Der Grabschützer See war unser Ziel. Die so genannten Last Days of Summer standen vor der Tür, und die will man ja nicht drinnen verbringen. Und so habe ich mal geschaut, wohin es uns verschlagen könnte. Und da fiel mir halt diese klitzekleine Seenlandschaft zwischen dem Flughafen Leipzig/Halle und Delitzsch ins Auge. Wir waren schon mal bei prächtigster Wintersonne mitten in der Corona-Zeit am Werbelliner See. Und das, wo wir nun waren, liegt direkt daneben.
Last Days of Summer: Ach, das war ein Buch?
Eigentlich war mir nur danach, dieses großartige Naturschutzgebiet mal zu besprechen. Mir ist doch nie und nimmer in den Sinn gekommen, über ein Buch oder irgendeinen Film mit Kate Winslet zu erzählen. Aber da nun irgendwie europaweit ein Temperatursturz bevorsteht oder auch schon zum Teil durch ist, habe ich diese Wortgruppe verwendet. Wer also wegen des Buches oder des Filmes „Last Days of Summer“ hier ist: Gehen Sie bitte weiter.
Was ist das nun mit dem Grabschützer See?
1975 hatte man angefangen, das Gebiet von Zwochau, Grabschütz, Werbellin und Lissa zu entwässern. 1976 begann die Baggerei des Tagebaus Delitzsch-Südwest. Man wollte damit die Chemiewerke Buna und Leuna zwischen Halle und Merseburg und das Kraftwerk Vockerode versorgen. Beginnend mit Knattersnaundorf wurden die Menschen dann umgesiedelt. 1993 war Schluss mit dem Tagebau. Nicht mal 50% der vorhandenen Kohle hatte man rausgeholt.
Übrig blieben große Löcher und halb abgerissene Dörfer. Auch die verschonten Dörfer Lemsel, Brodenaundorf und Brodau blieben erhalten. Und was macht man mit großen Löchern? Man lässt dem Grundwasser freien Lauf und flutet sie. Entstanden ist ein Naturschutzgebiet. Das beinhaltet das Vogelschutzgebiet „Agrarraum und Bergbaufolgelandschaft bei Delitzsch“ und beinhaltet Werbelliner See, Zwochauer See und eben den Grabschützer See.
Tiere und Naturschutz

Gräser, Hagebutten, Weißdorn, Sanddorn – Was du auch willst, man findet es dort. Nein, Sanddorn nicht, aber sonst haben wir uns einen kleinen Strauß Spätsommer mitgenommen. Wir haben Frösche quaken gehört, wahrscheinlich irgendwo im seichten Wasser des Sees. Pferde standen auf der Weide. Bienen summten. Alles war friedlich. Und irgendwo mittendrin begann eine Libelle, uns zu begleiten. Das war wie im Märchen. Also glaube ich zumindest.

War’s das jetzt?
Bricht nun der Herbst aus mit Stürmen, Nässe, Nebel? War das gestern das letzte Aufbäumen des Sommers? Leute, wir können viel über Klimawandel palavern. Aber bei so einem Wetterchen an einem – nun ja – verwunschenen See, vergisst man den. Dann will man eigentlich, dass dieses Wetter nie vorbeigeht. Aber mir ist natürlich klar, dass so etwas durchaus auch zeigt, dass an einem 20. September Temperaturen von um die 30 Grad nichts gutes bedeuten.
Ich kann mich an einen Sommertag im Oktober erinnern. Das war schon deutlich nach den Last Days of Summer. So ungefähr war das gestern. Mal gucken, ob wir dann gestern den letzten riesigen Eisbecher draußen gegessen haben. Den Ausflug haben wir in Schkeuditz auf dem Rathausplatz beendet. Aber das hat sich gelohnt. Ich muss aber ehrlich sagen, so ein Ausflug zum Grabschützer See kann man wirklich mal machen, wenn man hier in der Region Halle / Leipzig wohnt.







Nachdem das letzte Wochenende ja nochmal großartiges Wetter brachte und wir einen richtig guten Ausflug gemacht hatten, gingen die Temperaturen wie vorhergesagt zurück. Und was…