Die Sonnenfinsternis kommt

Die Sonnenfinsternis am morgigen Freitag wird Europa lahmlegen. Nein, nicht wegen irgendwelcher Stromausfälle, sondern weil jeder guckt. Nur gucken, nicht anfassen, nicht wahr? Und schon kommen allerhand Schlauberger auf die Idee, dass man dafür ja die speziellen Brillen gar nicht braucht. Wenn man sich da mal nicht täuscht.

Zunächst ist es ja so, dass eine totale Sonnenfinsternis ein recht anschauliches Naturspektakel ist. Jeder will sehen, wie sich der Mond vor die Sonne schiebt. Jeder will an dem Schauspiel teilhaben. Und es gibt viele, die da einfach mal die Warnungen in den Wind schlagen, dass man nicht direkt in das Sonnenlicht schauen soll. Die Sonne ist doch ewig weit weg, außerdem ist der Mond davor – Was soll da schon passieren?

Und da gibt es die absurdesten Ideen, wie man sich behelfen kann, wenn man der bösen, bösen Industrie kein Geld in den Rachen werfen will. Da werden CDs, rußgeschwärzte Glasscheiben, Brillen für das Solarium oder für das Schweißen oder, oder, oder hergenommen. Ein guter Rat: Lassen Sie es . Es geht ja nicht darum, dass nun unbedingt alles mögliche dunkel gemacht werden soll. Sondern es muss das richtige Lichtspektrum gefiltert werden.

Ich meine, wenn man unbedingt Gefahr laufen will, durch die Beobachtung zu erblinden, sei das denjenigen unbenommen. Aber das wäre ja unbedingt vermeidbar. Es gibt ja richtige Brillen dafür. Der Blog Mimikama weist auf Sonnenfilterfolien hin, die CE-geprüft sind und die Klassifizierung „ND5“ haben. Und dann sollten die Dinge auch bitteschön nicht beschädigt sein. Denn die direkte Sonnenstrahlung kann ziemlich gefährlich sein.

Da hat sogar Heise mal tüchtig daneben gegriffen. Denn die haben eine Bastelanleitung, wie man sich aus einer Chipsrolle, Butterbrotpapier, Alufolie, Klebeband und so etwas eine Lochkamera, bzw. aus ähnlich obskurem Zeug einen Sonnenbetrachter bauen kann. Ich würde nicht darauf wetten, dass das Zeug tatsächlich a) brauchbar ist und b) vor der Sonne schützt. Wer es bauen will, soll es tun, alle anderen sollten sich dann doch lieber das Spektakel mit sicherem Equipment oder eben über Livestream oder im Fernsehen anschauen.

Und wer sich gewundert hat, was die „Polarlichter“, also die Aurora Borealis, in diesen Breiten sollten, obwohl sie eigentlich nur im Arktischen Raum bekannt sind, dem sei gesagt, dass das keine Übernahme durch fremde Mächte war, sondern die Auswirkungen eines heftigen geomagnetischen Sturms. Und nun die Sonnenfinsternis – der Himmel bietet zurzeit ziemlich gutes Kino, oder?

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