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Leipzig: Keine Abkehr von Brücke quer durch die Idylle

Es gibt im Großraum Leipzig eine wahre Idylle. Eigentlich viel zu schade für Straßenverkehr. Diese Idylle wurde schon von der DDR gestört. Nun kommt es aber noch dazu, dass diese Störung nicht etwa rückgängig gemacht wird, sie wird erneuert.

Die Webseite Markkleeberg – Zwischen Leipzig und Neuseenland, deren Betreiber mir die freundliche Genehmigung zur Verlinkung der Fotos in diesem Artikel gab, beschäftigt sich u.a. auch mit der Leipziger Idylle agra-Park.

Idylle des agra-Parks
Idylle des agra-Parks

Diese Idylle gehört zum Leipziger Südraum und zu Markkleeberg wie – sagen wir – der Funkturm zu Berlin oder der Stachus zu Wien. Der agra-Park ist nach Sächsischem Denkmalschutzgesetz als Denkmal der Gartenkunst geschützt. Insofern sollte dieses Denkmal so gut es geht erhalten bleiben. Und dass sich das lohnt, zeigt ja schon obiges Bild. Aber was grinst uns denn links hinten im Foto an? Schauen wir mal genauer hin:

Die Hochstraße der Bundestraße B2 mitten durch den agra-Park
Die Hochstraße der Bundestraße B2 mitten durch den agra-Park

Die Bundesstraße B2 führt einmal quer durch den Park auf einer Brücke. Sie ist alt und marode. Sie soll saniert werden. Das macht sich recht praktisch, will man doch die von Chemnitz herannahende A72 sauber nach Leipzig führen. Nun gab es zwei Vorschläge:

  • Das Brückenkonzept wird beibehalten und die bestehende Brücke saniert
  • Das Brückenkonzept wird durch einen Tunnelbau ersetzt

Der Verein pro-Agra hätte gerade den Tunnel gern gesehen. Schließlich dient der agra-Park auch der Erholung. Und die ist durch den stetig steigenden Verkehr und die damit einhergehende Lärm- und Abgasbelastung beeinträchtigt.

Allgegenwärtig dominiert die Brücke den Park. Das wirkt abstoßend und mindert den Reiz der Idylle erheblich, wie auch das nächste Foto zeigt.

Die Brücke begleitet die durch den Tagebau-Betrieb begradigte Weiße Elster
Die Brücke begleitet die durch den Tagebau-Betrieb begradigte Weiße Elster

Gestern hatte die Leipziger Internetzeitung verkündet, dass der sächsische Verkehrsminister Morlok die beiden Alternativen Brückenneubau versus Tunnelneubau prüfen soll. Ich hoffe nur, ich habe mich getäuscht, als heute Morgen verkündet wurde, dass die Entscheidung pro-Brücke wohl gefallen sei. Das jedenfalls will Radio Leipzig von einem Zeitungspapierbedrucker mit großen Buchstaben erfahren haben.

Das wäre zwar die billigste Lösung, aber billig ist nicht immer gut. Es geht schließlich um Kultur. Und die darf nicht unter den Tisch fallen. Sonst haben wir bald noch viel weniger Idylle.

Gestörte Idylle mit Teichen und leider auch mit der Brücke
Gestörte Idylle mit Teichen und leider auch mit der Brücke

Informationsquellen:

  • Markkleeberg – Zwischen Leipzig und Neuseenland – Verein pro-Agra
  • L-IZ – Zoff um Tunnel oder Brücke: Straßenbauamt Leipzig und Verkehrsminister sollen Alternativen an B 2/B 95 prüfen
  • Radio Leipzig -Entscheidung zu B2-Brücke offenbar gefallen

Bildquellennachweis:

  • Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung Sebastian Poster, Markkleeberg – Zwischen Leipzig und Neuseenland

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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