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Lauschen - (C) OpenClips CC0 via Pixabay.de Lauschen - (C) OpenClips CC0 via Pixabay.de

Die NSA: Hörsturz beim Abhören?

Am Wochenende hatte ja die USA die Welt in Alarmbereitschaft versetzt. Plötzlich war die Rede von „Terroranschlägen“, von „al-Qaida“, von Botschaften, die geschlossen werden sollten. Im Zuge der NSA-Debatte über Abhörwahn und Edward Snowden passt das alles richtig gut ins Bild. Ich bin da ein wenig skeptisch, wie viel da wirklich dran ist. Vielleicht ist das alles nur eine richtig groß aufgemotzte PR-Gaudi, die da NSA und amerikanische Regierung abziehen?

Man will Gespräche abgehört haben, die da von Terroranschlägen erzählt haben, die dann auch noch mindestens so schlimm werden könnten wie die Flugzeuganschläge auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington am 11. September 2001. Um die Sorge davor zur Schau zu stellen, wurden vorsorglich etliche Botschaften weltweit geschlossen. Und Deutschland, Großbritannien und Frankreich haben ihre Botschafter aus Jemen abgezogen.

Jemen. Immer wieder Jemen. War da nicht irgendwie mal was? Was sagt die Wikipedia dazu? Seit 1991 würden Anschläge zunehmen. Und das „mit terroristischen Strukturen im Jemen (wie al-Qaida auf der arabischen Halbinsel)“. Da ist es natürlich klar, dass immer wieder der Staat Jemen ins Gerede gebracht wird. Klar ist es undurchsichtig, was da passiert. Aber Jemen passt auch immer wieder wunderbar ins Bild.

Jetzt könnte sein, dass das ganze Durcheinander mit den geschlossenen Botschaften einfach mal mit einem Übersetzungsfehler zusammenhängt. In einem kurzen, aber lesenswerten Artikel beim „Rekursiv Paradoxon“ ist das sehr fein ausgearbeitet. Wenn nun der Nahe Osten mal wieder am Durchdrehen ist, weil irgendwer etwas falsch verstanden hat, könnte man schnell mal einen forschen Krieg anzetteln.

Aber ungewöhnlich ist es allemal: Wir sind uns sicher alle einig, dass Terroristen ihre Pläne weder telefonisch noch via Internet breit treten. Ich denke, das machen die vielleicht mit Brieftauben oder Kurieren. Jedenfalls ohne die von der NSA überwachte Infrastruktur. Und solche Pläne sollen abgehört worden sein? Allerdings musste das US-Außenministerium auch zugeben, dass es keinen Hinweis auf irgendwelche konkreten Aktivitäten gäbe.

Ja, hat man sich denn einfach nur verhört? Auch CNN findet es eigenartig, dass die USA nun wie ein aufgeschreckter Hühnerhaufen reagiert, nur weil irgendwer irgendwas gehört zu haben meint. Das ORF hat das Zitat genannt:

Nach Einschätzung von Sicherheitsexperten handelt es sich um eine beispiellose Reaktion auf eine mutmaßliche terroristische Bedrohung. „Das ist sehr, sehr ungewöhnlich“, sagte der früherer CIA-Mitarbeiter Robert Baer dem Sender CNN.

Vermutlich weil noch nichts konkretes an Informationen vorliegt, bleiben die Botschaften vielerorts weiter geschlossen. Ab Moment mal, nichts konkretes? Ich denke, die NSA hat Gespräche abgehört, wie man so mitbekommt? Man hätte angeblich ähnliches wie vor den Anschlägen vom 11. September 2001 „gesehen“. Aber es liegt nichts konkretes vor?

Sorry, aber irgendwie ist das nicht glaubhaft genug, um hier mit zu warnen. Irgendwie sieht das Ganze im Moment so aus, als wollten die USA nur die NSA und PRISM und XKeyScore rechtfertigen und ziehen da eine PR-Show im Stile vom Hollywood Motion Picture Hokuspokus ab. Wenn man schon abhört, muss man auch etwas konkretes haben. Alles andere sieht dann zu sehr nach Hörsturz beim Abhören aus.

Bildquelle: Lauschen – (C) OpenClips CC0 via Pixabay.de

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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