Nachhaltigkeit: Reichen Windparks denn aus?

Wir werden nicht müde zu betonen, dass Windkraftanlagen und Solarkraftwerke nachhaltig seien und damit die Energiewende geschafft werden kann. Stimmt das? Oder könnte es sein, dass wir es viel zu einfach machen und Windparks einfach mal nicht ausreichen? So gern ich das mit dem Umstieg auf eine umweltfreundliche Energie auch sehe, es bleiben halt Fragezeichen.

Werden Wind- und Sonnenenergie überschätzt?

Bisher sah man es wie einen Gralsbringer an, dass sich jemand die Windkraftanlagen ausgedacht hat. Wir müssen nur genügend Storchenhäcksler aufstellen, dann wird schon alles gut. Aber die Erde und die dazugehörige Atmosphäre sind zusammen so etwas wie ein Perpetuum Mobile. Wenn man hier erzählt, dass man Energie fördert, dann ist es doch vielmehr, dass Energie geerntet wird. Und die fehlt dann woanders. Was wäre denn, wenn man feststellen würde, dass das einzige Stützen auf Wind und Sonne ein Trugschluss wäre?

Klar, es ist schon richtig, aus Kohle und Kernkraft auszusteigen. Aber müsste man nicht auch noch mehr machen? Wenn man schon einmal dabei ist, könnte man sich doch auch damit beschäftigen, im Konsum umzudenken und über Einsparmöglichkeiten nachzudenken. Wer sagt denn, dass die Sonne immer für alle da ist, weil sie halt scheint? Wenn wir Sonnenenergie sammeln und speichern, dann fehlt sie vielleicht der Pflanzenwelt. Ich bin kein Experte, aber ich habe mal in der Schule gelernt: Energie kann nicht durch nichts entstehen und kann auch nicht verloren gehen.

Am Ende ist es so, dass man ja der Natur nur die Energie wegnehmen kann, die zu viel da ist. Aber kann es zu viel Wind, zu viel Sonnenenergie, zu viel Wasserkraft geben? Die Energie, die zur Verfügung steht, ist ein wertvolles Gut. Auch wenn man davon redet, dass das die erneuerbare Energie ist: Zum Zeitpunkt X steht eine Menge Energie zur Verfügung. Wenn durch Windkraftanlagen oder Sonnenkollektoren Energie abgezweigt wird, muss noch so viel vorhanden sein, dass es genug für die Welt ist.

Man muss umdenken

Die Ozeane sind voll von Plastikmüll. Etwa 100 Millionen Tonnen Plastikmüll schwimmen dort herum. Plastikverpackungen wachsen nicht einfach so auf den Bäumen. Die müssen hergestellt werden. Diese chemischen Prozesse verbrauchen einen ganzen Batzen Energie. Wenn man das nur um 10% reduzieren könnte, wäre doch schon viel gewonnen, oder? Und es gibt eine ganze Menge weiterer Wege, um Energie zu sparen. Da erzähle ich noch nicht einmal etwas davon, vom Diesel aufs Elektroauto umzusteigen.

Muss der Fernseher im Standby laufen? Bewegungsmelder am Haus müssen auch nicht das Grundstück hell erleuchten, weil ein streunender Hund am Zaun vorbei läuft. SmartHome halte ich auch für nicht intelligent genug, sich komplett auszuschalten, um dann nur bei Bedarf zu funktionieren. Aber weil ich es ansprach: Ist das Elektroauto nicht ein kolossal gutes Argument, sich nicht mit einer persönlichen Energiewende zu beschäftigen? Durch Elektromobilität wird suggeriert, die Umwelt zu schützen. Dann kann man schon mal mit dem Tesla zum Briefkasten und zurück fahren.

Geht das überhaupt?

Ich wäre dafür, dass es nur noch Supermärkte gibt, in denen das Fleisch nicht abgepackt, sondern an einer Theke verkauft gibt. Ich weiß nicht, wer sich das hat einfallen lassen. Es ist schlichtweg eine Unsitte, das Fleisch eingeschweißt zu verkaufen. Wenn man dann noch die anderen Nahrungsmittel im gleichen Supermarkt mitnimmt und dann verzehrt, kommt schnell eine Mülltüte pro Tag an Plastikmüll zusammen.

Ich denke, wenn man hier umdenkt und weniger Nahrung in Plastikverpackungen kauft, ist schon einiges gewonnen. Vermutlich ist das ein längerer Prozess, derart umzudenken und nicht nur den Tesla statt des Golfs in der Garage stehen zu haben. Es gibt da sicherlich keine allgemein gültigen Thesen. Aber kann man es nicht versuchen, ein paar Takte über seine eigene Energiewende nachzudenken? Jeder kann seinen Beitrag leisten. Die Windräder reichen dafür einfach nicht aus.

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2 Kommentare

  1. Henning, du sprichst mir absolut aus der Seele.
    Nicht nur, dass die Anlagen Energie liefern, können sie doch unserer Natur schaden. Wenn Windparks in der Nordsee gebaut werden, belasten sie die dort lebenden Meeresbewohner, wie die Seevögel und die Schweinswaale. Meine Meinung zu über den gesteigerten Konsum und was das für unsere Mutter Natur bedeutet habe ich in meinen Artikeln „Konsumieren bis die Erde bricht“ geschrieben. http://energie.finde-dich-selbst.net/konsumieren-bis-die-erde-bricht/#Konsumieren_bis_die_Erde_bricht
    Auf dem Blog kann sich der Leser dann auch mein e-book mit den wichtigsten Energiespartipps holen. Ich verschenke es dort, damit jeder etwas zum Schutz unserer Erde beitragen kann.

    Liebe Grüße
    Frank

  2. Das mag ein Schritt in die richtige Richtung sein, verkennt aber grundsätzliche Probleme der Energiewende. Der Stromverbrauch ist über Wind- und Solarenergie bei uns nicht zu decken, weil allein der Flächenverbrauch zu groß ist, ganz zu schweigen von der Zerstörung der Landschaft.
    Dies gilt insbesondere dann, wenn irgendwann Millionen von Elektroautos hinzukommen sollten. LG Peter

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