Umweltbeobachtungen in Leipzig

Nun wurde ja immer wieder der Umweltgedanke geschürt. Man fährt E10, sieht mit Sonnenstrom fern, nimmt die Straßenbahn zur Arbeit etc. Hilft dies was? Zumindest in Leipzig gibt es da etwas zu beobachten.

Leipzig ist eine einzige Umweltzone. Da kommt es schon mal vor, dass Straßen 3. Ranges (oder wie man auch immer unwichtige Hauptstraßen nennen mag) Teil der Umweltzone, dann wieder nicht und dann wieder doch sind. Also darf man dann 50 Meter lang auf der auserwählten Straße mit seinem umweltverschmutzenden Automobil fahren.

Und mit dem Umweltsymbol werden kollosale Erfolge verzeichnet. Man kann förmlich die Veränderungen schmecken. Man läuft viel befreiter durch die Straßen, weil diese von Autos befreit sind. Der Blick in die Sonne wird auch nicht mehr durch Nebel gestört.

Wirklich, eine sehr gute Idee, die Umweltzone. Ich möchte nicht mehr außerhalb Leipzigs sein. Diese Stadt ist ein einziges Biotop, hermetisch abgeschirmt durch die tollen Schilder der Umweltzone. Da kann ja nichts mehr schief gehen.

Umweltzone rot, gelb, grün frei - aus Wikipedia zur freien Verwendung

Und jetzt mal im Ernst.

Nein, die Umweltzone sorgt wieder für heftigste Diskussionen. Die Diskussionen finden selbstverständlich auch in Leipzig statt. Ursprünglich war sie eingeführt worden, damit die Feinstaubbelastung sinkt. Laut sächsischem Landesamt für Umwelt ist allerdings die Belastung in Leipzig sogar gestiegen.

Besonders auffällig soll der Anstieg der Belastung im Leipziger Westen, in der Lützner Straße sein. Seit März ist wohl der Grenzwert an 25 Tagen überschritten worden. Ein Jahr zuvor waren es nur 10 Tage. Überschritten wurden die Werte auch in der City.

Und was sagt Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal? Der bleibt völlig gelassen. Er schiebt die Grenzwertüberschreitung auf die besondere Wetterlage dieses Jahr.

Also ist wie immer das Wetter an allem schuld. Und das wollten wir doch positiv beeinflussen, indem wir überall die Schilder aufstellen.

Wohin die Reise mit der Feinstaubbelastung geht, wird die Auswertung im Herbst zeigen.

Und das Wetter ist noch an etwas mehr schuld. Angler haben festgestellt, dass es im Clara-Park im Herzen von Leipzig zu einem Fischsterben kam. Grund soll der Wetterumschwung gewesen sein.Durch den Temperaturwechsel von warm auf kalt sterben die Algen im Teich ab, das wiederum führt zu einem folgenschweren Sauerstoffmangel.

Auch andere Gewässer sollen betroffen sein. Wir müssen also wieder am Wetter drehen. Stellen wir noch mehr Schilder auf!

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