Peer Steinbrück wird Vizekanzler

Wenn nichts mehr schief geht, können wir davon ausgehen, dass sich im Herbst nächsten Jahres eine Große Koalition konstituieren wird. Und zwar mit Angela Merkel als Bundeskanzlerin und Peer Steinbrück als Vizekanzler.

Es ging wohl – soweit man den Blätterwald zum jetzigen Zeitpunkt überblickt – nur noch um die Wahl Steinmeier oder Steinbrück. Niedersachsen-Siggi, der Vorzeige-Papa Gabriel, wäre eh nicht angetreten. Und nun, so heißt es, steht auch Frank-Walter Steinmeier, die Gerhard-Schröder-Gedächtnispuppe, nicht mehr zur Verfügung.

Nun heißt also das Duell: Pfarrerstochter Angela Merkel gegen Gelegenheitsraucher Peer Steinbrück. Und der Titel dieses Artikels sagt ja schon aus, welches Ergebnis ich vermute. Angela Merkel wird weiter Kanzlerin bleiben und Peer Steinbrück ein würdiger Vizekanzler.

Das wäre an sich keine schlechte Option. Wirtschaft und ausländische Politik bescheinigen Merkel ein äußerst gutes Krisenmanagement. Ich denke eben auch, dass mit einem anderen Staatslenker Deutschland mit einem wesentlich größeren Schaden durch diese immense Krise schaukeln würde. Und Steinbrück als brillianter Denker und Wirtschafts- und Finanzexperte könnte endlich Wolfgang Schäuble ins Ahnenteil der deutschen Politik schicken.

Für mich stehen schon einmal ein paar Positionen fest, wenn die Konstellation der großen Koalition wirklich kommen sollte. Und das wären folgende:

  • Bundeskanzler: Das bleibt natürlich Angela Merkel (CDU)
  • Wirtschaft und Finanzen: Peer Steinbrück (SPD); wenn 2 Ministerien bleiben, müssen wir wohl weiter mit Schäuble leben (CDU)
  • Umwelt: Peter Altmeier – das Thema „Energiewende“ ist zu wichtig, als dass das jemand neues wieder übernehmen sollte (CDU)
  • Bildung und Forschung: Edelgard Bulmahn – sie hat das schon mal unter Schröder getan (SPD)
  • Familie: Kristina Schröder (CDU) oder womöglich gar Andrea Nahles (SPD)
  • Arbeit und Soziales: Uschi VDL, also die Frau von der Leyen (CDU)
  • Justiz: Brigitte Zypries (SPD)
  • Auswärtiges Amt: Gernot Erler (SPD)
  • Innen: Ich hoffe, der Friedrich hat sich dann erledigt. Wenn ja, wäre es wohl Christine Lambrecht (SPD)
  • Verbraucherschutz: Ilse Aigner (CSU)
  • Verteidigung: wahrscheinlich wird das weiter der Thomas de Maizière (CDU) machen
  • Gesundheit: Elke Ferner (SPD)
  • Entwicklung: Hubertus Heil (SPD), den muss man in der Welt herumschicken, tut dem Niebel ja auch gut
  • Bundeskanzleramt: Ronald Pofalla (CDU)

Ob das nun so kommt, wage ich zwar zu bezweifeln. Aber die Chancen, eine große Koalition durchzuziehen, sind nach der Bekanntgabe des Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück sehr stark gestiegen. Und das Gespann Merkel – Steinbrück wäre wahrscheinlich auch sinnvoll. Es wird wahrscheinlich sogar besser funktionieren als das Gespann Merkel – Müntefering, ganz zu schweigen von Merkel – Rösler.

Harren wir also der Dinge, die da kommen. Es kann ja eigentlich nur stabiler werden.

Und warum jetzt eigentlich nicht Peer Steinbrück als Bundeskanzler? Oder eine schwarz-gelbe Fortsetzung? Nun ja, dagegen gibt es einige Gründe, die da aus meiner Sicht in etwa die wären:

  • Die Union ist in Umfragen immer stärker als die SPD
  • Die SPD könnte mit den Grünen derzeit keine Mehrheit schaffen
  • Die SPD wird einen Teufel tun und als dritte Kraft auch noch die Linken mit in eine Regierung zerren, nicht auf Bundesebene
  • Merkel hat sich als Krisenmanager bewiesen. Das sagen Umfragen, Analysen und Medienberichte
  • Und die Euro-Krise hört nicht einfach nach der Bundestagswahl auf
  • Es ist illusorisch, dass Merkel das Experiment mit dem Rösler-Kindergarten fortsetzen will
  • Und selbst wenn, es würde laut aktuellen Umfragen keine Mehrheit zustande kommen
Aus diesen Gründen sehe ich derzeit nichts anderes als eine große Koalition unter Führung von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Peer Steinbrück nach der nächsten Bundestagswahl auf Deutschland zukommen. Und mal ehrlich, bei den derzeitigen Wirtschafts-, Finanz- und Politikverhältnissen ist das nicht mal etwas schlechtes.

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