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Gesichtspalme des Jean-Luc Picard - via sashverstand.de Gesichtspalme des Jean-Luc Picard - via sashverstand.de

Gesichtspalme #17 – Ex-NSA-Chef erwartet Terror von anarchistischen Freaks

Ich habe lang nicht mehr so den Kopf geschüttelt, wie bei dem, was ich jetzt mitbekommen habe. Die NSA warnt jetzt vor Terror, aber nicht vor irgendwelchen Anschlägen mit Flugzeugen, Raumschiffen, U-Booten oder was auch immer. Die NSA, die sowieso den Internetverkehr aushorcht und speichert, erwartet jetzt Terror von irgendwelchen Freaks, die so beschrieben werden, als würden diese kein Tageslicht kennen.

Mal ehrlich, dass die NSA vor irgendwas warnt, ist eigentlich völlig klar. Das müssen sie ja, um ihre Daseinsberechtigung zu erklären. Und da wird einfach mal hergenommen, was man so findet.

Der ehemalige Chef der National Security Agency, Michael Hayden, hat nun tatsächlich gemutmaßt, dass man mit Terror zu kämpfen haben würde, würde es den US-Behörden gelingen, Edward Snowden zu fangen. Die sagenhafte Aussage von ihm im Guardian lautet:

If and when our government grabs Edward Snowden, and brings him back here to the United States for trial, what does this group do?“ said retired air force general Michael Hayden, who from 1999 to 2009 ran the NSA and then the CIA, referring to „nihilists, anarchists, activists, Lulzsec, Anonymous, twentysomethings who haven’t talked to the opposite sex in five or six years.

Also: Er erwartet Terror-Angriffe im Internet von Hackern und Transparenz-befürwortenden Gruppen. Denn schließlich hat man es mit Nihilisten, Anarchisten, Aktivisten, Lulzsec, Anonymous und Leuten in den Zwanzigern zu tun, die seit 5 oder 6 Jahren keinen Kontakt zu Leuten des anderen Geschlechts hatten.

Mal davon abgesehen, dass dies eine ziemlich antiquierte Unterstellung ist, dass nur „Kellerkinder“ gegen eine Inhaftierung von Edward Snowden protestieren würden. Aber die ganze Aussage zeigt eigentlich auch, welches Menschenbild die NSA und Hayden von Internetnutzern haben.

Im oben verlinkten Artikel führt Hayden weiter aus, dass man nun auf die Suche gehen sollte. Seine Frage dazu lautet: Was ist für „die da“ das, was für al-Qaida das World Trade Center war? Er vergleicht tatsächlich Leute, die sich für Menschenrechte und freie Meinungsäußerung einsetzen, mit der größten Terror-Organisation der Welt?

Ich denke, bevor man solchen Dingen wie XKeyScore, PRISM oder Tempora Herr wird, muss man solche Leute wie Michael Hayden von ihrer Macht befreien. Tut mir leid, aber so geht man nicht mit Internetnutzern um. Die sind schließlich kein Gesindel. Aber als genau das stellt Hayden sie hin. Und deshalb die heutige Gesichtspalme für ihn.

Bildquelle: Gesichtspalme des Jean-Luc Picard – via sashverstand.de

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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