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Dirk Niebel und der fliegende Teppich

Schon Alladin wusste, wie trefflich ein Teppich fliegen kann. Das hat Dirk Niebel nun auch demonstrieren müssen. Er wollte ja erst nicht, dass das rauskommt, aber am Ende konnte er nicht anders.

Dirk Niebel beim Besuch in Stockholm, Schweden, 2011 - (C) Janwikifoto / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons) - Quelle: politik.in2pic.com/
Dirk Niebel beim Besuch in Stockholm, Schweden, 2011 - (C) Janwikifoto / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons) - Quelle: politik.in2pic.com/

Ein “Andenken” aus Afghanistan macht Bundesentwicklungshilfeminister Dirk Niebel von der glorreichen FDP derzeit zu schaffen. Für den Privatgebrauch hatte er sich bei seinem Besuch einen Teppich gekauft. Dagegen ist ja erst einmal nichts einzuwenden. Was aber die Entrüstung aufflammen ließ, war der Umstand, dass er für den Transport nach Deutschland den Bundesnachrichtendienst beauftragte und nicht einmal etwas dafür bezahlte.

Der Focus berichtet mit Berufung auf Spiegel Online, dass dem Zoll der Teppich durch die Lappen ging. Und weil Dirk Niebel so ein feiner Kerl ist, will er “mögliche Schulden” nun im Nachhinein beim Staat bezahlen. Schließlich war es keine Amtshilfe sondern ein “persönlicher Gefallen”, wie das Ministerium erklärte.

Laut Focus muss sich die Geschichte so zugetragen haben: Der Teppich wurde – nachdem er nun mal gekauft war – irgendwie nach Deutschland. Er wurde in der deutschen Botschaft in Kabul zwischengeparkt und dann von einer Maschine des BND nach Deutschland gebracht. Zu diesem Gefallen erklärte das Niebel-Ministerium, dass kein Preis vereinbart war und somit auch keine Bezahlung erfolgte.

Niebel erklärte ganz eifrig, dass er den Teppich bei seinem nächsten Aufenthalt in Afghanistan hätte mitnehmen wollen. Aber er hätte sich über den BND-Gefallen gefreut, da er so nicht so lang auf das gute Stück warten musste. Die eigentliche Nachverzollung wurde dann in Deutschland durch ein Missverständnis versäumt.

Alles dumm gelaufen? Die Reaktionen im Internet sagen etwas anderes aus. Es werfe ein schlechtes Bild auf Entwicklungshilfe. Es ist von “Mitnahmementalität” die Rede, von “Kostenloskultur” und all dem, das die deutsche Politik den Downloadern immer wieder vorwirft.

Unterm Strich ist auch nichts weiter schlimmes passiert. Und wenn Dirk Niebel den Transport und den Zoll nun noch privat bezahlt, ist die Sache dann eigentlich vom Tisch. Aber leider wissen die Medien und die Benutzer im Internet nun davon. Und ganz plötzlich wird eine kleine Staatsaffäre daraus. Zwischenzeitlich war sogar die Rede davon: “Wann wirft Merkel nun den Niebel raus?”

Irgendwie sind wir solche Pannen bei der Fettnäpfchenregierung doch langsam gewohnt. Ich weiß nicht, ob Niebel die Kosten erstattet hätte, wenn die Geschichte nicht rausgekommen wäre. Jedenfalls wirft dies ein schlechtes Licht auf das Ministerium, das gerade in Afghanistan ein sehr wichtiges Prestige-Projekt am Laufen hat. Und deshalb ist das Ganze doch einen Facepalm wert:

Informationsquelle:

Focus Online – Skandal um Lieferung aus Afghanistan: Niebel lässt Teppich vom BND einfliegen

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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