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Energie- und Telefonanbieter pleite

Einer der umstrittensten Anbieter von Telekommunikations- und Energieleistungen hat am 14.06.2011 den Gang in die Insolvenz angetreten. Die Rede ist von TelDaFax Holding AG, das Unternehmen, für das Rudi Völler lange Zeit die Werbetrommel gerührt hatte. Dabei kam die Pleite aber nicht etwa von ungefähr.

Angefangen hatte alles 1998 mit der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes. Es schossen Anbieter von „Preselection“- und „Call-by-Call“-Angeboten wie Pilze aus dem Boden. So auch TelDaFax. Das Unternehmen bot die Vorvorwahl 01030 zu Discountpreisen an. Schon zu dieser Zeit geriet das Unternehmen in Schwierigkeiten. Die Rechnungen wurden gegenüber der Telekom nicht beglichen, sodass die Telekom die 01030 sperrte. Die daraus folgende Kundenabwanderung war das erste Aus für TelDaFax.

2002 wurde oneVoice Communications gegründet, was ein Zusammenschluß von CONOS AG und TelDaFax Newline GmbH war. Daraus resultierte der Markenname „TelDaFax“, was aber keine Rechtsnachfolger der insolventen Firma darstellte.

Zur Teldafax Holding AG gehören heute die Teldafax Energy GmbH, die Teldafax Telecom GmbH, die Teldafax Services GmbH, die Teldafax Finance GmbH, die e-punkt GmbH und die Teldafax Dialog GmbH, was ein 2009 übernommenes Callcenter in Berlin-Schönefeld ist.

Im März 2011 kam es zur mehrheitlichen Übernahme des Unternehmens durch die CPA Invest AG sowie die Sigma Citation Capital Strategies Limited. Hier konnten dann Investoren über so genanntes Factoring in das Unternehmen investieren.

TelDaFax stand als Stromversorger oft in der Kritik, da das Unternehmen seine Verträge mit einer Vorauszahlung ausstattete. Nun kann es sehr gut passieren, dass Kunden aufgrund der Insolvenz die gezahlten Gelder nicht zurück erhalten. Auch kam es immer wieder zu Beschwerden bei Verbraucherzentralen wegen fehlender oder falscher Jahresabschlußrechnungen.

Einzugsermächtigungen für TelDaFax wurden eingestellt. Kunden sollen selbständig auf ein vorher benanntes Konto überweisen. Dies hat für Kunden selbstverständlich noch einen bitteren Beigeschmack. Haben Kunden gegenüber Teldafax einen Anspruch auf Rückzahlung – etwa aufgrund eines Widerrufs oder einer Kündigung des Vertrags – können sie per Lastschrift eingezogene Beträge bis zu sechs Wochen nach Rechnungsabschluss von ihrer Bank kostenlos zurückbuchen lassen. Anders bei einer Überweisung: Zahlt der Anbieter nicht freiwillig zurück, muss der Kunde den Rechtsweg beschreiten. Da ja nun das Insolvenzverfahren läuft, werden Kunden wohl sehr lange auf ihre Zahlungen warten müssen.

Im Bereich Förderung wird durch diese Insolvenz ein großes Loch gerissen. TelDaFax hatte nicht nur einen Werbevertrag mit Rudi Völler. Das Unternehmen sponsorte auch die Biathleten Michael Rösch und Ole Einar Björndalen und war Hauptsponsor beim Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen. Außerdem förderte das Unternehmen das Ulf Kirsten und Ralf Minge Fußballcamp. Dabei wurden die im Rahmen des Sponsorings von Teldafax erworbenen Teilnehmerplätze an Kinder aus sozialschwachen Familien und einem Kinderheim zur Verfügung gestellt. Im Skisport förderte das Unternehmen Martin Schmitt und unterstützte die FIS Teldafax Teamtour 2009.

Lokale Energieversorger sollen nun vorerst die Strom- und Gasversorgung übernehmen, bis eine Lösung gefunden wurde. Jedenfalls zeigt sich mit diesem Beispiel, dass billig nicht gleich gut ist.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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