Hut ab, Mario Barth, das war Klasse!

Man kann über Mario Barth sagen, was man will. Er ist ein Dampfplauderer, wie er im Buche steht. Er pumpt die Witze und Späße am Fließband heraus. Das Thema „Meine Freundin“ wurde auch öfter mal überstrapaziert. Was aber gestern Abend auf RTL zu sehen war, das war großes Kino.

Unter dem Titel „Mario Barth deckt auf“ zeigte Mario Barth in ca. 2 Stunden, wie in Deutschland das Geld verprasst wird. Natürlich mit vielen Effekten, aber er hat den Finger in die Wunde gelegt. Das hätte ich so erst einmal nicht von Mario Barth erwartet. Und da muss ich sagen: Chapeau!

Der Berliner Comedian war in der gestern Abend auf RTL ausgestrahlten Sendung alles andere als komödiantisch unterwegs. In meinen Augen war das bittere Satire. Sicher kann man denken, dass er das nicht kann, aber er hat da eine richtig gute Sendung hingelegt.

Er stieg auf dem Berliner Flughafen – oder das, was die Großbaustelle einmal werden soll – herum und zeigte allerhand Baumängel. Er zeigte unter anderem die große Untätigkeit und viele Unzulänglichkeiten. Aber das war nicht alles, was er zeigte.

Er zeigte unsinnig vor Bussen in der Schweriner Innenstadt herfahrende Segway-Polizisten. Er besprach überteuerte öffentliche Toiletten, die wegen Unansehnlichkeit unangeschlossen in Hinterhöfe gestellt wurden. Er zeigte einen mitten im Wald befindlichen Bahnübergang, der vom Straßenverkehr nie benutzt werden würde, weil keine Straße dorthin führt. Er zeigte ein Biokraftwerk, das wahrscheinlich niemals vernünftig genutzt werden wird. Er zeigte den himmelschreienden Investitionswahnsinn bei der Elbphilharmonie in Hamburg. Und so weiter und so fort. Soweit ich das verstanden habe, wurde die Sendung auch in Zusammenarbeit mit dem Bund der Steuerzahler erarbeitet.

Nun kann man viel davon erzählen, dass das doch alles nur reißerisch ist. Das mag ja auch gern so sein. Allerdings ist dies die Art und Weise, wie Mario Barth den Finger in die Wunde legt. Es ging keineswegs um investigativen Journalismus. Es ging einzig und allein darum, mit viel Tamtam den großen politischen Machern in Deutschland die rote Nase aufzusetzen.

Am Ende der Sendung fragte Mario Barth, ob dem Zuschauer noch mehr Fälle von Geldverschwendung bekannt sind. Auch hat er während der Sendung demonstrativ immer wieder Spielgeld zerschreddert. Ich denke, jeder findet Sinnlos-Investitionen in seinem Umfeld. Ich vermute, dass es irgendwann eine Neuauflage dieser Sendung geben wird.

Wenn Sie die Sendung ebenfalls gesehen haben, würde mich eine Frage interessieren: Wie fanden Sie sie? Ja, von Mario Barth ist man so etwas nicht gewöhnt, und mancher hat sicher schon beim Namen die Nase gerümpft. Aber ich finde, er hat das richtig gut gemacht und mit den Fingern auf den richtigen Wahnsinn gezeigt. Ich wäre für eine Fortsetzung, denn durch politische Entscheidungen wird viel Geld sinnlos in den Sand gesetzt. Aber das ist nur meine eigene Meinung.

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5 Kommentare

  1. Das stimmt! Die Sendung war ziemlich überraschend gut. Und so bemerken es auch endlich mal mehr Leute, was der Staat alles so an Geldern dort einsetzt, wo man es nicht braucht. Wenn man das Geld sinnvoll nutzen würde, oder diese „Projekte“ einstellen würde und uns dann einen Teil, auch wenn dieser nur klein wäre, an Steuern erlassen würde. Halleluja würden sich da einige freuen und endlich wieder sehen, dass der Staat von Menschen geleitet wird. Aber leider wird da wohl so schnell sich nichts daran ändern.
    Aber ich finde so etwas, wie Mario Barth es gestern gemacht hat, ideal. Ich muss zugeben, dass ich mich persönlich nicht zu sehr für Politik interessiere. Ich ich habe mich soweit informiert, um etwas ordentliches zu wählen, und das hat mir gereicht. Denke so wird es vielen Leuten um die 20 Jahre gehen. Aber dann muss man moderne Wege suchen, um die Inhalte und Probleme zu vermitteln. Und vor allem Personen, die es auch für die Jugend verständlich übermitteln. Das wird einfach durch Mario Barth getan, besser sogar noch als die „Absolute Mehrheit“ von Stefan Raab.

    Gutes Thema auf jeden Fall. :)
    Grüße Mirko

    1. Danke für den Kommentar, Mirko.

      Ich stelle fest, dass die Sendung durchaus sehr guten Anklang fand. Insofern kann ich mir nur wünschen, dass es irgendwann eine Fortsetzung gibt.

      Solche Dinge, die gestern thematisiert wurden, gehören eben immer wieder auf die Agenda. Nur so kann die Wunde richtig schmerzen. Der Finger muss in der Wunde bleiben.

  2. Aus dem Grund „Der Dampfplauderer“ hab ich mir das nicht angesehen. Ich mag zwar seine Shows wigentlich ganz gerne, wenn man wieder hören will was seine Freundin wieder dämliches angestellt hat… Aber irgendwann geht’s einem auf den Nerv. Wenn das allerdings so cool war werd ich mir die nächste Folge schon mal geben.

    Wahrscheinlich interviewt er beim nächsten mal Tebartz-van Elst;-)

    „Mir rutschte beim Frühstück fast der Kaviar in den Hermelinkragen, als ich von den heftigen Vorwürfen gegen meine Person erfahren musste“

  3. Hallo Herr Uhle,
    ich habe die letzte Sendung vor wenigen Wochen gesehen und fand sie so phantastisch, dass ich Herrn Barth und sein Team gern in unsere Stadt einladen möchte: Natürlich zum Aufdecken von Steuernverschleudern! Was HIER abgeht, kann man ja nicht mehr ertragen! Könnten Sie mir bitte eine Kontakt-Mailadresse mitteilen! Danke, Gruß Willy

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