Leipzig: Die Paußnitzflutung kommt doch

Eigentlich war es geplant, in diesem Jahr das kleine Flüßchen Paußnitz im südlichen Teil des Leipziger Auewaldes nicht zu fluten. Das geschieht seit 1993 jedes Jahr im März für vier Wochen, und zwar in dem Teil namens Mittlere Paußnitz. Aber dann kam alles anders.

Die Paußnitz

Das Flüßchen ist einer der vielen Nebenarme der Weißen Elster auf dem Stadtgebiet von Leipzig. Sie zweigt in Höhe des Stadtteils Großzschocher im Leipziger Südwesten der Weißen Elster und fließt durch den südlichen Teil des Waldes und unterquert in einem Düker (ein künstlicher Gewässertunnel) das Elsterhochflutbett, das bei Hochwasser der Weißen Elster immer geflutet wird. Die Paußnitz mündet dann nach dem durchfließen des Stadtteils Connewitz bei Schleußig wieder in die Weiße Elster.

Ein weiterer Fluß dieser Art ist das ähnlich anmutende Flüßchen Batschke, das im Volksmund Floßgraben heißt. Dieses Gewässer entspringt dem Cospudener See und fließt nach dem Waldbad Lauer in den Fluß Pleiße ab.

Beide Flüßchen gehören aus gewässerwissenschaftlicher Sicht zum Binnendelta der Weißen Elster. Beide Gewässer verfügen über eine geringe Durchflußmenge und gelten daher als Bäche.

Die Flutung

Jedes Jahr im März wird das Gebiet der Paußnitz geflutet. In dem Zuge kommt es zu einem Anstauen des Unterlaufs für vier Wochen. Das Ganze ist ein Versuch. Seit 1993 wird mit dem Anstauen und Überfluten die Vernässung des Leipziger Auewaldes überprüft. Die eigentliche Überflutung dauert etwa zwei Wochen an. Die Ausbreitung der Überflutung beträgt in etwa 5 Hektar. Es wird damit untersucht, ob und wie die Bereiche des südlichen Auewaldes reaktiviert werden können.

Die Flutung kommt

Aufgrund von Ablagerungen rund um den oben genannten Düker reduzierte sich die Durchflußmenge, sodass die Flutung teilweise ausblieb oder nicht in dem Maße erfolgen konnte, wie sie geplant war. Dazu kommt es immer wieder dazu, dass das Wasser nicht etwa geplant über die Mittlere Paußnitz zur Flutung verwendet werden konnte, weil der Wasserstand schlicht nicht ausreichte, da unkontrolliert Wasser in die Untere Paußnitz abgeflossen ist.

Das wird alles von Menschenhand erledigt. Darum lag die Vermutung nahe, dass eine technische Störung vorlag. Allerdings ist es wohl so, dass der Abfluß in die Untere Paußnitz durch eine Metallplatte versperrt wurde. Und die wurde im letzten Herbst gestohlen. Das sagte Angelika von Fritsch, Leiterin des Umweltamtes, der Leipziger Internetzeitung. Man habe dann versucht, mit Holzbohlen das Abfließen zu verhindern, aber das war nicht ausreichend. Der Bereich des Leipziger Auewaldes namens Beipert wurde nicht ausreichend geflutet.

Jetzt soll die Flutung neu organisiert werden. Mitten im Waldteil namens Ratsholz existiert ein Deich, der geschlitzt werden soll. Dadurch bestünde wohl die Möglichkeit einer “quasinatürlichen Hochwassersituation”. Und diese Variante wird nun seit Mitte April letzten Jahres diskutiert und befindet sich in einer Machbarkeitsstudie. Das Projekt wird nun als “Dynamische Aue” bezeichnet und soll als Ausgleich für Deichholzungen dienen.

Bis dahin wird wohl der Abfluß in die Untere Paußnitz durch Sandsäcke eingedämmt. Damit soll dann erreicht werden, dass die bisherige Flutung des Beipert und der Paußnitz doch noch stattfinden kann.

Wissenswerte Links und Informationsquellen

  • Leipzig, das Dorf – Die Paußnitz (mit vielen Fotos)
  • Leipzig, das Dorf – Elsterfluthochbett (mit vielen Fotos)
  • Leipzig, das Dorf – Flußlauf der Weißen Elster (Dokumentation mit vielen Fotos)
  • Wikipedia – Paußnitz
  • Wikipedia – Batschke
  • Leipziger Internetzeitung – Paußnitzflutung fällt auch 2012 nicht aus: Metallsperre geklaut, Sandsäcke sollen helfen

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