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Leipzig: Kampf ums Rathaus in zweiter Runde – Achtungserfolg für Feiertag

Wie sich nach der Oberbürgermeisterwahl gestern das Ergebnis gestaltete, habe ich ja gestern geschrieben. Heute ist es nun an der Zeit, noch einmal etwas über die meiner Ansicht nach beste Alternative für den Oberbürgermeister, nämlich Dirk Feiertag, zu schreiben.

Ich kenne niemanden in Leipzig, der mit der Amtsführung von Burkhard Jung zufrieden ist. Und ich habe viel Antipathie gegenüber Horst Wawrzynski mitbekommen. Wie ist es dann möglich, dass beide mit großem Abstand die meisten Stimmen holen konnten? Wie kann man so unzufrieden sein und dann die gleichen Leute wieder wählen?

Sicher, der Oberbürgermeister kann nicht alle Geschäfte einer Großstadt wie Leipzig leiten. Aber er ist ja doch der Moderator. Und Burkhard Jung hat eben sein Prestige-Objekt Lindenauer Hafen, wofür er auch viel Kopfschütteln geerntet hat.

Warum schaut man sich nicht eher mal eine wirkliche Alternative an? Wo René Hobusch verkündet, “Galopp für den Amtsschimmel” einziehen zu lassen, kommt Dirk Feiertag z.B. daher und will die Stadt tatsächlich politisch erneuern. Knapp 12.000 Leipzigerinnen und Leipziger fanden diesen Weg durchaus passabel. Aber das sind viel zu wenig.

Darum möchte ich hier einmal ein paar O-Töne von Dirk Feiertag, seinem Team und den unterstützenden Organisationen verwenden, um noch einmal den Blick auf den sympathischen Rechtsanwalt zu schärfen. Die O-Töne stammen aus einer Pressemitteilung, die mir vorliegt.

Dirk Feiertag zum Wahlergebnis:

Ich bedanke mich für das große Vertrauen, das mir so viele Leipzigerinnen und Leipziger entgegengebracht haben. Das respektable Ergebnis zeigt, in unserer Stadt sehnen sich viele Menschen nach einer Kommunalpolitik, die transparent und offen arbeitet, die Bürgerschaft an den wichtigen Fragen der Stadtentwicklung stärker beteiligt. […]

Während meiner vielen Gespräche mit den Leipzigern habe ich immer wieder festgestellt, dass die Politikverdrossenheit zu großen Teilen eine Parteienverdrossenheit ist. Viele Menschen wünschen sich eine an Sachfragen orientierte, bürgernahe Kommunalpolitik jenseits der Fraktionsgräben.

Dirk Feiertag über sein Team und die Wirkung des Internet mit den sozialen Netzwerken:

Das Internet wird immer wichtiger. Wir haben dezentral, flach und in einem breiten Netzwerk gearbeitet, das wäre undenkbar gewesen ohne Online-Werkzeuge wie E-Mails, Dateien in der Cloud, gemeinsame Textbearbeitung und Chats. So konnten wir auch ohne großes Budget und plakative Materialschlachten viele Bürger/-innen überzeugen, und zwar mit unseren Inhalten und unserem ehrlichen Engagement für Leipzig. Deshalb auch ein großes Lob an das gesamte Team: Ihr wart einfach Spitze!

Es ist nicht weiter überraschend für das Team von Feiertag, dass es entgegen einer Umfrage in der Leipziger Volkszeitung nun doch zu einem zweiten Wahlgang kommt. Und nachdem die Wahlbeteiligung bei rund 40% lag, kann ein Ergebnis von rund 40% für Amtsinhaber Burkhard Jung diesen nicht wirklich zufrieden stellen. Daher erklärt auch Karsten Kietz, der Vorsitzende der Wählervereinigung Leipzig:

Der Wechsel ist möglich. Sieben weitere Jahre Burkhard Jung als OBM wären ja auch eine Katastrophe für die Stadt. Ich fordere alle Seiten auf, jetzt an einem Strang zu ziehen.

Das sieht der Vorstandssprecher des Neuen Forums, Carl Jesche übrigens ähnlich:

Entscheidend wird sein, ob die Leipziger das Lagerdenken aufgeben und tatsächlich politisch etwas wagen wollen. Für mich ist Dirk Feiertag weiterhin die erste Wahl.

Der Achtungserfolg von Dirk Feiertag stimmt auch den kommissarischen Vorstand der Leipziger Piraten, Hartmut Thomas, positiv:

Der spannende Wahlkampf mit dem Feiertag-Team hat vielen Piraten neue Energie gegeben, Die Mannschaft ist zusammengewachsen. Auf diesem Erfolg können wir aufbauen.

Wer also außerhalb von irgendwelchen politischen Lagern denkt und stattdessen möchte, dass sich der Oberbürgermeister mit der Bürgerschaft kurzschließt, der kommt beim zweiten Wahlgang gar nicht um Dirk Feiertag herum.

Ich wollte nie Wahlwerbung machen. Mir liegt auch fern, dies jetzt zu tun. Aber die “Ganz Große Koalition” im Rathaus muss beendet werden. Prestigeprojekte dürfen nicht dem Ansehen der Elite sondern müssen der Gesamtbevölkerung zugute kommen. Und Sicherheit kann auch durch bürgerliches Miteinander erfolgen. Dafür müssen die Sinne geschärft werden, nicht für mehr Überwachung und für einen Hafen, den niemand braucht.

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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