Ökonomen ziehen sich zurück

Nachdem im Februar bereits Axel Weber im Februar zurückgetreten ist, folgte ihm nun der EZB-Chefökonom Dr. Jürgen Stark. Überraschung macht sich breit.

Nun geht es also ans Eingemachte. Da werden Rettungsversuche versucht durchzuboxen, koste es was es wolle. Wem es nicht passt, hat Pech gehabt. Auf sinnvolle Diskussionsbeiträge wird gar nicht eingegangen. Und das alles zum Wohle einer europäischen Gemeinschaft, die es allmählich nicht mehr wert ist, so bezeichnet zu werden.

Da gibt es Staatsanleihekäufe der Europäischen Zentralbank. Und die sind vor allem in Deutschland höchst umstritten. Mit diesen Ankäufen sollen marodierende Volkswirtschaften wie Griechenland auf Teufel komm raus gestützt werden.

Dr. Jürgen Stark - 2007 - Foto EZB - laut Wikipedia zur freien Verwendung

Brav, wie er ist, hat aber Jürgen Stark angegeben, es würde sich um persönliche Gründe handeln, weshalb er seinen Posten hinschmeißt. Trotzdem ist der Finanzwelt völlig klar, dass der Grund das eben genannte Zerwürfnis ist.

Nun ja, den Rücktritt hat die Notenbank inzwischen bestätigt und sich auf lapidare “persönliche Gründe” gestützt. Wie gesagt, niemand an den Finanzmärkten glaubt ernsthaft an diese Gründe.

Starks Nachfolger wird der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Jörg Asmussen. Wir wünschen ihm alle viel Glück für diese Aufgabe. Oder?

Aber Obacht, lieber Herr Asmussen, der Posten ist ein heißes Pflaster: Stark gehört zu den heftigsten Kritikern der Staatsanleihenkäufe, mit denen die EZB seit Mai 2010 Problemländer wie Griechenland stützt. Und deutsche Notenbanker haben es momentan in der EZB nicht sonderlich einfach. Das liegt aber möglicherweise an unserer lieben Frau Bundeskanzlerin.

Vielleicht sollte die deutsche Politik einfach mal auf das hören, was deutsche Notenbanker erzählen. Denn die reden nicht einfach so daher. Und wenn es da Bedenken zu Rettungsmaßnahmen gibt, sollte man diese Bedenken zumindest diskutieren. Und nicht einfach stoisch anderen Ländern der Wirtschaftsgemeinschaft folgen. Wer weiß, was diese eigentlich vorhaben.

Jedenfalls ist es höchst bedenklich, was da in der EZB passiert. Man sollte wachsam sein.

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