Starlight heißt nicht Bowling vom anderen Stern

Ein Anruf im Starlight-Bowling in Leipzig. Inhalt des Gespräches war, dass ich gern mit meiner Lebensgefährtin, einer Freundin von ihr und unserer Tochter zum Bowling kommen wollte. Wir hätten gern etwas kindgerechtes gehabt. Außerdem möchten wir gern die Preise wissen, obwohl die ja auf der Webseite stehen.

Nachdem wir wussten, dass Sonntag-Nachmittag (unser Bowling-Termin) die Bahn 14,30 € die Stunde kostet und natürlich für Kinder angepasst werden kann, sind wir also hin.

Starlight-Bowling ist ein etablierter Bowling-Anbieter im Großraum Leipzig. Auf der Internetseite sagt der Anbieter von sich: “Bowlt man in Leipzig, bowlt man bei uns!

Wir waren recht gespannt, ob dieser Werbespruch nur ein hohler Spruch war oder ob er tatsächlich zutrifft.

Also zur Anfahrt: Starlight-Bowling liegt recht praktisch im Leipziger Westen. Man erreicht das Haus mit den Straßenbahnlinien 1 und 2, wenn man diese Straßenbahnen an der Haltestelle Diezmannstrasse verlässt. Die S-Bahn fährt wohl auch in der Nähe, jedoch ist kein Haltpunkt zu sehen. Mit dem Auto erreicht man Starlight-Bowling durch die Ost-West-Tangente “Schleußiger Weg”, der an dieser Stelle Antonienstrasse heißt. Parkplätze sind vorhanden.

Wir traten in das von außen schmucke und modern wirkende Haus, das wie ein Bürokomplex aussieht. Nach der Eingangstür grinst uns eine rustikale, morsch wirkende Holztür entgegen. Nach dieser Tür wurden wir erst einmal von großer Hitze erschlagen.

Ob meine Bestellung geklappt hat, wollte ich wissen. Welche Bahn hamm’se denn reserviert, wollte die Dame wissen. Mir wurde aber keine Bahn genannt. Also gab man uns irgendeine Bahn, die so ausschaute wie jede andere. Auf meine Frage, was mit der Präparierung für Kinder sei, erhielt ich die Auskunft: Iss doch ne Bande da.

Schuhe wurden uns ausgehändigt. Im schlechten Licht war kaum zu erkennen, dass das Leder schon leicht brüchig war. Gut, nehmen wir so hin.

Was wolln’se trinken, wurden wir gefragt. Nachdem wir uns Faßbrause und Bier bestellt hatten, fingen wir also an. Meine dreijährige Tochter natürlich auch.

Leider konnten wir keine Kugel auftreiben, die leicht genug für sie war. Also schien es öfter so, dass das kleine Mädchen der Bowlingkugel hinterher flog. Natürlich landete die Kugel jedes Mal in den Seitenrinnen, hauptsächlich rechts, da da ja die entsprechende Bande gar nicht zu sehen war.

Zum Glück waren die Getränke schön kühl, sonst hätten sich unsere Gemüter erhitzt. Und das nicht nur an den Raumtemperaturen sondernn auch an der schlechten Vorbereitung der Bahn und am Zustand der Bahn an sich. Denn die Kugeln bekamen oftmals einen kleinen Drall, sodass sie oft merkwürdige Kurven zogen. Wir vermuten, dass auf der Bahn einige Unebenheiten waren.

Ich hatte dann gefragt, ob die rechte Rinne auch noch mit einer Bande präpariert werden, damit meine Tochter wenigstens die Chance hat, dass die Kugel das Ziel erreicht. Nach einigen Fummeleien im Halbdunkel hatte die dritte Servicefachkraft den richtigen Dreh raus, um die Band zum Vorschein zu bringen.

Nach einiger Zeit bestellten wir für die Kleine eine Portion Pommes. Die waren sehr frisch, nicht zu fettig und in großzügiger Menge vorhanden. Damit avancierten sie aus dem Stand für mich zum Highlight.

Auch zu erwähnen ist der Sanitärbereich. Es ist ja wichtig, dass man nicht allzu krank wird, wenn man eine Toilette benutzt. Diese Sorgen muss man im Starlight nicht haben. Sie waren sauber und gepflegt. Also auch ein großer Pluspunkt.

Als die Rechnung dann kam, wurden wir erschlagen. Was wir nicht wussten war, dass für die Schuhe extra ein Obulus berechnet wird und ab einer gewissen Zeit ein viel höherer Preis fällig wird. Und hätten wir nicht gefragt, wann unsere Zeit vorbei gewesen wäre, wäre nochmals eine volle Stunde berechnet worden.

Dieser letzte Aspekt wirft ein sehr dunkles Bild auf Starlight. Es ist meiner Ansicht nach eine unternehmerische Pflicht, auf ein Kundenrisiko hinzuweisen (Ab 17.00 Uhr kostet es nicht mehr 14,30 € sondern 19,90 €), und zwar bei Bestellung. Es ist meiner Ansicht nach auch eine Pflicht, dass darauf hingewiesen wird, dass die Schuhe extra kosten.

So fällt Starlight leider durch, wenn man sich ein preisgünstiges Familienerlebnis mit sportbegeisterten Kindern suchen möchte. Die Preise sind meiner Ansicht nach zu hoch, obwohl es noch höhere Preise gibt. Die Bahn(en) befinden sich in schlechtem Zustand und das Raumklima ist schlecht. Das ist leider nicht aufzuwerten durch gute Getränketemperaturen, saubere Toiletten (eine Selbstverständlichkeit in meinen Augen) oder gute Pommes.

Demzufolge werden wir Starlight aus unseren künftigen Überlegungen der Freizeitgestaltung heraushalten. Bowling geht bestimmt preiswerter und besser.

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