KSP Kanzlei Dr. Seegers, Dr. Frankenheim Rechtsanwaltsgesellschaft mbH im Auftrag der dapd nachrichtenagentur GmbH – Teil 3

Nun ja, es hat sich wieder einmal gezeigt, was von einem riesig aufgeblasenen Drohgespenst zu halten ist. Nämlich nichts. Nun habe ich hier eine Artikelserie gestartet, die sich mit dem Thema Urheberrecht und DAPD und Kanzlei KSP befassen soll, schon kommt von der genannten Kanzlei nichts mehr. Dabei ist das doch gar nicht so schwierig für diese.

Ich hatte von der Kanzlei KSP ja eine Email an mein Postfach für Spam erhalten, da sie mich unter meiner alten Anschrift nicht fanden. Ich bat die Herrschaften, die nicht einmal namentlich benannt waren, darum, mir die komplette Forderung als PDF zu mailen. Und da mir die Herrschaften eine Frist setzten, drehte ich den Spieß um und setzte die gleiche Frist: 04.08.2011.

Tja, leider kann ich nicht berichten, was man mir eigentlich vorwirft. Aber das scheint völlig normal zu sein, wenn man das Internet nach dieser Firma absucht.

Fachanwalt Dr. Lars Jaeschke bezweifelt bei Blogs, denen eine Urheberrechtsverletzung vorgeworfen wird, dass über eine solche vorliegt. In seinem Blog schreibt er „Wenn (!) eine Urheberrechtsverletzung vorliegt, stehen dem Rechteinhaber neben einem Schadensersatzanspruch (etwa aus „fiktiver Lizenz“) vor allem Unterlassungs- und Auskunftsansprüche zu.“ Die Zweifel sind eigentlich in diesem einen Satz recht eindeutig, oder?

Ich habe mal im MAC Userforum eine etwas ältere Diskussion zum gleichen Thema gefunden. Die KSP wird dort gar als „unkooperatives Inkassounternehmen“ hingestellt. Zum Jahreswechsel 2005 / 2006 fand in dem Forum eine ziemlich angeregte Debatte zur Situation statt. Damals ging es um den Anbieter Freenet.

Was ich aktuell feststelle, ist die Tatsache, dass die KSP nicht unbedingt die DAPD als Hauptklienten zu haben scheint, sondern den Lappan Verlag. Dieser ist Eigentümer von Heinz Erhardt-Veröffentlichungen. Die Worte dieses begnadeten Künstlers werden gern als Zitate hergenommen. So lese ich es zumindest. Und diese Zitate sind derzeit der noch größere Renner für die KSP, da man Erhardt-Zitate quasi als Volksgut betrachtet.

Sei es, wie es sei, ob nun DAPD, AFP oder Lappan, wenn die Angelegenheit tatsächlich ernst werden sollte, sollte man sich dann um einen Anwalt kümmern. Da es sich um ein altbekanntes Verfahren von der KSP handelt, besteht vielleicht die Chance, dass es schon eine Art Musterprozess mal gab.

Mich würde in meinem Fall direkt die Meinung der DAPD interessieren. Es besteht hier sicherlich Diskussionsbedarf. Auf Anwalt.de ist zumindest die Rede davon, dass vom jeweiligen Klienten (die drei genannten) keine Angaben zur eigenen „Rechtsposition“ vorliegen. Das Portal schätzt die Schreiben der KSP als sehr oberflächlich ein und ist sehr verwundert, dass lediglich Schadenersatz und der Ersatz der Anwaltskosten gefordert wird, obwohl den 3 Klienten das Recht zusteht, dass das geistige Eigentum nicht weiter geschädigt wird.

Daher drängt mir sich die Meinung auf, dass es der KSP gar nicht um die Wahrung der Interessen ihrer Klienten geht, sondern wirklich nur ums Geldeintreiben, halt ein Inkassobüro, wie im MAC Userforum schon beschrieben.

Ob es in der Serie noch einen vierten Teil geben wird, wird die Zeit zeigen. Für alle, die sie verpasst haben: Hier finden Sie den ersten Teil und hier den zweiten.

Series Navigation<< KSP Kanzlei Dr. Seegers, Dr. Frankenheim Rechtsanwaltsgesellschaft mbH im Auftrag der dapd nachrichtenagentur GmbH – Teil 2KSP Kanzlei Dr. Seegers, Dr. Frankenheim Rechtsanwaltsgesellschaft mbH im Auftrag der dapd nachrichtenagentur GmbH – Teil 4 >>

Was Sie auch interessieren könnte:

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Mit dem Nutzen des Kommentarbereiches erklären Sie sich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.