heißt es:

Nachdem zuvor bereits mehrere Verhandlungspartner abgesprungen waren, hat auch die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti als letzter aussichtsreicher Gesprächspartner am 9. April 2013 die Gespräche abgebrochen.

Es soll auch niemand dagewesen sein, der noch einmal Wagniskapital zur Verfügung stellen wollte, um den Betrieb fortzustetzen. Damit ist die Nachrichtenagentur am Ende. Die Agentur ist in derartige Schieflage geraten, weil die Eigentümer Peter Löw und Martin Vorderwülbecke ohne Vorwarnung der Agentur die Finanzierung entzogen hatten.

Bedaure ich die Nachrichtenagentur? Nein. Wer diesen Blog schon länger liest, der weiß, dass ich so meine rechtlichen Probleme mit ihr hatte. Ich war dabei nicht der Einzige, etliche Blogbetreiber erhielten über ein und dieselbe Rechtsanwaltskanzlei im Namen der Agentur bösartige Post. Das habe ich alles bereits ausgeführt und möchte es nicht wiederholen.

Meiner Meinung nach ist die DAPD viel zu aggressiv gewesen und findet deshalb keinen Investor. Wer mag sich denn mit einem Unternehmen einlassen, das sich im Heimatmarkt wie eine Wildsau aufführt?

Die Mitarbeiter sind zu bedauern. Soweit mir bekannt ist, wurden sie schlecht bezahlt und mies behandelt und bekommen wohl aufgrund des Stempels „DAPD-Mitarbeiter“ in der Branche nur noch mit Mühe einen Fuß in die Tür. Soweit die Gerüchte. Belegen kann ich sie nicht.

Was wird nun aus dem Unternehmen? Es wird geschlossen, die Filetstücke werden meistbietend verkauft, und irgendwann ist der Name DAPD aus der Nachrichtenbranche verschwunden.

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