Ein Kind namens Sittich

Sittich, Phoenix, Fürchtegott – Das sind so beliebte Namen, wenn erwachsene Leute Eltern werden. Vorbei die Namen Thomas, Sophie oder Max oder was auch immer. Die deutschen Eltern werden – nun ja – immer „kreativer“, was die Namenswahl der Sprößlinge betrifft. Finden wir so etwas gut? Ich weiß es nicht. Aber ich kann ja mal ein paar Worte dazu schreiben.

In Leipzig gibt es das „Namenskundliche Institut“. Das gehört zur hiesigen, altehrwürdigen Universität. Und an dem Institut freuen sich derzeit die Forscher ein Loch in den Bauch, weil die Namenswahl der Deutschen immer vielfältiger wird. Die Vielfalt und Anzahl der Vornamen steigt angeblich kontinuierlich. Die Leute haben wohl laut „Vermischte Meldungen“ um die 270000 Geburten analysiert. Nein, nicht wegen des Anteils an Komplikationen oder so etwas. Sondern wegen der Namensvergabe. Und dabei kam heraus, dass rund zwei Drittel aller Namen der Babys nur einmal vergeben wurden. Das würde ja bedeuten, dass 180000 verschiedene Vornamen vergeben wurden.

Nun ja, mir erscheint das ein bisschen viel. Aber manche Eltern sind wirklich ein wenig zu kreativ mit der Namenswahl. Ich vermute, dass ein Vorname wie der des Sohns von Boris Becker, nämlich Noah Gabriel, als ziemlich normal angesehen wird. Denn „Jazz“ taucht nun auch auf. Okay, im englischen Sprachraum steht der Name immernoch für Jasmin – oder eben Jazmine oder so. Nun hat es der Name in den deutschen Sprachraum geschafft.

Aber war es denn nicht immer so, dass der gewünschte Vorname in Deutschland anerkannt werden musste? Sonst könnte ja jeder kommen und sein Kind „Bierdeckel“ oder so nennen. Es mag sein, dass ich da ein wenig konservativ bin. Aber für mich klingt Fürchtegott nicht nach einem Vornamen wie – was weiß ich – Rüdiger. Und das sage ich mit dem in Sachsen nicht sehr weit verbreiteten Vornamen Henning.

Aber ich finde letztendlich, dass die Namensvielfalt auch irgendwann Grenzen finden muss. Okay, Promis können ihre Kinder auch gern mal nach Städten benennen, wie eben San Diego. Vielleicht kommt ja irgendwann jemand auf die Idee und nennt sein Kind Wanne-Eickel. Wie gesagt, es mag sein, dass ich da eine konservative Einstellung habe. Darum die Frage an Sie, was sie von einer solchen Vielfalt halten? In Teilen sicher gut, aber wenn man Kinder nach Gegenständen, Orten und dergleichen benennt, hört es dann irgendwann mal auf. Oder?

Bildquelle: Babyfüße – (C) Nina-81 CC0 via Pixabay.de

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3 Kommentare

    1. Ich habe vorhin irgendwo gelesen, dass irgendwer den Namen „Gastritis“ anmelden wollte. Bloß gut, dass das abgelehnt wurde. Denkt denn niemand an die Kinder?
      Ja, von Fürchtegott als Vornamen habe ich schon gelesen. Aber wie du schon schreibst, das will man heutzutage niemandem zumuten.

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