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Wulff-Ermittlungen Teil 1 – Er hat nichts unrechtes getan

Gestern hat die Staatsanwaltschaft Berlin ihre Ermittlungsergebnisse zur von den Medien gern „Causa Wulff“ genannten Schmierenkomödie veröffentlicht und kundgetan, dass nichts unrechtes passiert ist. Die Ermittlungen wurden eingestellt. Und nun?

Bundespräsident Christian Wulff und seine Frau Bettina im Schloss Bellevue anlässlich des "Sommerfest des Bundespräsidenten" am 2. Juli 2010 - Peter Kuley / CC 3.0 via Wikimedia Commons
Bundespräsident Christian Wulff und seine Frau Bettina im Schloss Bellevue anlässlich des "Sommerfest des Bundespräsidenten" am 2. Juli 2010 - Peter Kuley / CC 3.0 via Wikimedia Commons

Der Spiegel veröffentlichte gestern eine DPA-Meldung, in der genau das zu lesen war: Die Ermittlungen gegen Altbundespräsident Christian Wulff wegen des Verdachts auf Vorteilsannahme wurden gestern eingestellt. Die Staatsanwaltschaft Berlin stellte fest, dass Bettina und Christian Wulff lediglich Werbeträger waren. Politische Interessen waren nie im Fokus.

Es ging wohl um ein geschenktes Bobby Car für Tochter Annalena, Leasing-Bedingungen für einen Audi Q3 oder gesponserte Kleider für Frau Wulff. Die Ermittlungsbehörde konnte in keinem der Fälle erkennen, dass ein strafbares Verhalten vorlag.

Damit ist ein Kapitel der Schlammschlacht um Wulff nun hoffentlich beendet. Was man Wulff in dieser Sache zu Recht vorwerfen kann, ist die Tatsache, dass das Geschehen um die Annehmlichkeiten nicht völlig transparent dargestellt wurde. Es gab aber nichts, woraus die Staatsanwaltschaft eine „Unrechtsvereinbarung“ ableiten konnte.

Nun warten wir mal auf die Ergebnisse von der Staatsanwaltschaft Hannover. Die hatte ja Christian Wulff im Februar zum Rücktritt getrieben. Ein Rücktritt, den unsere Qualitätsmedien – auch der Spiegel – die vielen Wochen davor nicht hinbekommen hatten. Ich vermute aber, dass die Niedersachsen zu ähnlichen Ergebnissen kommen werden.

Und was machen wir dann, liebe Medien? Unterstellen wir dann den Ermittlungsbehörden, dass sie gekauft sind? Vielleicht von Carsten Maschmeyer? Oder kommt irgendeins der erlauchten Organe dann vielleicht mal auf die Idee, sich öffentlich bei Christian Wulff zu entschuldigen?

Bedenkt bitte eins: Ihr habt nicht nur das Amt des Bundespräsidenten erschüttert und einen scheinbar unschuldigen Amtsinhaber aus eben jenem getrieben. Ihr habt ihn auch ein stückweit gesellschaftlich zerstört. Wenn in Hannover ähnliches herauskommt wie in Berlin, war eure ganze Hetze doch nichts weiter als heiße Luft in der Hoffnung, Werbeplätze teuer zu verkaufen.

Und so etwas auf Kosten eines Menschen durchzuziehen, ist schäbig. Und insofern ist dann eine Entschuldigung das Mindeste, was ihr machen könnt. Aber das wird wohl nicht passieren. Ihr werdet wohl entweder die Sache dann totschweigen oder die Schuld irgendwem anderen zuschieben. Ihr müsst dann selbst abwägen, ob das fairer und ehrlicher Journalismus ist.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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