Stolz und Achtung – Falsche Eitelkeit

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Worauf sind Sie stolz? Und was bedeutet das überhaupt? Und verwenden Sie das Alles überhaupt im richtigen Kontext? Was denken Sie darüber? Stolz ist ein Wort, was häufig im falschen Zusammenhang eingesetzt wird. Gerade, wenn wir über dieses Land nachdenken, ist es schwierig, dieses Wort richtig zu verwenden. Das ist nicht schlimm, aber man muss auch Korrekturen zur Kenntnis nehmen. Passen Sie mal auf.

Was ist eigentlich Stolz?

Sie werden lachen, es ist ganz einfach. Uns hilft bei der Definition des Begriffes die gute alte Wikipedia. Denn dort steht:

Der Stolz ist die Freude, die der Gewissheit entspringt, etwas Besonderes, Anerkennenswertes oder Zukunftsträchtiges geleistet zu haben.

Wikipedia-Definition

Das ist wie im Film „Verschollen“, in welchem Chuck Noland (gespielt von Tom Hanks) nach einem Flugzeugabsturz auf einer einsamen Insel angeschwemmt wird und dort unter großen Schwierigkeiten ein Feuer entfachen kann und sich dafür feiert. Er war stolz darauf, durch Reibung Flammen hinbekommen zu haben.

Diese Emotion wird mitunter in zwei Formen unterteilt: die gesunde und die neurotische. Chuck Noland zeigt im Film einen gesunden Stolz. Die neurotische Form äußert sich in Bezug auf Dinge, die man nicht selbst erschaffen hat. Wenn jemand also stolz auf sein Heimatland ist, dann darf ich dabei erwarten, dass sie oder er etwas sinnvolles zur Gesellschaft beigetragen hat. Sonst haben wir es halt mit einem Neurotiker zu tun.

Ist es denn so einfach?

Schwarz und Weiß, hell und dunkel, gesunder und neurotischer Stolz. Ist es so einfach? Es ist zumindest einfach, diese Emotion von der Eitelkeit zu trennen. Manchmal verwechselt man das ja. Bei letzterer ist es ja so, dass man sich selbst als etwas besseres, schöneres, als etwas vollkommenes ansieht. Aber beim Stolz? Guter und schlechter? Ich weiß nicht.

Knigge meinte einmal, dass man das Ganze als eine edle Eigenschaft der Seele ansehen solle, als Erhabenheit und Würde. Und es solle ein Gefühl der Unfähigkeit, niederträchtig zu handeln, sein. Insofern ist es dann doch wieder einfach. Man kann nur stolz auf das Erreichte sein, wenn man es selbst erreicht hat. Nicht, weil anderen die Möglichkeiten dazu fehlen.

Mich macht es zum Beispiel stolz, dass es überhaupt Leute gibt, die meinen Blog zum Teil regelmäßig lesen. Ich kann das so empfinden, weil ich ja meinen Blog allein betreibe. Ich mache den Laden hier. Aber kann ich stolz darauf sein, ein Deutscher zu sein, nur weil ich zufällig hier zur Welt kam? Ja, das ist eine endlose Debatte. Aber ich meine ja nur.

Ein weniger umstrittenes Beispiel: Es gibt ja soziale Schichten. Wenn ich mich trotz fehlender Möglichkeiten von der Unterschicht in die Mittelschicht oder weiter hochgearbeitet hätte, könnte ich darauf stolz sein. Wenn ich als Sohn reicher Eltern geboren worden wäre, dürfte mich das aber nicht zu solchen Emotionen hinreißen lassen.

Achten wir uns gegenseitig

Wenn wir uns immer wieder über Werte unterhalten, die unsere Gesellschaft zusammenhalten, dann landen wir automatisch bei der gegenseitigen Achtung. Aber auch die Achtung vor sich selbst. Stolz hat nämlich auch etwas mit der Achtung zu tun. Das können wir alle im oben verlinkten Artikel in der Wikipedia nachlesen.

Und zur Achtung gehört es eben auch, dass man sich respektiert. Und dass differenziert wird. Nur, weil man in einer bestimmten Region lebt und arbeitet, heißt das nicht gleich, dass man eine bestimmte Ideologie vertritt. Ich habe es einfach satt, hierzu herunter gemacht zu werden.

Trotz all dieser Knüppel, die man da immer wieder bekommt, muss man für sich eine gewisse Haltung bewahren und genügend Achtung vor sich selbst haben. Gelingt das, darf man dann zurecht stolz sein. Alles andere gehört dann irgendwie zu Neurosen und falschen Eitelkeiten.

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