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Träume vom Kindergeld 2013

Dass das Kindergeld nicht reicht, um die Bedürfnisse eines Kindes abzudecken, ist vermutlich jedem klar. Zumindest all denjenigen, die selbst Kinder haben. Nun hat der Chef der Partei DIE LINKE einen Vorstoß gewagt, der zumindest überdenkenswert ist.

Man findet immer wieder solche sinnesschwangeren Aussagen wie: „Kinder sind unsere Zukunft.“ Ja, warum tut man nicht mehr dafür, dass sich die Zukunft entfalten kann? Ich bin selbst Vater einer Tochter und weiß, wie schwierig das wäre, alle Bedürfnisse meiner Tochter mit den lächerlichen 184 € Kindergeld abzudecken. Wäre unser Haushalt eine „Bedarfsgemeinschaft nach SGB II“, also würde unserem Haushalt Hartz IV gezahlt werden, wäre das Kindergeld gar Einkommen und würde voll auf die lächerlichen paar Euro Arbeitslosengeld II angerechnet werden.

Glauben Sie mir, es ist nicht einfach, in diesem Staat Kinder groß zu ziehen. Erst braucht man Windeln. Dabei sollten es nicht die billigsten sein, da hier die Erfahrung lehrt, dass die oft genug nicht ausreichen. Später muss der Kita-Platz bezahlt werden, Kinder möchten in einen Sportverein oder an zusätzlichen Kursen in der Kita teilnehmen. Dazu kommen natürlich Kleidung, Kita-Verpflegung und so weiter und so fort. Das ist nicht gut zu stemmen, wenn man da nur die 184 € Kindergeld heranzieht.

Sevil Akcabelen vom Litia-Blog hat jetzt festgehalten, dass doch eine Kindergeld-Erhöhung anstehen könnte. Dafür einsetzen will sich offenbar LINKE-Chef Bernd Riexinger. Er hat wahrscheinlich verstanden, dass die 10-Euro-Winterschuhe eben nicht so lang halten wie die 30-Euro-Schuhe. Und er hat wahrscheinlich verstanden, dass sich Kinder im Wachstum befinden und deshalb ständig neu eingekleidet werden müssen. Vermutlich ist er sogar mal in irgendwelchen Geschäften gewesen und hat mitbekommen, dass alles irgendwie teurer geworden ist.

In dem Artikel bei Litia steht auch folgendes, das ich unbedingt so unterschreiben möchte, weil jedes Wort stimmt:

Beispielsweise die Anrechnung vom Kindergeld auf den Hartz IV-Satz. Dies ist nicht nur kinderfeindlich, sondern zeigt auch die Zweiklassenpolitik und gehört dringend abgestellt!

Mir ist klar, dass für eine Kindergelderhöhung – wie immer – eigentlich keine Spielraum existiert. Stattdessen kann man sicher noch die eine oder andere Bank retten oder sich in sinnlose und unnötig teure Debatten über ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage ergießen. Kinder haben ja schließlich Eltern, die gefälligst auch ihren Beitrag liefern sollen.

Ich möchte der Politik gern auf den Weg geben, dass es Umstände gibt, in denen selbst bei zwei Einkommen plus Kindergeld die Versorgung eines Kindes auf Sparflamme köchelt. Was soll da erst eine Hartz IV-Familie sagen, bei der das Kindergeld auch noch angerechnet wird?

Ja, Kinder sind unsere Zukunft. Und ich bin stolz wie Bolle, was bis jetzt aus meiner Tochter geworden ist. Aber die Zukunft ist eben auch teuer. Das kann man nicht einfach so abtun. OK, Politiker können das vielleicht. Aber die Bevölkerung eben nicht.

Und wir Eltern gehen ja mit dem Kindergeld sogar sorgsam um. Politiker werfen ja gern den Eltern vor, dass mit dem Kindergeld sonstwas angestellt wird, nur eben nichts bestimmungsgemäßes. Das stimmt aber so nicht. Eine Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) hat jetzt belegt, dass die Mehrheit der Eltern das Kindergeld verantwortungsvoll einsetzt. Das hat im November Sozialleistungen.info bekannt gegeben. Was auch immer von solchen Studien zu halten ist.

Also träumen wir Eltern jetzt einmal vor uns hin, dass das Kindergeld irgendwann einmal so bemessen ist, dass damit ein sinnvolles Leben des Kindes finanzierbar ist.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 thoughts to “Träume vom Kindergeld 2013”

  1. Wie kommen Leute auf die Idee das der Staat jedem seine Kinder finanzieren soll ? Auch wenn die Mehrheit das Kindergeld „sinnvoll“ ausgibt dann ist das vielleicht im Sinne der Kinder, die Frage ist aber ob es im Sinne der Gesellschaft ist. Lieber Kinderfreibeträge vernünftig anheben – für ein Kind 18 Jahre Einkommenssteuerbefreiung für ein Elternteil.

  2. Was Vater Staat die Zukunft – also unsere Kinder – Wert sind, weiß man spätestens seit der Finanzkrise:

    Abwrackprämie für Autos – 2500,–Euro
    Eimalige Kinderzulage – 100,–Euro…

    Das hat nichts, aber auch gar nichts damit zu tun, dass der Staat jedem seine Kinder finanzieren soll – wie im Kommentar von Saturnous erwähnt. Es kann aber auch nicht sein, dass wir Eltern zu den Deppen der Nation mutieren – jahrzehntelang Kinder großziehen, die später mal ALLEN nutzen werden, und als Dank dafür im permanenten Existenzkampf dahinvegetieren!!!

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