Die unsagbaren Medien, das Mediendesaster für Wulff geht weiter

Oh mein Gott, was existieren in Deutschland für Medien! Selbstverständlich kommt da noch etwas nach, Herr Poprawa von der n-tv-Online-Redaktion. Und zwar von Ihrer Kaste. Und Ihre Kaste, Herr Poprawa, verhält sich unredlich und weiterhin nicht auftragsgemäß.

Falls Sie, meine Leser, nicht wissen, wer Herr Poprawa ist, haben Sie bestimmt meinen gestrigen Artikel zum Thema übersehen. Der Herr Poprawa hat kräftig losgeledert, als der Herr aus dem Deppendorf bei ARD und die Frau Schausten vom ZDF den völlig wehrlosen Christian Wulff befragten. Aber der Herr Poprawa von n-tv ist – da muss man ihn in Schutz nehmen – bei weitem nicht der Einzige, der losledert.

Da gibt es den guten, alten Spiegel. Alt ja, aber ist er noch gut? Der Spiegel nämlich gibt immermal Umfragen in Auftrag. Das geschieht auch über Fallstricke und Seilschaften, jedenfalls sind das solche Umfragen, die eine möglichst große Repräsentanz vorgaukeln. Und der Spiegel hat eine Umfrage, wonach der Zuspruch für Christian Wulff immer weiter schwindet. Im gleichen Artikel sind auch fein säuberlich Kommentare zu Spiegel-Beiträgen zitiert, die fast ausschließlich die Meinung des Spiegels wiedergeben. Die Kommentare habe ich ja auch gelesen und kann mit Fug und Recht behaupten, dass das Bild verzerrt ist. Gut die Hälfte der Kommentierenden baten den Spiegel, nun endlich mal mit der Hetze aufzuhören. Es ist aber verständlich, dass der Spiegel solche Meinungen nicht noch einmal wiedergeben möchte.

Wir haben auch die Welt, und zwar namentlich den Herrn Karasek. Der Herr Karasek urteilt über die Situation von Chrisitan Wulff, dass es sich um ein Watergate handelt. Genauso kommt es mir auch vor. Manche wassergefüllten Beutel werden so lange gedrückt und gewrungen, bis sie staubtrocken sind. Und so schlachtet auch er aus, was er finden kann. Somit ist der sonst sehr weitsichtige Karasek nicht besser als Herr Poprawa.

Screenshot vom Facebook-Event "Wulff den Schuh zeigen"
Screenshot vom Facebook-Event "Wulff den Schuh zeigen"

Und die Welt an sich twittert lustig drauflos. Die BILD – oh, über dieses Organ der Großbuchstabenschreiber könnte man ganze Bibliotheken füllen – hatte beim Bundespräsidialamt angefragt, ob Wulff seine Zustimmung zum Abdruck des unsäglichen telefonischen Wutausbruchs geben würde. Bedauernd schreibt die Welt, dass dies nun nicht passiert.

A propos Twitter. Da gibt es ja auch die Berliner Zeitung. Die hat amüsiert bei Twitter festgestellt, dass es ein Facebook-Event namens „Wulff den Schuh zeigen“ gibt. So dramatisch sehe ich das nicht. Es ist aber auch nicht ersichtlich, dass dieser Unfug großen Zuspruch findet, wenn man sich die Zahl der eingeladenen und die der tatsächlich teilnehmenden Benutzer anschaut. Viereinhalb Tausend wurden eingeladen, davon nehmen 451 teil und 198 sind unentschlossen. Das macht gerade etwa 15% Zustimmung für diese Aktion. Tolles Ergebnis.

Und so könnte man die Aufzählung beliebig fortsetzen. Die schlimmsten Aasgeier in der deutschen Presselandschaft sind zweifelsohne BILD, Spiegel, Welt und RTL. Die anderen sind nicht ganz so ausschlachtend unterwegs. Jetzt müsste man recherchieren, was die vier genannten als gemeinsame Schnittmenge verbindet. Möglicherweise stößt dann irgendein kluger Kopf, der die ganze Situation nüchtern betrachtet, auf den wirklichen Grund für diese Schlammschlacht. Denn es geht schon lang nicht mehr um den Kredit, die Urlaube oder um den Anruf. Hier geht es um etwas ganz anderes. Und leider wird das Mediendesaster für Wulff so lang weitergehen, so lang der wirkliche Grund für eben dieses nicht gefunden ist.

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