Rauhnächte: Altes loslassen

Bevor wir das Jahr abschließen, gibt es die so genannten Rauhnächte. Ich habe dazu auch irgendwann mal den Begriff „Die Zwölfe“ mitbekommen. Es scheint aber grundsätzlich das Gleiche zu sein. Diese Periode wird immer so als mystische Zeit angesehen. Es ist die so genannte „Zeit zwischen den Jahren“. Und ich habe mich erst gefragt, was es denn damit auf sich hat. Aber es ist genau diese Zeit. Also: Lassen wir einfach mal los. Was kann da schon schlimmes passieren?

Wieso denn Rauhnächte?

Was liest man alles so über diese Zeit, die man als Rauhnächte bezeichnet! Es sei die Phase, in der das Tor zur Anderswelt offenstehen würde. Und all dieser Kram. Wie ihr wisst, bin ich jetzt kein so wahnsinnig mystischer Mensch. Aber das ist dann schon recht faszinierend. Der Begriff „Rauhnächte“ scheint nämlich nicht von der Kälte im Winter her zu rühren. Sondern von etwas so ganz anderem. Vermutlich kam es nur zu Überlieferungsfehlern oder so.

Habt ihr euch schon mal gefragt, woher der ganze Hokuspokus mit den Räucherkerzen und so kommt? Das ist eine uralte Tradition, mit der das Haus ausgeräuchert wird, um die bösen Geister zu vertreiben. Das macht man in „den Zwölfen“. Das sind die 12 Nächte zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag. Und vermutlich liegt es nahe, dass „rauh“ von „räuchern“ kommt und einfach nur falsch überliefert wurde. Jedenfalls ist das wohl der Hintergrund. Aber ganz geklärt ist das halt auch nicht.

Das alte Jahr hängt in den Seilen

Nein, ich bin kein Freund davon. Aber irgendwie gibt es während der Rauhnächte so Bräuche. Das Haus auszuräuchern ist einer davon. Andere sind halt die Momente der Stille und Einkehr. Man zieht Bilanz. Deshalb gibt es auch die ganzen Rückblicke. Es ist außerdem die Zeit der Rituale, Traumdeutungen und all dem Hokuspokus. Ach ja, und in „den Zwölfen“ sollst du keine Wäsche aufhängen. Das sieht meine Frau zum Glück etwas anders.

Jedenfalls ist wohl das wichtigste Ritual, das alte Jahr in die Wüste zu schicken und die alten Geister zu vertreiben. Das macht man mit Feuerwerk. Und das ist halt heutzutage einfach nur kommerzielle Kriegsspielerei. Nachdem ich als vielleicht fünfjähriger erlebt habe, wie zu meinen Füßen ein Blitzknaller explodiert war, stehe ich dem Ganzen recht kritisch gegenüber. Aber ich finde, das muss man für sich selbst entscheiden.

Irgendwie kämpft dann das alte Jahr noch bis zum Dreikönigstag gegen das neue Jahr. Irgendwie merkt man das auch. Altes Jahr und neues Jahr verquirlen sich und hängen beide in den Seilen. Und erst nach dem 6. Januar kann man sagen, dass das neue Jahr angefangen hat. Der Tag wird dann auch als Epiphanias bezeichnet. Und ich kann mich dunkel daran erinnern, dass wir damals im Fach Russisch irgendwas vom „Jolka-Fest“ im Lehrplan hatten.

Kommt gut rüber

Lasst euch nicht den Hintern wegballern. Kommt vielleicht auch ein bisschen zur Besinnung. Und dann lesen wir uns 2026 wieder. Ist ja nicht mehr lang hin. Und wir sind ja auch schon halb durch die Rauhnächte durch. Ich fand das recht interessant, wie das wohl mit dem zu tun hat, was die Menschen, die man so kennt, treiben. Haltet die Ohren steif. Und kommt gut rüber. Aber was ist das eigentlich für ein komischer Satz? Naja.

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2 Gedanken zu „Rauhnächte: Altes loslassen“

  1. Dir ebenfalls einen guten Rutsch und ein gutes Jahr 2026.

    Und wieder was gelernt, den Begriff Rauhnächte kannte ich gar nicht. Scheint hier im Ruhrpott nicht geläufig zu sein, oder ist bisher komplett an mir vorbeigezogen.

    Antworten
    • Ja, ist durchaus möglich, dass der Begriff im Pott gar nicht verbreitet ist. Der ist irgendwie „mittelhochdeutsch“, was immer das bedeutet.

      Ich hoffe, ihr seid gut reingerutscht. Und wir drücken alle mal die Daumen, dass 2026 besser wird.

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