Ein Addis-Abeba-Platz in Leipzig

Leipzig pflegt seine Städtepartnerschaften, was auch gut und richtig ist. So gibt es auch im Stadtbild Anzeichen für die Pflege der Partnerschaften. Das ist man als weltoffene Stadt ja auch seinen Partnern schuldig. Aber es gibt dazu auch einiges Kopfschütteln.

Straßen und Plätze werden gern nach Partnerstädten benannt. So gibt es die Kiewer Straße, die Travniker Straße, die Krakauer Straße, die Brünner Straße, die Lyoner Straße, die Hannoversche Straße und bald wohl auch einen Addis-Abeba-Platz. Was es nicht gibt, sind Frankfurter Straße, Nanjinger Straße, eine Birminghamer Chaussee, einen Houston-Platz oder einen Herzeliya-Weg oder so etwas. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Jedenfalls ist einiges an Zank um den entstehenden Addis-Abeba-Platz entbrannt. Der soll anstelle der jetzigen Freifläche an der Grünewaldstraße / Brüderstraße / Leplaystraße, also zwischen Moritzbastei und Bayrischem Bahnhof entstehen. Und wie nun weiter? Scheinbar ist das noch völlig unklar.

Im Januar fanden die Leipziger Grünen die Idee ziemlich gut, die Freifläche in der Namen der äthiopischen Hauptstadt umzubenennen. Die Leipziger CDU fand das ziemlich cool. Und so haben beide jeweils einen entsprechenden Antrag gestellt. Die CDU ging sogar noch weiter, weil sie eben alle Partnerstädte im Leipziger Straßenbild verewigen wollten. Das ging den Grünen aber zu weit. Wer braucht schon einen Herzeliya-Weg?

Die CDU hat aber in Leipzig im Stadtrat mehr Einfluss und demnach auch mehr zu sagen. Und so könnte es nun dazu kommen, dass genau dem CDU-Antrag zugestimmt wird, weil der Stadtrat den Grünen-Antrag ablehnen will. Und das, obwohl auch die Verwaltung die Grünen-Idee ziemlich geil finden könnte. Aber man will sich verwaltungsintern mit Verwaltung herumschlagen. Sie kennen das, das nennt sich Bürokratie.

Nehmen Sie sich einfach mal den lesenswerten Artikel der Leipziger Internetzeitung vor, dann wissen Sie, wie Verwaltung in Leipzig geht. Es wirkt schon ein wenig grotesk. Aber die verwaltenden Verwaltungsorgane der Stadtverwaltung werden sich schon irgendwas dabei gedacht haben, das alles verwaltungsintern klären zu wollen.

Jetzt schlägt man sich mit Straßennamen herum, womit dann irgendwann später? Es sieht ein wenig danach aus, als schäme man sich verwaltungsintern auf Verwaltungsebene der einen oder anderen Städtepartnerschaft. Oder warum gibt es nicht schon längst eine Frankfurter Straße? Ich meine, die gab es ja schon mal vor langer Zeit. Also so schlimm ist das gar nicht.

Eigentlich ist so etwas keinen Artikel wert. Da werden Sie mir zustimmen. Aber diese Verwaltungsposse musste ich einfach mal erzählen.

Bild: künftiger Addis-Abeba-Platz südöstlich des Innenstadtrings in Leipzig

Was Sie auch interessieren könnte:

Schreibe einen Kommentar

Mit dem Nutzen des Kommentarbereiches erklären Sie sich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.