Leipzig, Clara-Zetkin-Platz: Grillen verboten?

Manche Dinge sind zum Haareraufen. In der zentralen Wohlfühloase Leipzigs könnte sich einiges komplett ändern. Ist man noch letztes Jahr mit seinem Grill in den Park gegangen, könnte das dieses Jahr vorbei sein. Es gibt eine Initiative dagegen. Und die haben noch so einige Ideen.

Das Magazin „Kreuzer“ aus Leipzig berichtete darüber, dass das Amt für Stadtgrün und Gewässer den Clara-Zetkin-Park auf Vordermann bringen will. Es ist davon die Rede, dass Ballspielen und Grillen verboten werden soll und mehr Sicherheitspersonal für Ordnung sorgen soll.

Sollte das Wirklichkeit werden, kann die Stadt Leipzig den Park schließen. Der Park lebt von seinem Flair. Der Park lebt von seinen Besuchern, die auf den Wiesen lümmeln und ihre Seele baumeln lassen. Von Leuten, die sich locker in entspannter Atmosphäre treffen und gern auch mal grillen. Im Park trifft sich auch jung und alt zum Spielen, und Ballspiele gehören dazu.

So war das immer schon, zumindest so lang ich denken kann. Und vor einer Woche haben sich die Amtskasper einfallen lassen, nun ein zentrales Stück Leipziger Tradition einzustampfen. Angeblich würden wohl Trampelpfade und sonstige Abnutzungsspuren von einer Übernutzung des Parks zeugen. So ist das nun einmal in einem beliebten öffentlichen Park mitten in einer Großstadt.

Das ist etwas völlig normales für jeden Parknutzer. Aber eben nicht für die Stadt. Die sieht Sanierungsbedarf von sage und schreibe 7 Millionen Euro. Und die Stadt sieht Handlungsbedarf, um die dann teuer sanierte grüne Oase vor – was wird die Stadt dazu wohl sagen? – Vandalismus (?) zu schützen.

Löblich an der ganzen unsinnigen Angelegenheit, Verbote auszusprechen und einen Ordnungsdienst einzusetzen, ist eigentlich nur das Versprechen von Amtsleiterin Karmen Seidel, die dem Magazin sagte, dass man niemanden vom Park fernhalten will. Aber ich gehe fest davon aus, dass genau so etwas passieren wird, wenn man dem Clara-Zetkin-Park eine Reglementierung aufzwingen will.

Keine Frage: Ordnung muss schon herrschen in einem öffentlichen Park. Wenn aber jeder ein bisschen mithilft, dass der Park nicht verwahrlost, dann kann Frau Seidel ihren Ordnungsdienst einpacken und die Leute sich entspannen lassen. Alles andere wäre grober Unfug. Und davon hat Leipzig schon mehr als genug erlebt.

Dabei hat Adelina Horn in ihrem Blog „Leipzig l(i)eben“ erst eine wunderbare Fototour über den Spielplatz des Parks gemacht. Sie sollten sich die Fotos einmal ansehen, denn dafür liebt man den Park.

Bildquelle: Clara-Zetkin-Park – Picknick – mit freundlicher Genehmigung von Andreas Schmidt / Leipziger Touristik- und Marketing GmbH

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Ein Kommentar

  1. Kann die Argumente schon irgendwie verstehen, die die Stadt vorbringt. Aber es muss eine andere Lösung geben, als mit Verboten und Einschränkungen zukommen. Denn ein solches Vorgehen funktioniert ganz einfach nicht…

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