Atomwaffen der USA: Steuerung mit Uralt-Disketten

Atomwaffen in den USA werden im Ernstfall mit Disketten gesteuert? Wollt ihr mich veralbern? Disketten! Die älteren unter uns werden sich eventuell erinnern. Ich sag mal so: Seit mindestens 15 Jahren sind keine Disketten mehr notwendig, um einen Computer zu betreiben. Und die allermeiste Software wird seit vielleicht 20 Jahren auf CDs / DVDs ausgeliefert. Aber die USA steuern im Ernstfall ihre Atomwaffen mit vermoderten Programmen auf Disketten. Das kann doch nicht ernst gemeint sein. Oder etwa doch?

Ich habe immer wieder geschimpft, wenn Nutzer die Software auf ihren Geräten nicht aktuell halten. Ich kann mich da wie ein Rohrspatz echauffieren. Und nebenher fällt mir auch immer auf, was alles schlimmes passieren kann, wenn Software nicht aktuell ist. Da kommt es nun einmal zu  Sicherheitsproblemen. Ich meine, da gibt es tatsächlich ganz greifbare Gefahren. Und gerade bei Industrieanlagen, Kraftwerken oder noch sensibleren Dingen darf man keine Sekunde zögern und muss die eingesetzte Software ständig pflegen und weiter entwickeln.

Wir erinnern uns an die völlig veraltete Software in Atomkraftwerken? Und wir erinnern uns an einen fernöstlichen Machthaber, der gern mal mit Atomwaffen fuchtelt, wenn ihm jemand „dumm kommt“. Bei alter Software in Atomkraftwerken sind die Risiken unabschätzbar. Und dann stellen sich die USA hin und steuern ihre Atomwaffen mit 8-Zoll-Disketten? Die Dinger wurden bis 1975 auf den Markt gebracht. Ist das wirklich wahr, dass die Amis damit noch herumspielen?

Gut, das US-Verteidigungsministerium verteidigt das Vorgehen mit den Uralt-Disketten. Und demnach auch mit den Uralt-Computern, die ja die Disketten und die darauf gespeicherte Software lesen müssen. Denn es gibt nur einen einzigen Grund, warum Disketten und Computer noch im Einsatz sind: Sie funktionieren. Aber irgendwann ist auch damit mal Schluss. Man kann sich gern hinstellen und „Never touch a running system“ plärren. Aber zwischen 2017 und 2020 soll es zu einer großen Austausch-Aktion kommen.

Es ist schon merkwürdig. Wenn ich mir so überlege, womit ich den ganzen Tag zu tun habe. Ohne Updates läuft da selten was. Man hätte also durchaus Weiterentwicklungen in Betracht ziehen können. Und wenn ich Sorge habe, dass mir eine geschäftskritische Anwendung aufgrund eines Ausfalls nicht zur Verfügung steht, muss ich diese Anwendung über Geschichten wie Cluster mehrfach zur Verfügung stellen. Es kommt darauf an, wie wichtig mir die Anwendung ist.

Vielleicht wurde ja auch bei der allgemeinen zwischenzeitlichen Abrüstung die Technik – nun ja – vergessen. Und mittlerweile weiß niemand mehr, wie der Quellcode der Software zu aktualisieren ist, sodass man sie auf aktuellere Systeme bringen kann. Wer weiß. Aber wenn ich das so lese, ärgere ich mich ein wenig, dass ich aufgrund von dauerhaften Defekten meinen uralten Amiga Computer entsorgen musste. Der könnte sicherlich trotz Funktion mit CD im Pentagon noch gute Dienste leisten. Denken Sie nicht auch?

Das könnte Sie auch interessieren:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

×SaveYourInternet

Liebe Besucherin, lieber Besucher,

vielen Dank für Ihr Interesse. Leider steht unser Service heute nicht zur Verfügung. Wir protestieren gemeinsam mit der Autorenschaft der Wikipedia gegen Teile der geplanten EU-Urheberrechtsreform, die im Parlament der Europäischen Union Ende März verabschiedet werden soll, und schalten unsere Seite für 24 Stunden ab.

Monatelang haben EU-Kommission, EU-Parlament und der EU-Rat im sogenannten Trilog hinter verschlossenen Türen an einem neuen EU-Urheberrecht gearbeitet. Im Kern geht es darum, die finanziellen Interessen der großen Medienkonzerne gegenüber Betreibern von Internetplattformen durchzusetzen.

Ausgetragen wird dieser Konflikt auf den Rücken der Internetnutzer und Kreativen. Diese müssen nach dem aktuellen Entwurf mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Das freie Internet, wie wir es kennen, könnte zu einem „Filternet“ verkommen, in dem Plattformbetreiber darüber entscheiden müssen, was wir schreiben, hochladen und sehen dürfen. Denn das geplante Gesetz schreibt Internetseiten und Apps vor, dass sie hochgeladene Inhalte präventiv auf Urheberrechtsverletzungen prüfen müssen. Selbst kleinere Unternehmen müssten demnach fehleranfällige, teure und technisch unausgereifte Uploadfilter einsetzen (Artikel 13) und für minimale Textausschnitte aus Presseerzeugnissen Lizenzen erwerben, um das sogenannte Leistungsschutzrecht einzuhalten (Artikel 11).

Wenn Sie unsere Kritik an der geplanten Urheberrechtsreform teilen, werden Sie aktiv: