Leipzig: Es gibt viel zu bloggen

In Leipzig gibt es alles mögliche zu erleben und zu bloggen. Es gibt gute Seiten, Dinge zum Kopfschütteln, was man auch immer will. Die Stadt ist enorm vielseitig. Und wie könnte es anders sein, es gibt eben auch enorm viele Blogger, die über und aus Leipzig schreiben. Ich bin so einer. Aber irgendwie sagt man sich, dass man doch nicht auch noch in den immer gleichen Kanon einsteigen muss und zu Leipzig schreiben muss. Oder? ODER?

Leipzig als Blogthema?

Als ich vor 75 Jahren in Leipzig ankam, sprach alle Welt von Goethe und Schiller. Denn die wussten es besser als all die, die dafür gesorgt haben, dass die Stadt in Schutt und Asche gelegt wurde. Der Zweite Weltkrieg lag gerade in den letzten Zügen, Deutschland auch. Und nach Kriegsende sollte Leipzig ein Musterschüler werden, ohne es jedoch am Primus Berlin vorbei zu schaffen.

Ja, das ist lange her. Leipzig ist inzwischen eine prosperierende Metropole mit um die sechshunderttausend Einwohnern. Wir haben hier viel Dienstleistung. Gut und schlecht bezahlt. Eher schlecht. Denn sogar nur im ostdeutschen Durchschnitt könnte man in anderen Städten mehr verdienen als hier. Aber macht das nun Leipzig zu einem Blogthema? Was denken denn andere dazu?

Mir kann es ja eigentlich egal sein, was andere denken. Denn ich lebe hier gern. Und ich arbeite hier, habe hier mein Privatleben und betreibe meinen Blog. Ich habe mich gefragt, ob es nicht doch eine gute Idee wäre, mehr über seinen Heimatort zu schreiben. Und ich glaube, das gehe ich nach und nach an.

Ist Heimat so eine gute Idee?

1945 endete der Zweite Weltkrieg, 1918 der erste. Beide waren grauenvoll. Und irgendwie ist man dann auf die Idee gekommen, das Wort „Heimat“ zu verbannen oder die Heimat-Sager als „Nazi“ zu beschimpfen. Leipzig liegt ja bekanntlich im Osten, also in Sachsen. Sachsen, warte mal, da war doch was. Ach ja, die „Wir sind das Volk“-Brüller von PEGIDA. Glauben Sie mir ruhig, die sind bestimmt nicht das Volk, nicht mal das sächsische Volk.

Dennoch ist es irgendwie eigenartig, als Sachse das Wort „Heimat“ zu benutzen. Aber was ist denn Leipzig sonst für mich? Ich bin bestimmt kein Nazi. Das klappt schon mal anhand meiner Biografie nicht. So mit einer Mutter aus Böhmen, einem Vater aus dem Elsaß, einem halb-usbekischen Onkel, einem halb-(nun ja)-afrikanischen und einem halb-mongolischen Cousin usw. Und ein Teil dieser bunten Sippschaft hockt nun einmal in Leipzig.

Und deshalb ist das auch irgendwie „Heimat“. Und das Wort darf ich auch verwenden. Wer will mir das denn verbieten? Und warum sollte ich nicht über meine Heimat auch bloggen? Oben habe ich einen Link zu einem Artikel hinterlegt, in dem ich das noch näher ausführe und auch Beispiele bringe. Ich finde, das hat eine Stadt wie Leipzig einfach mal verdient.

Ja, ich weiß…

Na klar, ich hatte mich schon mal dazu ausgelassen. Aber jetzt mache ich das mit mehr Entschlossenheit. Themen wie das europäische Urheberrecht oder so interessieren scheinbar nicht wirklich viele Menschen, obwohl es eigentlich jeden betrifft. Und ich will mich darüber nicht mehr aufregen. Deshalb mache ich mehr mit Leipzig rum. Denn Leipzig ist einfach mal ein Thema, das nicht groß genug sein kann.

Ich hatte den Artikel eigentlich als Artikel für einen Gemeinschaftsblog gedacht. Allerdings kommen die Betreiber gar nicht auf die Idee, neue Artikel zu veröffentlichen. Das betrifft nicht nur mich. Und deshalb habe ich den nun hier veröffentlicht.

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2 Kommentare

  1. Ich finde das Klasse wenn Du mehr über Leipzig schreibst.
    Ich bin in Leipzig geboren vor 55 Jahren und kenne die Stadt eigentlich gar nicht in Ihrer gesamten Ausdehnung.
    Weder vor der Wende noch jetzt.
    Aufgewachsen und immer noch wohnhaft in der Südvorstadt.
    Dort nur wenig rausgekommen, ab und zu mal auf eine Baustelle in Möckern, Thekla, Zschocher oder sonstwo.
    Mal am WE irgendwohin zu einer Veranstaltung, aber nichts um zu sagen,
    ich kenne die Stadt.
    Man ist halt meistens auf seine unmittelbare Umgebung fixiert, da hat man alles was man braucht.im Umkreis von 1 km.
    Quasi sein Dorf in der Großstadt.
    Zur Zeit arbeite ich in Grünau Mitte, da war ich quasi vorher noch nie……
    Inzwischen wurde in 30 Jahren oviel gebaut in Leipzig dass ich wenn ich in eine Gegend komme wo ich noch nie oder ewig nicht war nicht sagen kann,
    ist das neu oder wie sah das 1990 hier aus.
    Das geht mir sogar so weit ich nicht mehr weiß, was vor 30 Jahren in einem Haus um die Ecke für Läden waren.
    Da ist jetzt eine Kneipe drin, die Kellnerin sagt, hier war schon immer eine.
    Bin schon 20 Jahre hier.
    Ich, mag ja sein, wenn hier aber 1990 schon eine war, wäre ich drin gewesen…..
    Zu der Zeit war ich in jeder Kneipe in meinem Viertel mal drin.

    1. Ja, ich bemühe mich, mehr auf meine Heimatstadt einzugehen. Da gibt es viele Geschichten zu erzählen. Und das mit der Kneipe um die Ecke: Genau so muss man das machen, wenn man in einem neuen Viertel heimisch werden will. Wie soll es denn sonst gehen?

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