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DHL-Zentrum in Berlin-Siemensstadt - (C) malte_schuett CC0 via Pixabay.de DHL-Zentrum in Berlin-Siemensstadt - (C) malte_schuett CC0 via Pixabay.de

Was ist denn da mit DHL passiert?

Andere haben es sicher schon mitbekommen, mir ist es nun auch klar geworden: DHL ist nicht mehr so, wie es mal war. Die gute, alte Post hat nun ausgedient. Es wird irgendwie nach und nach immer chaotischer beim Paket-Dienstleister. Und ob ich das als so etwas gutes einordnen würde, kann ich mir nicht ernsthaft vorstellen. Ich habe etwas seltsames erlebt, was ich mal kurz aufschreiben möchte. Anderen ist das sicher schon passiert, für mich war das halt neu.

Sendungsverfolgung ohne Sinn

Ich hatte mir neulich etwas bestellt, wie man das halt so macht. Als Paket-Dienstleister wurde mir DHL genannt. Da war ich schon mal froh. Denn von der Konkurrenz halte ich nicht allzu viel. DHL war für mich immernoch ein wenig besser. Dummerweise hatte ich keine Zeit, um die Lieferung, die mir in der Sendungsverfolgung für den vergangenen Freitag angekündigt wurde, noch umzuleiten. Kein Problem, dachte ich. Aber ich wurde enttäuscht.

In der Sendungsverfolgung fand ich den Hinweis, dass mein Paket an eine Filiale geliefert wurde. Welche das sei, könnte ich der Benachrichtigungskarte entnehmen. Klar, Datenschutz und so. Als ich dann am Abend heim kam, fand ich allerdings zu meiner Überraschung keine solche Karte vor. Auch war sie nicht an der Haustür fest gepappt, was an sich auch schon eine Frechheit wäre. Nein, sie war einfach nicht da. Also musste ich recherchieren.

Auf der Suche nach dem goldenen Paket

Ich rief also die Sendungsverfolgung auf. Vielleicht stand da nun mehr. Aber denkste. Also hangelte ich mich durch die Weiten der DHL-Webseite, um vielleicht irgendwelchen Kontakt zu finden. Ich fand eine “Hotline”. Die rief ich an. Zu meiner Überraschung fand ich einen Sprachcomputer vor. Dort sollte ich u.a. die Sendungsnummer einsprechen. Das habe ich gemacht. Und was meinen Sie, was der Sprachcomputer gesagt hat? Jawohl: Die Sendung liegt in einer Filiale, und ich soll sie der Benachrichtigungskarte entnehmen.

Ich schrieb dann in meiner Verzweiflung DHL via Twitter an. Ich rechnete mir große Chancen aus, dass da gleich eine Antwort kommt, da der Account von echten Menschen betrieben wird und noch ein paar Minuten vorher mit irgendwem in Kontakt stand.

Nichts, niente, nada. Am nächsten Morgen machte ich mich auf den Weg, die Filialen abzuklappern. Ich erhielt immernoch keine Benachrichtigung. Nach ein paar Filialen hatte ich die richtige gefunden und konnte mein Paket herzen. Und die Angestellte sagte mir da etwas ganz famoses: An der Hotline bekommt man niemanden persönlich zu sprechen, außer man sagt dem Computer, dass es sich um eine Reklamation handeln würde. Und was sagt DHL dazu?

Nein, Freunde, da kam nichts an. Euer Fahrer hat einfach nichts an Benachrichtigung hinterlassen. Und euer komisches System kennt nicht die Eventualität, dass so etwas passiert. Aber frech ist, dass man erst bei einer Reklamation überhaupt jemanden zu sprechen bekommt.

Wieso ist DHL so geworden?

Das Zauberwort heißt: Gewinnmaximierung. Meiner Meinung nach soll man sich seine Lieferung in eine Packstation liefern lassen. Die Fahrer sind bei Subunternehmen beschäftigt, die ihre Mitarbeiter ausbeuten. So wurde es mir neulich mal mitgeteilt. Die sind einfach nicht mehr in der Position, eine ordnungsgemäße Arbeit abzuliefern, weil dafür keine Zeit ist. Und DHL galt immer als zuverlässig.

Was macht man denn nun als Empfänger? Ich hatte Glück, ich bin an mein Paket gekommen. Soll man sich denn seine Lieferungen nun ständig ins Büro schicken lassen? Da wird sich aber der Arbeitgeber freuen. Und was ist mit Leuten, die mit so einer Packstation einfach nicht zurecht kommen? Lässt man die im Regen stehen? Außerdem soll es Leute ohne Internet geben, die nicht mal die Sendung verfolgen könnten. Das Alles nur, damit der Aktienkurs der Deutschen Post AG etwas steigen kann? Schämt euch.

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 thoughts to “Was ist denn da mit DHL passiert?”

  1. Das ist doch noch gar nix.
    Ich hab einmal ein Paket quer durch Deutschland geschickt. Im Paket waren zwe Glasflaschen. Das Paket habe ich gut erkennbar mit dem Vermerk “Vorsicht Glas!” versehen, damit auch die von der Post wissen, dass das Paket sorgfältig zu behandeln sei und nicht geworfen werden darf (was beim Verladen ja gerne mal gemacht wird).
    Wenige Tage, nachdem ich das Paket abgeschickt habe, erhielt ich selbiges “umverpackt” wieder zurück mit einem Vermerk, dass das Paket beim Transport beschädigt wurde.
    Die beiden Glasflaschen fehlten natürlich (wahrscheinlich waren sie zu Bruch gegangen). Beim Verpacken hatte ich genau drauf geachtet, dass nix verrutschen kann. Auf Rückfrage bei DHL teilte man mir mit, dass auf Grund unsachgemäßer Verpackung keine Erstattung durch DHL erfolgen kann.
    Seitdem mache ich vorab ein Foto vom gepackten Paket, damit ich in so einem Falle noch einen Nachweis habe, wie das Paket gepackt wurde. Leider hat man bei DHL inzwischen anders keine Chance mehr, zu seinem Recht zu kommen.

    1. War Ihr Paket auch so verpackt wie es in den AGB von DHL steht? Viele werden da erst mal gründlich mit den Ohren schlackern wie umfangreich ein Paket gepolstert werden muss. Hinweiße wie “Vorsicht Glas!” sind total unrelevant.

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