Ich hatte gestern Abend einen kleinen Hornissen-Kampf und plage mich seitdem mit Knieschmerzen. Nein, das Tier hat mich nicht gestochen. Stechen die? Was machen Hornissen denn so? Naja, die Hornisse kann quasi gar nichts für meine erneuten Knieschmerzen. Daran bin ich ich schon allein schuld. Aber dass es überhaupt zu dieser Begebenheit kam, dafür kann das Tier schon was. Um es kurz zu machen: Ich habe mich zu Tode erschrocken. Und jetzt erzähle ich euch das mal.
Mein Hornissen-Kampf am Abend
Meine Frau hatte sich gestern Abend beizeiten hingelegt, weil sie gestern halt einfach mal angeschlagen war. Ich dachte mir, dass ich da doch die Zeit nutzen könnte, um weiter an meiner Musik herumzubasteln. Gesagt, getan. Mit Kopfhörern auf der Rübe fummelte ich also an einem Projekt herum, drehte an Filtern, stellte an Equalizern rum, hier ein Effekt, da ein Effekt. Sowas halt. Aber irgendwie hörte ich ein Brummen. Ich wusste nur nicht, woher das kam.
Irgendwann wurde es mir zu bunt, und ich habe die Musik ausgemacht. Das Brummen war weiterhin da. Aber kein gleichbleibender Ton. Und hier und da klapperte was. Es war mittlerweile dunkel, und ich hatte das Fenster in meinem Arbeitszimmer offen. Ich nahm also die Kopfhörer ab und sah dann, was das Brummen ausmachte: Ein riesiges, dunkles Wespen-artiges Tier, was an meinem Fenster hin und her flog. Meine Fresse, hab ich mich erschrocken.
Hornissen hat man ja schon mal gesehen. Die sind um die 2 Zentimeter lang und sehen den Wespen ähnlich. Das Tier allerdings war bestimmt ungefähr doppelt so groß und deutlich dunkler. Und da begann mein Hornissen-Kampf. Eigentlich wollte ich das Tier nur aus dem Fenster hinaus komplimentieren. Aber die surrte und brummte durch meinen Raum. Und immer wieder flog sie irgendwo dagegen, und es rappelte und klapperte.
Mittlerweile war meine Frau munter und wollte mir bei meinem Hornissen-Kampf helfen. Wir wollten dem Tier einfach nur den Ausgang zeigen. Das hatte sich bestimmt nur verflogen. Auf Angriff war es nicht aus. Aber dann kam es direkt auf mich in Augenhöhe zu. Echt erschrocken, drehte ich mich wild zur Seite, und auf einmal durchfuhr mein rechtes Knie ein höllischer Schmerz. Ich konnte erst gar nicht auftreten, das geht mittlerweile wieder besser.
Blöde Knie
Ich glaube ja, dass meine Frau Recht hatte. Sie meinte nämlich, dass wir das Viech einfach in Ruhe lassen sollten, das Fenster offenlassen sollten und einfach gehen sollten. Aber ich wollte ja nur helfen, habe das Fenster sperrangelweit aufgemacht und das Oberlicht geöffnet. Ich hatte nur gutes im Sinn. Jedenfalls humpelte ich dann schwer angeschlagen ins Bett und war froh zu liegen. Aber das Bein auszustrecken, war nicht so allerbeste Idee.
Jedenfalls war mein Hornissen-Kampf deutlich mit 2:0 an die Hornisse gegangen. Ich denke, es war eine Asiatische Hornisse, bin mir aber nicht sicher. Die tun niemandem etwas, wenn man sie in Frieden lässt. Gewonnen hat die Hornisse, weil sie den Ausgang selbst gefunden hatte, wie meine Frau prophezeit hatte, und weil ich seitdem blöde Schmerzen im Knie habe. Es ist nichts kaputt, nur vermutlich gedehnt oder gezerrt. Aber ich bin ja jetzt der Dumme.
Am Ende war es ja so, dass diese ganze absurde Situation dadurch entstand, weil ich mich durch das durchaus deutliche Brummen und die enorme Größe furchtbar erschrocken hatte. Hätte ich mich da gleich einfach nur verdünnisiert, wäre das Ergebnis das Gleiche gewesen, nur ohne Knieschmerzen: Die Hornisse wäre wieder verschwunden. So humple ich halt jetzt ein paar Tage durch die Gegend. Chapeau, Hornisse, du bist eine würdige Siegerin.






Sie stechen und das ist angeblich etwas schmerzhafter als ein Wespenstich. Aber sie tun das selten. Sie sind nicht so aggressiv wie Wespen. Aber es kommt halt auf die Situation an. Dass sie (die asiatische Version als invasive Variante den schlechten Ruf als Bienenkillerin haben, macht sie unbeliebter als die heimische Art.
In Leipzig musste neulich ein ganzes Nest der asiatischen Hornisse zerstört werden. Nicht, weil die angreifend durch die Gegend marodiert sind, sondern weil sich die Tiere unkontrolliert vermehrt haben und damit zur Gefahr für die heimische Tierwelt wurden.
Au weia! So eine Riesenhornisse hatten wir auch schon 2x zu Besuch, allerdings draußen am Fliegennetz. Ich wollte spät Abends auf die Terrasse, da brummt es hinter mir. Auch ich bin zu Tode erschrocken, so ein Oschi! Wir hatten Sorge, dass sie auf Nestbauplatz Suche ist, am nächsten Abend war sie aber verschwunden. Eine Woche später hing sie wieder am Fliegennetz und wollte offensichtlich zu uns ins Wohnzimmer. Seitdem war sie nicht mehr gesehen. Hoffentlich hat sie aufgegeben. Was für ein Riesenviech! Auch schwarz und wie eine mutierte Wespe.
Viel Glück für dein Knie, da hast du es wohl verrissen.
Sabine aus dem Mausloch