Wie sagt man doch so schön? Hoffentlich seid ihr gut reingerutscht. Oder so ähnlich. Reden wir jetzt aber mal über das Thema Neuanfänge. Vorhin ging mein Newsletter mit den Blogartikeln aus dem Dezember raus. Und da habe ich geschrieben: „Jedem Anfang wohnt ein Anfang inne“. Natürlich war das Spaß, aber halt auch wirklich so gemeint. Ich bin nicht so sehr der Klopfer von Kalendersprüchen. Deshalb fand ich das auch so witzig. Und es stimmt ja: Was ist denn außer einem Anfang in einem Anfang enhalten?
Der Januar: Das Tummelfeld für vorsätzliche Abbrüche
Na, wollt ihr es dieses Jahr mal so richtig wissen? Wollt ihr Neuanfänge? Echt jetzt? Diese Entschlossenheit beeindruckt mich immer wieder. Und zwar so lang, bis die guten Vorsätze bei 90% der Menschen in Rauch aufgehen. Mein einzig guter Vorsatz ist, dass ich halt kein Arschloch sein werde. Das habe ich alles längst hier im Blog ausgekaspert, darauf muss ich nicht eingehen. Aber das ist ein Ziel, was jedem zivilisierten Menschen erreichbar sein sollte, oder?
Aber sonst ist doch das, was zwischen Alkohol, Bleigießen und Kriegsspielen im Vorgarten so als Neuanfänge ausgeschwafelt wird, eher für nichts gutes tauglich. Ich weiß nicht, wozu man so etwas überhaupt macht. Man kann sich natürlich vornehmen, mehr Sport zu treiben, für den man dann unterm Strich eh zu wenig Zeit hat. Auch kann man sich eine gesündere Ernährung vornehmen, nur um dann beim nächsten Einkauf wieder die Kartoffelchips mitzunehmen. Man weiß ja nie, nicht wahr?
Und so spielt uns der Januar immer wieder lustige Späße. Die spannende Frage ist allerdings: Braucht man dafür jetzt unbedingt den Januar? Oder kann man auch in anderen Monaten an seinen Vorsätzen scheitern? Diese ganzen Neuanfänge sind nichts wert, wenn sie im Rausch der Silvesternacht gemacht werden. Sie haben keinerlei Halbwertzeit. Gesünder und bewusster leben? Das muss ich mir nicht vornehmen. Ich muss damit halt anfangen. Und das sind dann echte Neuanfänge.
Sucht euch passende Neuanfänge
Wir können jetzt noch eine halbe Stunde länger über das Scheitern bei Neujahrsvorsätzen philosophieren. Was bringt das? Genau: Nichts. Was bringt mehr? Wenn ich mit Neuanfängen zu tun habe, dann zu einem Zeitpunkt, der mir passt. Gut, ich habe im vorigen Januar angefangen, wieder mehr als Blogger zu bloggen. Das war aber nur ein zeitlicher Zufall. Aber mit meiner Musik habe ich irgendwann während der Pandemie wieder angefangen, mitten im Jahr, weil mir danach war.
Und mit der Gesundheit? Du willst dich mehr bewegen? OK, du hast Muskeln im Körper, die du bewegen kannst. Ich bin halt einfach irgendwann losgelaufen. Laufen, nicht rennen oder joggen. Weil mir danach war. Und das habe ich mehr oder weniger beibehalten. Weil mir das gut tut und ich keinem irgendwas beweisen muss. Gesünder ernähren? Nimm halt einfach was passendes beim nächsten Einkauf mit, was dir schmeckt, aber nicht deine inneren Organe explodieren lässt. Du brauchst kein Neujahr dafür.
Die Anju schreibt in ihrem Blog dazu passend: Das muss nicht laut sein, kein großer Knall, kein großes Vorhaben. Das muss nicht geplant sein. Sie hat dabei vollkommen Recht: Das nimmt einfach mal einen ganzen Haufen Druck aus der Nummer. Sagt euch nicht am 31.12. kurz vor Mitternacht, dass das die letzte Zigarette ist. Denn die nächste folgt beim Feuerwerk. Mir hatten die Kippen nicht mehr geschmeckt, das war mal in einem Oktober. Niemand braucht einen bestimmten Tag für sowas.
Ohne Schaden etwas ändern
Jaja, ich könnte hier noch stundenlang weitermachen. Wir haben uns neulich mal einen Expander gekauft, und es geht auch immer weiter mit unserem Heimtrainer. Das sind so Sachen, wenn du die zusätzlich zu deiner sowieso stattfindenden Bewegung mit einbaust, die helfen dir dann in jedem Fall weiter. Ich will mich aber auch nicht verausgaben. Also immer so, wie wir Lust haben. Alles ohne Druck und ohne so Dinge, die zum Burnout führen.
Wenn du also irgendwas machen willst und es dann Neuanfänge nennen willst, dann tu es einfach. Aber halt mit realistischen Gedanken und nicht zwischen Blitzknallern, Sektflaschen und Silvester-Durcheinander. Das braucht keine Sau. Das ist alles gar nicht so schwer. Es reichen die kleinen Dinge, es muss nicht der riesige Vorsatz sein. Na klar, bei mir müssen noch 30, 40 kg runter oder so. Aber soll ich DAS als Ziel nehmen? Das erreicht niemand. „In Bewegung bleiben“ stattdessen schon.
Es muss ja unterm Strich immernoch Spaß machen. Wenn das nicht so sein darf, nimmt man als Mensch Schaden. Tjoar, und dann ziehst du das halt auch nicht weiter durch. Neuanfänge sind auch immer gut dafür, dass man sich vor Augen hält, wieso man „früher“ nix durchgezogen hat. Es könnte an den Zielen, am fehlenden Realismus und am Druck gelegen haben. Tut euch was gutes. Das ist immer besser, als dass ihr euch unter Druck setzt. Dann brecht ihr eure Vorsätze auch nicht ab.






Wie im Rückblick schon geschrieben: Ich bin kein Freund von Neujahrsvorsätzen. Die sind bei mir meistens zum Scheitern verurteilt. Beim Henning habe ich aber gerade seinen Vorsatz gelesen: Mein einzig guter Vorsatz ist, dass ich halt kein Arschloch sein werde. Das gefällt mir. Ich ergänze das noch mit: Euch allen ein gutes neues Jahr!
Danke, guter Ansatz. Sehe ich genauso. Wenn ich etwas in meinem Leben ändern will, mache ich es sofort. Und nicht an einem 1. Januar irgendeines kommenden Jahres ;-)
Ich wünsche Euch alles Gute im neuen Jahr.
Ralf
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