Die vergessene Vulkankatastrophe

Alles ist zurzeit ergriffen von dem Vulkanausbruch des Eyjafjallajökull-Vulkans. Es scheint fast, als ob kein anderer Vulkan auf Mutter Erde derzeit Kopfzerbrechen bereitet. Dabei gibt es diese Sorgen tatsächlich.

Wissenschaftler haben unter anderem den Vesuv im Auge, der wohl bei einem bevorstehenden Ausbruch die Stadt Neapel auslöschen könnte. Ein anderes Beispiel ist aber auch der Yellowstone-Vulkan, ein Supervulkan im Bundesstaat Wyoming in den USA, bei dem sicher ist, dass er in den nächsten 100 Jahren ausbrechen wird.

Es sind aber auch aktuelle Ereignisse, die scheinbar von den Medien in keinster Weise wahrgenommen werden, weil sie die Wirtschaft nicht so sehr tangieren, wie es der Eyjafjalla getan hat.

Vulkan Tarvurvur - Foto von Taro Taylor - edit by Richard Bartz - for Wikimedia
Vulkan Tarvurvur - Foto von Taro Taylor - edit by Richard Bartz - for Wikimedia

Die Rede ist vom Tavurvur. Kennen Sie nicht? Der wWar mir auch nicht geläufig. Trotzdem ist er vorhanden, aktiv und recht gefährlich.

Der Tavurvur ist ein Vulkan in Papua-Neuguinea nahe der Stadt Rabaul im Osten der Insel Neubritannien. Zuletzt brach er am 7. Oktober 2006 aus und eine Aschenwolke wurde bis 18 Kilometer in die Stratosphäre geschleudert. Der Vulkan ist seitdem ununterbrochen aktiv.

Zuvor brach der Vulkan 1994 aus. Damals wurde Rabaul unter Asche begraben und musste an anderer Stelle neu aufgebaut werden. Zahlreiche Verwaltungszentren wurden nach Kokopo verlegt.

Der Vulkan liegt innerhalb der 8 mal 14 km großen Rabaul-Caldera, die um etwa 550 n. Chr. bei einem massiven Vulkanausbruch der Stärke 6 auf dem Vulkanexplosivitätsindex entstanden ist. Gelegentlich wird diskutiert, ob dieser Ausbruch für die Klimaveränderungen von 535-536 verantwortlich sein könnte, doch ist dies umstritten.

Dünen aus Vulkanasche - von tarotastic on Flickr - CC-BY-2.0 - durch Wikimedia Commons
Dünen aus Vulkanasche - von tarotastic on Flickr - CC-BY-2.0 - durch Wikimedia Commons

Nein, Rabaul war keine beliebige Stadt auf Papua-Neuguinea, sondern die Hauptstadt des Landes. Beim Ausbruch des Tavurvur wurde diese nahezu vollständig zerstört.

Das Vorwarnsystem funktionierte gut und die Bevölkerung konnte rechtzeitig evakuiert werden. Da die Vulkane bis April 1995 weiterhin Lava und Asche ausstießen, siedelten sich die meisten Einwohner in den auf der anderen Seite der Rabaul-Bucht liegenden Orten Kokopo und Vunamami an. Von den ehemals knapp 15000 Einwohnern leben noch knapp 4000 in der Stadt.

Der Vulkanismus in der Region wirkt allerdings auch bisweilen etwas skurril. Im Hafen von Rabaul befindet sich die Insel Vulcan. Sie ist eine Insel, die 1878 nach dem Ausbruch des Matupit, dem Nachbargipfel des Tavurvur, im Hafen auftauchte und während eines erneuten Ausbruchs am 28. Mai 1937 von einer Seite des Hafens zur anderen wanderte. Damals starben 200 Menschen.

Da der Tavurvur oraktisch immer aktiv ist, sollte diesem Vulkan in meinen Augen etwas mehr Beachtung geschenkt werden. Aber dieser Vulkan befindet sich leider nicht in der Flugbahn von Lufthansa, British Airways und Co., sodass er nicht weiter beobachtet wird.

Was Sie auch interessieren könnte:

Ein Kommentar

  1. Pingback: Tweets that mention Die vergessene Vulkankatastrophe | Henning Uhle IT Solutions -- Topsy.com

Schreibe einen Kommentar

Mit dem Nutzen des Kommentarbereiches erklären Sie sich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.