KSP Kanzlei Dr. Seegers, Dr. Frankenheim Rechtsanwaltsgesellschaft mbH im Auftrag der dapd nachrichtenagentur GmbH – Teil 7

Nun geht meine Fortsetzungsgeschichte also weiter. Heute erhielt ich Post von der KSP, die mir eine Urheberrechtsverletzung nach §97 des Urheberrechts vorwirft. Es dauerte eine Weile, bis ich durchgeblickt habe.

Worum es sich im Einzelnen handelt, war mir ja klar. Das macht ja auch diese Artikelreihe deutlich, die inzwischen ihren 7. Teil bekommt. Seit heute habe ich es schriftlich. Datiert ist der Brief auf den 01.12.2011. Also rund ein viertel Jahr, nachdem ich von deren Klienten, der DAPD, erfahren hatte, worum es eigentlich ging. Die KSP beruft sich als Rechtsgrundlage auf §97 des Urheberrechtsgesetzes.

Dieser Paragraf erzählt über Rechtsfolgen. Es geht darum, welche Ansprüche aus unrechtmäßiger Nutzung folgen können. Nachlesen können Sie das alles unter “Gesetze im Internet“. Nun gut, damit hat der Rechtsanwalt Dr. Richter ohne Vornamen im Serienbrief (denn nichts anderes ist das Schreiben) angegeben, auf welcher gesetzlichen Grundlage er an Geld kommen will.

Aber schauen wir uns einmal die Aspekte an, die für meine Verteidigung sprechen. Auch hier ein Verweis auf “Gesetze im Internet“. Demnach ist die Nutzung von Werken, die im Verlauf der Ereignisse wahrnehmbar werden, in zweckgebotenem Umfang zulässig. OK, das würde ja bedeuten, da ich über einen Vulkanausbruch berichtet habe und dies durch ein nicht durch einen Copyright-Hinweis geschütztes Bild dokumentiert habe, habe ich nicht übertrieben sondern zweckgebunden (nämlich: “Seht her, ein gefährlicher Ausbruch”) das Werk (sollte es denn überhaupt eines sein) benutzt. Ums kurz zu machen: Nix da mit Schadensersatzforderung.

Wenn ich das Urheberrecht da richtig verstehe, ist die Forderung, das Bild aus dem Artikel zu entfernen, auch bloß nicht korrekt. Wie schwierig und uneinheitlich hier aber die Rechtssprechung ist, schildert Rechtsanwalt Thomas Stadler in seinem Blog Internet-Law. Aber sehen wir einmal nach, ob wir noch mehr entlastendes Material finden.

Da fällt mir doch wieder das Urheberrechtsgesetz in die Hände, und dort der Paragraf 2. Der behandelt alles, was geschützte Werke sind. Dort tauchen auch Lichtbildwerke auf. Ist das Foto eines Fotografen, der am Tag eines Vulkanausbruchs wie viele andere Fotografen ein Foto des Vulkans macht, ein Lichtbildwerk? Das beantwortet uns der Absatz 2, der von persönlichen geistigen Schöpfungen redet.

Da stelle ich mir die Frage, wie das Foto eine geistige Schöpfung sein kann. Das wäre der Fall, wenn der Fotograf sich etwas bei dem Foto gedacht hätte. Wenn ein Motiv, ein Objekt, eine Person etc. in Szene gesetzt werden würde. Eine geistige Schöpfung sind z.B. die Fotos im Pirelli-Kalender. Der Fotograf weist die Models an, in einer bestimmten Pose in die Kamera zu lächeln.

Ohne das Foto von Binsar Bakkara herabwürdigen zu wollen, aber ich finde nicht, dass Herr Bakkara den Vulkan Merapi dazu ermuntert hat, am 30.10.2010 auszubrechen. Wie das auf seinem Foto aussah, finden Sie in einer schamlosen 1:1-Kopie meines Artikels auf x-land. Unter der Überschrift “Henning Uhle » Blog Archiv » Ist der Merapi der Beginn einer …” finden Sie den Original-Artikel mit dem infrage stehenden Merapi-Bild (das 2. Foto).

Nebenbei bemerkt, wenn jemand weiß, wie man gegen solche Artikel-Finder vorgeht, soll er mir das mal mitteilen. Mir reicht es jetzt allmählich.

Also, das Foto hätte eine gewisse Eigenständigkeit haben müssen, um als Werk durchzugehen. Werde ich deshalb das Schreiben von KSP ignorieren? Mitnichten. Das kann sehr teuer werden. Ich werde mich im Hintergrund beraten lassen und auf jeden Fall wieder zeitnah Kontakt zur KSP aufnehmen. Und das, obwohl ich nicht glaube, von denen jemals eine Antwort zu erhalten. Aber die Fristen habe ich eingehalten.

Sachdienliche Hinweise können Sie gern in Kommentarform oder über das Kontaktformular an mich herantragen.

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