Skip to main content
Das Hafenbecken Lindenau mit Resten der Wirtschaft Das Hafenbecken Lindenau mit Resten der Wirtschaft

Leipzig-Ecken: Hafentor Leipzig-Lindenau

This entry is part 20 of 21 in the series Leipzig-Ecken

In Leipzig hängen sie der irren Idee nach, unbedingt eine Hafenstadt zu werden. Und dieser Hafen soll unbedingt ein Wohngebiet und auch eine Marina bekommen. In Leipzig wird ein komplett neuer Stadtteil aus dem Boden gestampft. Geworben wird mit „Wasserblick“ und derartigem. Und es ist völlig unerheblich, was aus der Natur wird. Man braucht Wohnraum. Dringend!1!!elf! Koste es, was es wolle. Auch für die Heerscharen von Mietern. Bevor alles am „Hafentor“ zugepflastert ist, habe ich ein paar Fotos gemacht. Für die Nachwelt, sozusagen.

Hafentor ist, wo Stadtentwicklung verfehlt wird

Angeblich gehört der Lindenauer Hafen zu den „großen Potentialräumen“ von Leipzig. Das war der Stadt wahrscheinlich jahrzehntelang gar nicht aufgefallen. Irgendwann wurde mal ein Kanal nach Lindenau gebuddelt, der aber nie fertig wurde. Der Hafen wurde sich selbst überlassen. Und dann kam man auf die Idee, aus dem verwitterten Gebiet einen neuen, prosperierenden Stadtteil zu bauen. Mit – so viel war schnell klar – Häusern und Wohnungen, die so teuer sind, dass sie die Wohnungsnot ganz sicher nicht bekämpfen können.

Na klar, ein Wohnungsmix wurde angestrebt. Aber was wir sahen, als wir neulich dort waren, waren elitär wirkende Stadtwohnungen. Von dem, was die Studie der Stadt mal zeigte, ist nicht mehr viel übrig. Und die Stadtverwaltung hat es jetzt völlig aus den Augen verloren, dass die Stadt deshalb ihren eigenen Charme hat, weil alles irgendwie unfertig und nicht auf Hochglanz poliert aussieht. Mitten in die Industriebrache des Lindenauer Hafens bauen sie nun also dieses Viertel. Dicht an dicht werden die Häuser stehen. Nichts mit Wasserblick.

Es ist schade. Wir sind durch unberührte Natur gestapft, die sich ihr Gelände zurück erkämpft hatte, nachdem niemand Interesse am Hafen angemeldet hatte. Wir haben Insekten beobachtet und wilde Blumen gesehen. Wenn sie dann fertig sind mit dem Raubbau, dann ist zwar ein neuer Stadtteil entstanden. Aber der Natur wurde mal wieder Lebensraum genommen. Hauptsache, die Eigentumswohnungen werden schnell verkauft. Aber so lang noch Natur dort zu finden ist, sollte man sie sich anschauen.

Das Hafentor und die Natur

Jedes Bild ist anklickbar, sodass man es sich auch größer anschauen kann. Wer weiß, vielleicht sieht die gesamte Gegend im Frühling schon völlig anders aus. Jedenfalls muss sich die Natur einen neuen Lebensraum suchen, weil man mit Premium-Wohnraum Profit generieren will und den knappen Wohnraum vorschiebt. Das hat die Stadt Leipzig mit den Investoren super hinbekommen.

Series Navigation<< Leipzig-Ecken – Der Volkspark KleinzschocherLeipzig-Ecken: Oktober-Sommer am Störmthaler See >>

Verteilen Sie diese Erkenntnis doch einfach wie 3 andere auch

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

One thought to “Leipzig-Ecken: Hafentor Leipzig-Lindenau”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.