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Giganten der Meere docken in China an

Schiffe haben ja meistens eine gewisse Maximalgröße. Da es unterschiedlich große Schiffe gibt, hat man diese klassifiziert. Bisher war die größte Klasse die so genannte “Capesize”, diese wurde aber überboten durch die so genannte “Valemax”. Und das sind wirklich Giganten.

Berge Everest - verlinkt von china-defense.blogspot.com
Berge Everest - verlinkt von china-defense.blogspot.com

Lang hat sich China gegen die Valemax-Schiffe gesträubt. Chinesische Reeder befürchteten Einbußen durch diese Schiffe. Nun kommen sie doch. Mit 360 Metern Länge und einer Ladekapazität von knapp 400000 Tonnen gilt die “Berge Everest” als größter Schüttguttransporter der Welt. Der weltgrößte Eisenerzproduzent, die brasilianische Vale, schickt immer mehr dieser Riesenschiffe ins Rennen, um die weltweite Nachfrage nach Eisenerz befriedigen zu können. Vor allem ins boomende China wollen die Brasilianer ihr Erz schicken. Um dies wirtschaftlicher tun zu können, wurden halt die Schiffe vergrößert. Das Ergebnis sehen Sie links. Das Bild befindet sich im Original auf der Webseite von China Defense und wurde von mir lediglich verlinkt.

Nun ging es lange Zeit darum, welcher Hafen denn angelaufen werden kann. Es ist ja nicht so, dass die Größe jeden Hafen ermöglicht. Schließlich ging der Zuschlag an das nordchinesische Dalian, Chinas größter Anlaufpunkt für den Seehandel in der Nähe der Hauptstadt Peking. Allerdings wurde die erste Löschung der “Berge Everest” mit Argusaugen beobachtet, da der Seehafen Dalian auch über einen militärischen Teil verfügt. Dort liegt Chinas bislang einziger Flugzeugträger, der nur etwa halb so groß wie der Erzgigant ist. Der Hafen gilt als Chinas nördlichster eisfreier Hafen.

Die Giganten der Meere bedürfen einer genauen Routenplanung. durch solche Wasserstraßen wie den Panama-Kanal passen sie freilich nicht hindurch. Zu groß ist auch die Gefahr, dass diese Riesen auf Grund laufen. Und da erst vor rund einem Jahr an der brasilianischen Küste die Wand eines der Schiffe aufbrach, schippert ein größeres Umweltrisiko immer mit. Mit einem gewissen Sarkasmus kann man aber behaupten, dass dies für Dalian nichts neues ist. Führt man eine Google Bildersuche mit dem Begriff “Port of Dalian” durch, erhält man diverse ggf. urheberrechtlich geschützten Bilder von Umweltverschmutzungen im Hafen Dalian angezeigt.

Also auf beiden Seiten ein Umweltrisiko. Und alles zum Wohl von Wirtschaftsinteressen. Fragwürdig ist es schon. Und ich frage mal in die Runde, ob diese Art des Transports tatsächlich auf Dauer sicher ist. Freilich kommt es immer mal wieder zu Schiffsunglücken. Aber bei solchen Riesen ist das Ausmaß bei einem Unglück ungleich höher. Ich sehe da wirklich ein gewisses Risiko.

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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