Was hat #ACTA mit @Afelia zu tun?

Afelia? Wer ist das denn? Afelia ist der Twitter-Name, den sich Marina Weisband gegeben hat, die Bundesgeschäftsführerin der Piratenpartei Deutschlands. Seltsamerweise haben ACTA und Afelia etwas miteinander zu tun. So meint es jedenfalls die Twitter-Gemeinde.

Zunächst einmal noch kurz die Erklärung: ACTA ist das Antipiraterieabkommen, das wohl gegen Produktpiraterie und Urheberrechtsverletzung eingesetzt werden soll. Viele befürchten, dass ACTA einer der Puzzlesteine wird, der gegen die freie Meinungsäußerung im Internet eingesetzt werden soll. All das ist in der Wikipedia nachzulesen.

Marina Weisband, politische Geschäftsführerin der Piratenpartei Deutschland - vorstand.piratenpartei.de, Bastian Bringenberg - CC-3.0 by Wikimedia Commons
Marina Weisband, politische Geschäftsführerin der Piratenpartei Deutschland - vorstand.piratenpartei.de, Bastian Bringenberg - CC-3.0 by Wikimedia Commons

Nun, und wie kommt da jetzt die Schnelltwitterin, -bloggerin und -facebookerin Marina Weisband jetzt ins Spiel? Die gebürtige Ukrainerin gab gestern bekannt, dass sie für eine neue Amtszeit als Bundesgeschäftsführerin nicht mehr zur Verfügung steht. Sie habe einerseits durch den vielen Streß und Schlafmangel gesundheitliche Probleme bekommen. Andererseits möchte sie ihr Diplom machen. Und das wird wohl nur bis 2013 angeboten. Aber, so versprach sie, die Arbeit geht „volle Pulle“ erstmal noch 3 Monate weiter.

Unsere allerliebsten vom Medienkartell haben sogleich damit begonnen, auf Afelia, ihr Internet-Alter Ego, Abgesänge anzustimmen. Das trieb einige Nutzer gleich dazu an, in die Abgesänge einzustimmen. Diese hörten wohl erst auf, als Weisband über Twitter zur Ruhe ermahnte. Sie sei schließlich nicht tot.

Sie wird – so eine weitere Ankündigung über Twitter – erst einmal zum Thema ACTA weiterarbeiten. Und der allwissender Beobachter erkennt sofort, dass Marina Weisband deshalb nicht mehr kandidiert, weil ACTA nun unterzeichnet ist. Und dies, so liest man hier und da, soll wohl als persönliche Niederlage Weisbands gewertet werden.

Mal davon abgesehen, dass sie durchaus nachvollziehbare Gründe hat, sie zieht sich nicht aus der Politik zurück. Sie tritt lediglich kürzer. Aber trotzdem gibt es den folgenden Eintrag bei Twitter:

Gerücht: Marina @Afelia Weisband kandidiert erneut, wenn #ACTA gestoppt wird. Seid mutig, seid ehrenhaft, seid gut – kämpft für Marina!

Quelle: Post von Twitter-Benutzer „crackpille“

So schnell wird man zum Idol, liebe Frau Weisband. Aber die Piraten können auch ernsthaft. So haben sie sich mit dem Thema ACTA auseinandergesetzt. Gegen die freiheitlichen und demokratischen Grundsätze würde verstoßen werden, so der europapolitische Sprecher Alexander Spieß im Blog der Piratenfraktion im Berliner Rathaus. Unterschwellig heißt es auch hier, dass mit dem Abkommen die freie Meinungsäußerung im Internet beschnitten werden soll. In dem Beitrag heißt es auch, dass es zu umfangreichen Protesten kommen wird, und der Autor „Stefan“ ruft dazu auf, sich an diesen zu beteiligen.

Das Prozedere, dass ACTA heute unterschrieben wurde, hallte sogar einmal quer um den Erdball. Ein Mofa berichtet darüber. Nein, kein Fahrzeug, sondern das „Ministry of Foreign Affairs of Japan“, also das japanische Außenministerium. Das müssen sie auch, schließlich nimmt Japan auch an ACTA teil.

Wie gesagt, die Unterschriften sind getätigt. Nun wird es Proteste degegen geben. Da ACTA nicht regional begrenzt zur Anwendung kommt, könnten diese Proteste meiner Ansicht nach viel schwerwiegender sein als bei den SOPA / PIPA-Protesten. Und damit die Piraten als politische und demokratische Partei nicht unter die Räder kommen, aber trotzdem ihre Standpunke vertreten können, wird sich Marina Weisband die nächsten Wochen mit Sicherheit nicht heraushalten. Kommt es vielleicht zum Internet-Showdown ACTA gegen Afelia?

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