Zahlungsschwierigkeiten bei Arbeitslosengeld II

Ab und zu kommt es bei Behörden zu Software-Umstellungen. Das ist eigentlich das Normalste von der Welt. Und so kommt es auch beim Arbeitslosengeld II mal zu einer neueren Version des Systems. Völlig normal und eigentlich nicht erwähnenswert.

Was aber mal besprochen werden muss, ist der Umstand, dass es bei der Software-Umstellung beim Arbeitslosengeld II zu Schwierigkeiten kommen kann und vermutlich auch wird. Da es Leute betrifft, die mit dem täglichen Überleben kämpfen müssen, muss man dies einfach mal thematisieren.

Aller Voraussicht nach könnte es im April zu Verzögerungen in der Auszahlung von Arbeitslosengeld II kommen. Der Grund ist, dass die Software umgestellt wird. Darauf wies nach Informationen von “Gegen Hartz” Personalratschef  Uwe Lehmensiek im Deutschlandfunk hin. Städte und Ballungsräume sollen wohl besonders betroffen sein.

Vor allem soll es zu Verzögerungen kommen, weil die Bundesagentur für Arbeit kein zusätzliches Personal für die Einführung genehmigt. Bereits 2005 kam es zu großen Schwierigkeiten, als das derzeitige System eingeführt wurde. Nun soll “Allegro” eingeführt werden. Und man hat nichts aus der letzten Geschichte gelernt.

Jetzt mal ernsthaft, die erzählen einem in den Medien, dass die Daten per Hand vom alten ins neue System übernommen werden müssen. Ich kenne mich nicht so sehr im Details aus, aber es gibt für allerhand Datenbank-Systeme (und nichts anderes steht hinter dem System) Import-Möglichkeiten von anderen Datenbank-Systemen. Da muss man nichts von Hand machen. Man muss “nur” sicherstellen, dass der Import sauber vonstatten geht.

In jedem Fall liegt hier einiges im Argen, was das Software-Management betrifft. So blauäugig darf man nicht herangehen. Würde es sich um ein Kundenverwaltungssystem eines privatwirtschaftlichen Unternehmens handeln, wäre dieses kein Unternehmen, dem man recht viel Vertrauen schenkt. Das wäre dann ein recht geschäftsschädigendes Verhalten.

Wie geht es nun weiter? Bilden sich im April lange Schlangen vor den Jobcentern? Es ist davon auszugehen. Und das nur, weil man bei Hartz IV / Arbeitslosengeld II kein vernünftiges Software-Management hat. Und es ist der Behörde offenbar völlig egal, dass die Betroffenen am letzten Tag vor dem Zahltag bereits die Cents zusammensammeln, um wenigstens noch ein Mittagsessen zu haben. Ich kenne die Situation, war ich ja selbst einmal Kunde dieser Behörde.

Man hätte das sicher automatisiert umstellen können. Man hätte sicher auch einen Dienstleister holen können. Aber man hat sich eben dazu entschlossen, einfach mal die Leistungszahlung zu verschieben. Freut mich, wie diese Behörde arbeitet. Als Unternehmen wäre sie jedenfalls schon ihre Kunden los.

Ein Kommentar

  1. Letztes Jahr gab es diese “Umstellungsschwierigkeiten” auch schon. Ich habe einen Artikel darüber geschrieben:
    http://blog.sebi-rockt.de/2013/09/07/wieder-einmal-werden-hartz-iv-empfaenger-ihrer-grundrechte-beraubt/
    Ich finde die Frage durchaus gerechtfertigt ob hier bewusst Zinsgewinne erwirtschaftet werden. Ich habe bei verspäteter Auszahlung auf die Zinsen geklagt. (Verfahren läuft noch), das sind zwar nur ein paar Cent aber es darf nicht Schule machen, dass durch bewusste oder unbewusste Schlampigkeit von der BA auch noch Gewinne gemacht werden.

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