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Tagesspiegel laut Focus: Wulff im Fall Wulff

Nun geht es ans Eingemachte. Die Medien werden sich schon die Finger lecken vor freudiger Erwartung. Vielleicht wird ja auch der eine oder andere Redakteur gar inkontinent. Frau Wulff hat im Fall Wulff ausgesagt. Der Brüller am Wochenende.

Der Tagesspiegel zitiert den Focus, bei dem ich einen entsprechenden Bericht nicht finden konnte. Also muss ich mich auf die Aussagen stützen, die der Tagesspiegel da veröffentlicht hat. Ich habe keinen Anlass zu glauben, dass alle Informationen soweit richtig sind.

Es gibt wohl den Vorwurf der Vorteilsnahme. Christian Wulff soll ja so ein schlimmer Finger sein. Und da soll der Focus geschrieben haben, dass Frau Wulff nun in dem Verfahren ausgesagt haben soll. Vorher wollte sie sich angeblich nicht dazu äußern. Und der Anwalt von Christian Wulff wollte gar nichts dazu äußern.

Das war dann eigentlich schon alles, was der Tagesspiegel als Brüller am Wochenende zu berichten weiß. Am Ende des Artikelchens sieht man, dass das sogar eine Meldung der DPA war. In den paar Zeilen heißt es dann noch aufklärend, dass gegen Wulff ermittelt wird, weil er dem Medienunternehmer David Groenewold wohl nahe stand. Und der Artikel weiß außerdem noch, dass bis zum Ende der Woche von der Staatsanwaltschaft irgendetwas zum Thema zu erwarten sei.

Lieber Tagesspiegel, das ist so ein Artikel, den ich beschreibe mit “Werbung mit störendem Text”. Was wollt ihr denn mit dem Dreizeiler mitteilen? Die Artikelüberschrift ist doch ein reiner Blickfang, damit ein paar Klicks zustande kommen. Aber beruhigt euch, die WELT ist mit einer ähnlich gehaltvollen Meldung von der insolventen dapd nicht besser.

Ich habe eigentlich gedacht, dass irgendeine große Aussage getroffen wird. Aber nein, es wird lediglich ein lockerer Dreizeiler aus dem Handgelenk geschüttelt und auf den Zeitungskiosk verwiesen. So etwas kann ich nicht “seriösen Journalismus” nennen. Kommt doch lieber mit Fakten um die Ecke, wenn ihr sie habt.

Vorher sind es allenfalls wilde Spekulationen. Genauso, wie man spekuliert, dass die Wulff-Ehe wegen der gescheiterten Präsidentschaft nun am Ende sei. Es gibt hier keine triftigen Gründe, so etwas als bare Münze aufzufassen. Der Gehirnsturm hat sich dazu ausgelassen, so muss ich das nicht mehr erledigen. Lasst doch endlich mal alle Fakten aus dem Sack, dann ist Ruhe im Schiff. Denn Spekulationen nerven eigentlich nur noch.

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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