Fundstück der Woche 47 / 2012: „Danke Angela Merkel“

Es gibt Werbung und schamlose Beeinflussung. Letzteres ist mir gerade über den Weg gelaufen, und so muss ein neues Fundstück her. Es geht um eine merkwürdige Zeitungsanzeige, bei der man nicht weiß, was damit bezweckt werden soll.

Haben Sie schon einmal von der „Stiftung Erinnerung“ gehört? Die hat ihre Anschrift in Augsburg in der Otto-Lindemeyer-Straße. Noch nie von denen gehört? So schreibt sie es in einer Zeitungsanzeige. Allerdings im Internet „wohnt“ sie in Berlin in der Lindenstraße.

In der „ZEIT“ erschien jetzt also die ominöse Werbung, die man dann nur auf den zweiten Blick tatsächlich als Werbung wahrnahm. War dies so, könnte man beim Lesen des Textes durchaus auch denken, dass es sich um Satire handelt. Dem ist aber nicht so.

LINK ZUR EINGESCANNTEN FASSUNG DER WERBUNG – Danksagung an Angela Merkel (Google Docs)

Bitte lesen Sie zunächst das Google-Dokument, bevor Sie hier fortfahren. Zugegeben, es ist schwierig, der Lobeshymne zu folgen. Aber leiden Sie einfach mit mir, ich habe es mir auch angetan.

Der Text ist sehr befremdlich. Mit dem Verweis „Aus Gründen des Presserechts“ werden Zeitungstexte zitiert, ohne Quellen anzugeben. Es findet eine sehr fragwürdige Lobhudelei statt. Es wird eine seltsame Suche nach Gründen für die bürgerliche Abkehr von der Politik betrieben. Und alles wirkt so gekünstelt.

Blogger Dierk Schäfer schreibt in seinem Blog von „peinlicher Speichelleckerei“. Dem ist an sich nichts hinzuzufügen. Und ich muss sagen, dieser Text wird nicht zu mehr Vertrauen in die deutsche Politik führen. Eher zum Gegenteil. Denn wer so etwas liest, fragt sich vielleicht auch: Hat die deutsche Kanzlerin so etwas nötig? Sie hat schließlich noch den besten Job dieser merkwürdigen Bundesregierung gemacht.

Mich würden hier einmal die Gründe interessieren, wie es zu einer solchen Ausdünstung kommen konnte. Klar, es ist Vorwahlkampf. Aber so etwas kann schnell sehr peinlich werden. Wenn es hier nicht noch zu einer Welle der Entrüstung kommt.

Was meinen Sie zu der Veröffentlichung, nachdem Sie das oben verlinkte Google Dokument gelesen haben?

Series Navigation<< Fundstück der Woche 22 / 2012Fundstück der Woche 19 / 2013 – Google Doodle zum Muttertag >>

Was Sie auch interessieren könnte:

Schreibe einen Kommentar

Mit dem Nutzen des Kommentarbereiches erklären Sie sich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.