Ich weiß schon: Was soll ich alter weißer Mann über Famizid schon wissen? Was erdreiste ich mich, dazu irgendwas hier rein zu schreiben? Aber ich meine oben den Titel des Artikels wirklich ernst: Die Typen, die auf ihre Partnerinnen und Frauen losgehen und sie dabei sogar töten, sehen sich als was besseres an? Gerade lief auf dem ZDF die Doku „Weil du mir gehörst“ von Jochen Breyer. Und da bin ich auf diese Frage für den Artikel gekommen. Lasst mich mal kurz meine Gedanken aufschreiben.
Was ist denn eigentlich ein Femizid?
Ich musste hierzu nachlesen, da mir das völlig fremd ist. Ja, ich weiß schon, dass die Wikipedia nicht mehr die beste Quelle ist. Und da lese ich, dass ein Femizid geschlechtsbezogene Gewalt gegen Frauen und Mädchen im Kontext patriarchaler Geschlechterdifferenzen ist. Also: Ein Mann sieht sich selbst als Patriarch an und wird gegenüber seiner Partnerin gewalttätig. Mal kurz: Was für ein Arschloch. Case closed.
Ich verabscheue ja grundsätzlich jede Form von Gewalt, die als Aggression ausgeübt wird. Wenn ich mal zuhauen muss, um mich zu verteidigen, muss das ja wohl möglich sein. Nur, damit wir das auseinanderhalten. So, aber Frauen gelten ja gemeinhin als schwächer, was ja nicht stimmt, fragt mal meine Frau. Da gibt es dann so ein paar Wichser, die sich da als die großen Zampanos aufspielen, die Frauen prügeln und auch ermorden.
Jedenfalls ist so etwas, was ich gar nicht näher beschreiben will, weil ich es mir nicht vorstellen will, ein Femizid. Und heute war der Gedenktag dafür. Quasi so, wie sie in New York jedes Jahr am 11. September den schrecklichen Flugzeug-Attentaten gedenken. Es wird an die Opfer erinnert. Und mir stellt sich die Frage, ob es da keinerlei Schutz für die Frauen gibt. Der volle Staatsapparat kommt ins Laufen, wenn du ein Schwarzfahrer bist. Aber beim Femizid scheitert es am Datenschutz?
Man soll nicht spekulieren
Als ich die genannte Doku gesehen habe, habe ich mir die Frage gestellt, was denn mit diesen Männern nicht stimmt. Ja, ich weiß, dass es auch Gewalt von Frauen gegen Männer gibt. Aber es geht hier um den Femizid. Jedenfalls stelle ich mir so die Frage, wie es zu so etwas kommen kann. Klar, es ist die absolute Kontrolle über die Frau. Aber rechtfertigt das körperliche, seelische und sexuelle Gewalt bis hin zum Mord? Nochmal: Was stimmt mit solchen Männern nicht?
Wer weiß, vielleicht ist es eine Art Stress, der da die „Herren der Schöpfung“ ausrasten lässt. Aber wenn Frauen verprügelt werden und diese das dann tatsächlich mal zur Anzeige bringen wollen, reicht als Strafe halt kein Verwarngeld, denn vielmehr ist es ja nicht. Und wenn die Typen dann immer wieder ausrasten, müssen die Frauen doch geschützt werden. Oder sehe ich das falsch? Wer weiß, vielleicht ticken diese Typen einfach nicht richtig und müssen phychiatrisch behandelt werden.
Aber man soll nicht spekulieren. Fakt ist: Ein Femizid ist ein Mord, der passiert, weil ein Mann die Kontrolle gegenüber und über seine Frau verliert. Es ist schlimm und bitter, dass es das überhaupt gibt. Da ist aber die Politik gefragt, dass sie wirksam etwas zur Prävention unternimmt. Und überdenkt bei solchen Geschehnissen auch den Datenschutz. Wer anderen gegenüber gewalttätig ist, hat kein Recht auf Datenschutz.
Und ich spekuliere nach wie vor nicht. Wenn die Typen unter Stress stehen und Ängste haben, muss dagegen etwas getan werden. Man weiß ja ziemlich genau, dass sich Stress auf die Amygdala auswirkt, die das Angstzentrum im Gehirn ist. Wer weiß, wenn solche Typen bekannt werden, muss es doch möglich sein, denen eine Therapie oder so zu verpassen. Denn unterm Strich ist jeder Femizid einer zu viel.






„Da ist aber die Politik gefragt, dass sie wirksam etwas zur Prävention unternimmt. Und überdenkt bei solchen Geschehnissen auch den Datenschutz. Wer anderen gegenüber gewalttätig ist, hat kein Recht auf Datenschutz.“
a.) nicht jeder kündigt das im Internet an… also wirklich wirksam wirds nicht sein
b.) Wie weist du wer Täter sein können wird, wenn du nicht das gesamte Volk unter Generalverdacht stellt und die Daten aller überwacht.
Und ja, jeder Einzelfall ist schlimm – Aber aus guten Gründen, siehe deutsche Geschichte, ist unser Rechtssystem genau anders herum aufgebaut. Und daran sollte man nicht rütteln – auch nicht mit was wäre wenn Gedankenspielen. Es gibt in einer freiheitlichen Demokratie weder eine 100% Aufklärungsquote noch eine 100% Verhinderungsquote. Das geht nur in Überwachungsstaaten – bzw. noch nicht einmal dort. Aber dann muss halt ein Bauernopfer dafür büßen.
Hast du dir die Doku angesehen? Du hast ja Recht, wenn ich meinen würde, dass der Staat präventiv überwachen soll. Das meinte ich aber gar nicht.
Ich meinte eher, dass die Frauen ernst genommen werden sollten, wenn sie schon mal Gewalt gegen sie zur Anzeige bringen, was für sie eben auch echte Überwindung sein dürfte.