Ungewollte Weihnachtsgeschenke nicht wollen müssen

Kennen Sie Tante Mildred? Nein? Seien Sie froh! Tante Mildred kauft nämlich für ihre Lieben allerlei unnütze Geschenke, so genannten Plunder, ein und sät somit zweifelhafte Freuden zu Weihnachten. Haben Sie eine Tante Mildred in der Familie, wissen Sie, wovon ich schreibe.

Jeff Bezos hat eine Tante Mildred. Jeff wer? Jeff Bezos ist ein Tausendsassa und nebenbei auch noch Kopf und Chef von Amazon, der weltweit größte Internethändler. Und wie es sich gehört, hat er nun eine Möglichkeit gefunden, mit Tante Mildred etwas sinnvolles und erfolgreiches anzustellen.

Jeff Bezos hat in der Vergangenheit bei Amazon so einiges eingesetzt, was ausschließlich Erfolg für Amazon brachte. Ich erinnere hier an „1-Klick“, bei dem mit einem Klick  die Identitäten über Daten im Browser abgeglichen wurden, oder an die berühmte Wunschliste, bei der ein registrierter Benutzer auflisten konnte, was er gerade benötigte.

Solche Wunschlisten sind weit verbreitet bei Entwicklern von Erweiterungen für WordPress, der Plattform, auf der diese Seite basiert.

Die neueste Idee von Jeff Bezos ist nun Tante Mildred. Beim amerikanischen Patentamt wurde am 09. November diesen Jahres ein Patent eingereicht, was die Washington Post ausfindig gemacht hatte.

Als Händler hat auch Amazon alljährlich nach Weihnachten Unmengen von Rückläufern zu verarbeiten. Diese Rückläufer, also die ungewollten Weihnachtsgeschenke, müssen überprüft, ggf. repariert, neu verpackt und kommisioniert werden und wurden natürlich durch den schon durchgeführten Versand im Wert gemindert.

Auch die Empfänger dieser Weihnachtsgeschenke haben ihr Päckchen zu tragen. Nicht nur, dass es ein Geschenk ist, das man nun gar nicht wollte. Nein, durch den Umtausch verlängert sich die Wartezeit auf das „richtige“ Geschenk.

Warum kann man es da nicht anders lösen? Und Schlaukopf Bezos hat es anders gemacht. Zu den bereits vorhandenen Techniken kommt nun Tante Mildred hinzu. Tante Mildred kann man als registrierter Benutzer bei Amazon mitteilen, was man ganz bestimmt nicht haben möchte. Ein für einen solchen Benutzer bestelltes Geschenk, was auf der Liste auftaucht, wird dann z.B. in einen Einkaufsgutschein bei Amazon umgewandelt.

Damit funktioniert Tante Mildred (die englische Tante im Patent heißt „Aunt Mildred“, in Deutschland wird sie wahrscheinlich anders heißen) wie eine Geschenkbremse. Tante Mildred arbeitet damit wie eine Sperrliste oder eine Anti-Spam-Liste.

Damit, so finde ich, ist Amazon, und allen voran Jeff Bezos, ganz vor mit dabei, wenn es um die Zufriedenheit von Kunden im Internethandel geht. Und ein zufriedener Kunde kommt wieder. Und wenn er wiederkommt, beschert er womöglich noch einmal Umsatz.

Ein schlauer Kopf, dieser Jeff Bezos. Ausführlich wird die Tante Mildred übrigens im Spiegel behandelt.

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