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Undurchsichtiges geht in Mali ab

Ich schrieb ja bereits, dass eigentlich niemand so richtig mit der Sprache herausrückt, was da in Mali eigentlich vor sich geht. Jetzt habe ich bei einem Portal namens „Wirtschaft – immer aktuelle Nachrichten“ einige Meldungen gefunden, über die wir reden müssen.

So ist Politikwissenschaftler Werner Ruf der Meinung, dass die vor kurzem durchgeführte Geiselnahme in Algerien mit den Geschehnissen in Mali zusammenhängen. Die angesprochene Geiselnahme an sich fand ja auf einem Gasfeld in Algerien statt und ist jetzt eben zu Ende gegangen. Die Geiselnehmer sind angeblich „Nachfolger der ehemaligen GSPC, der Groupe Salafiste pour la Prédication et le Combat, die sich inzwischen in El Kaida des islamischen Maghreb umbenannt haben und die immer an der langen Leine des algerischen Geheimdienstes geführt worden sind“.

Ruf fährt im Deutschlandfunk fort (so steht es zumindest bei „Wirtschaft“), dass der Rädelsführer in Algerien ein alter Agent des Geheimdienstes sei. Außerdem sei der gesamte Terror in der Sahelzone, zu der ja auch Mali gehört, die Folge des Bürgerkriegs in Algerien. So strickt der Politologe ein Netz aus Fakten. Ob die allerdings auch alle so zusammenpassen, kann ich nicht beurteilen.

Weiterhin ist in den Medien zu lesen, dass es doch tatsächlich Abgeordnete in der deutschen Volksvertretung gibt, die den Einsatz der Bundeswehr in Mali als völlig unzureichend kritisieren. Da scheinen also die Bundestagler gar nicht zu wissen, dass die Bundeswehr sich ja auch an der türkisch-syrischen Grenze und im Hindukusch austobt. Vielleicht soll ja tatsächlich nur eine kleine Unterstützung laufen? Obwohl ich selbst diese als etwas merkwürdig einschätze, nach dem, was ich in meinem oben verlinkten Artikel zusammengetragen habe.

Ich finde es ja schon komisch, dass sogar die Partei DIE LINKE, die immer ihren Pazifismus nach oben kehrt, bei dem Spielchen mitmacht und einen Einsatz mit einem Bundestagsmandat absichern will. Ja, es ist denkbar, dass man nur rechtlich auf der sicheren Seite sein will. Aber gerade die Sozialisten haben sich immer gegen Auslandseinsätze gewehrt. Man könnte jetzt hinterfragen, ob das alles nur Show war.

Insofern macht es einfach mal Sinn, in Ruhe die weiteren Geschehnisse abzuwarten. Wer weiß, was sich hier noch ergibt. In das Gebiet würde ich in jedem Fall zurzeit nicht fahren wollen. Auch auf irgendwelche Rohstoff-Haschereien und -Spekulationen sollte man vorerst nicht wetten. Selbst wenn Frankreich das Uran in Mali fördern will und auch dazu in der Lage ist, es dauert dann ja doch noch ein beträchtliches Stückchen, bis die Unruhen soweit abgeebbt sind, dass dort sinnvoll Abbau betrieben werden kann. Aber es kann ja auch ganz anders kommen.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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