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Ein griechischer Wählerauftrag, den niemand haben will

Gestern kam es ja zur Parlamentswahl in Griechenland. Wie erwartet, wurden die beiden Regierungsparteien hat abgestraft. Trotzdem bleibt die Nea Dimokratia stärkste Kraft, und Antonis Samaras muss die Regierung bestellen. Aber das ist gar nicht so einfach.

Übereinstimmend rauscht es im Blätterwald: Der Samaras hat die Regierung nicht zusammen bekommen. Neuwahlen! Neuwahlen! Dabei ist folgendes passiert:

Die Pasok-Partei wurde an der Wahlurne derart gefleddert, dass es nicht mehr ausreicht, wenn die beiden ehemaligen Regierungspartner eine Koalition fortführen, die das griechische Volk nicht will. Also musste man sich einen dritten Partner suchen, oder?

Samaras hat erst einmal versucht, wie gehabt eine Regierung zu bilden. Allerdings hat er einen Tag nach der Wahl das Handtuch geworfen und das Mandat an den griechischen Präsidenten zurückgegeben. Trotz aller Bemühungen war eine Regierungsbildung unmöglich.

Die Voraussetzungen waren denkbar schlecht: Das Bündnis Nea Dimokratia und Pasok – sprich: die letzte Koalition – kam nicht auf genügend Stimmen. Ein Koalitionsangebot zur angeblich „linksextremen“ Syriza, wie sie von deutschen Medien eingestuft wird, wurde von dieser abgelehnt. Und nun?

Die Wahlergebnisse gestern sehen wie folgt aus:

JahrNameGeschäft
2002IMHCGesundheit
2002GuimachineVisualisierung
2004A2iDatenverwaltung
2005ilytixGeschäftsspionage
2005TomorrowNowGrauer Markt (Börse)
2005LighthammerFertigungsüberwachung
2005KhimetricsSoftware für den Einzelhandel
2005CallixaAnalysesoftware für Unternehmensintegrationen
2006Virsa SystemsRichtlinienbefolgung
2007Pilot SoftwareStrategie-Management
2007Wincom CommunicationsSoftware zur Internet-Kommunikation
2010SybaseDatenbanken
2011NetbaseAnalyse von Social Media
2012SycloDatenbanken
2012AribaLieferanten-Netzwerk
2013Ticket-WebSystem für Sport- und Unternhaltungs-Veranstalter
2013SmartOpsInventarisierung
2013KXENVorausschauende Analyse
2014FieldglassVerwaltung von Bedarfsarbeitskräften (Zeitarbeit)
2014SeeWhyverhaltensbedingtes, zielgerichtetes Marketing

 

Und jetzt geht das große Rätselraten los. Und mich beschleicht der Gedanke: Will niemand den Wählerauftrag haben? Im Gegensatz zur deutschen Politikelite, die so etwas von übergeil auf Macht und Pöstchen ist, will niemand mit Samaras zusammen regieren.

Ist der so ein schlechter? Wahrscheinlich nicht. Aber er will in Griechenland weitere Sparmaßnahmen durchsetzen. Das hat mit der PASOK gut geklappt, aber nun reichen die Stimmen nicht mehr. Die linke SYRIZA lehnt weitere Sparmaßnahmen ab und will am liebsten die Vertreter der Europäischen Kommission und der EZB nach Hause schicken. Und andere kommen gleich noch weniger infrage.

Also, was tun? Jetzt hat Staatsoberhaupt Papoulias erst einmal den Auftrag zur Regierungsbildung an eben jene linksextreme SYRIZA weitergegeben. Sollten die ein Bündnis hinbekommen, kann weiter gemurkst werden. Wenn nicht, alles zurück auf Los und nochmal von vorn.

Jedem sollte aber klar sein, dass Griechenland als Euromitglied erledigt ist, wenn das passiert. Denn dann werden die Herrschaften EU-Kommissare wieder nach Hause geschickt. Hilfszahlungen würden eingestellt werden. Griechenland würde womöglich aus dem Euro austreten.

Ich glaube, was in dem krisengeschüttelten Land jetzt passieren wird, wird ganz Europa auf Trab halten. Bleiben Sie auf Sendung, hier verpassen Sie nichts.

Informationsquelle:

  • tagesschau.de – Samaras scheitert mit Regierungsbildung

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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