Skip to main content

Die Titanic und die Vatileaks

„Undichte Stelle gefunden“ – so titelte das Satiremagazin „Titanic“. Es wurden gar zwei undichte Stellen gefunden. Die Titanic hat es aber dabei etwas übertrieben. Der Papst höchstpersönlich ging gegen das Magazin nun vor. Mit Erfolg.

Die Rechtsanwaltskanzlei Redeker-Sallner-Dahs – so habe ich es den Nachrichten entnommen – wurde von Papst Benedikt XVI. beauftragt, eine einstweilige Verfügung gegen die Verunglimpfung seiner Person zu erwirken. Hintergrund waren zwei „undichte Stellen“.

Die Titanic zeigte den Papst mit einem gelblichen Fleck vorn auf der Soutane in Höhe des Schritts und hinten auf der Soutane in einer Höhe, sodass man einen Kotfleck vermuten konnte. Natürlich war das alles nicht ernst gemeint, aber der Papst fühlte sich in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt. Und er hat nicht einmal übertrieben.

Ursprünglich ging es um die Spitzelaffäre im Vatikan, die so genannten Vatileaks. Die Aufklärung der Affäre feierte – Berichten zufolge – der Papst mit Fanta und bekleckerte sicht dabei. Das hat die Titanic aufgegriffen und als „undichte Stelle“ verwurstet.

Die Titanic ging zwar meiner Meinung zu weit. Aber die Titanic würde wohl ohne solche Geschichten gar nicht existieren. Und so ist es kein Wunder, dass das Magazin selbst die Unterlassungserklärung der Rechtsanwälte „für einen Scherz“ halten könnte. Laut Medienberichten wurde der Papst nun in die Titanic-Redaktion „zu einem Kaffee“ eingeladen.

Die Titanic ist also durchaus gesprächsbereit. Und es ist nicht so, als ob die Rechtsanwaltskanzlei borniert ist. Ich hatte selbst mit ihnen zu tun. Es ging um einen Artikel, der dummerweise auf falschen Angaben in frei zugänglichen Quellen beruhte. Ich konnte mich mit der Kanzlei ganz schnell einigen und habe den damaligen Artikel auch gleich entfernt.

Bei der Titanic liegt die Sache natürlich etwas anders, da es sich um eine kommerzielle Publikation handelt und die Situation durch die Flecken völlig übertrieben dargestellt wurde und dabei auch gleich ältere Menschen mit einer inkontinenten Schwäche ins Lächerliche gezogen werden.

Die Verletzung von Persönlichkeitsrechten ist so eine Sache. Man darf die Reaktionen nie unterschätzen. Ich mag die Titanic wegen ihres bissigen Stils. Aber die Papst-Verunglimpfung ist des Guten etwas zu viel. Man hätte dies auch anders lösen können, vermute ich mal. Aber dann wäre es wohl nicht die Titanic, denn das Magazin kommt förmlich gar nicht aus, ohne sich an Personen aufzureiben. Und so ist es auch wieder kein Wunder, dass die heutige Titanic-Webseite mit folgendem Bild aufmacht (direkt verlinkt):

Titanic-Magazin - "Freude beim Papst" - (C) Titanic-Magazin - direkt verlinkt
Titanic-Magazin – „Freude beim Papst“ – (C) Titanic-Magazin – direkt verlinkt

 

Verteilen Sie diese Erkenntnis doch einfach wie 0 andere auch

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.