Cookie-Beschwerden sind nun unterwegs - Bild von Bernadette Wurzinger auf Pixabay

Cookie-Beschwerden sind nun unterwegs - Bild von Bernadette Wurzinger auf Pixabay

Cookie-Beschwerden sind nun unterwegs

Ihr werdet jetzt lachen, aber nun kommt ein großer „Feldzug“ der Datenschützer. Es wird etliche Cookie-Beschwerden hageln an allen Ecken und Enden im Internet. Sollen sie mal machen. Das Problem ist halt, dass man da gar nicht mehr hinterher kommt. Vor allem kleine, popelige Blogger, wie ich einer bin, der seinen Kram nebenbei zur Arbeit in dieses Internet kippt, sind hoffnungslos überfordert mit all dem Kram, der da immer wieder veröffentlicht wird. Ich habe da irgendwie keine Lust mehr drauf.

Cookie-Beschwerden – Aber als Welle!

Jaja, hier im Blog habe ich so ein blödes Cookie-Banner. Und das, obwohl ich eigentlich nix woanders hin schicke. Aber wer weiß das schon so genau? Ich habe hier neben WordPress den Zählpixel der VG-Wort eingebaut. Alter! Wie kannst du uns nur so hinters Licht führen! Ach, und ich nutze Matomo, das ich hier im Webspace installiert habe. Ich will aber nicht, dass du meinen Besuch mitbekommst! Glaubt denn wirklich irgendjemand, mich würde interessieren, wer im Einzelnen hierher kommt?

Ich habe zwei Aussagen kursiv dargestellt. Das seht ihr ja. Ihr glaubt ja gar nicht, was man alles so zu hören bekommt. Ich wurde schon als Datenkrake bezeichnet, weil ich den Zählpixel im Einsatz habe. Meine Fresse, das Ding macht nen Strich auf dem Bierdeckel des jeweiligen Artikels, mehr nicht. Aber man kann natürlich alles kritisieren. So sehr ich den Datenschutz auch ernst nehme, aber auch mich könnten deshalb Cookie-Beschwerden ereilen.

Ach, wollt ihr wirklich irgendeine Beschwerde wegen einem eingebetteten YouTube-Video starten? Keine Sorge, das bekommt erst irgendwas mit, wenn ihr das akzeptiert habt, was über dem jeweiligen Video liegt. Und sonst? Mir ist nicht bewusst, dass ich irgendwas woanders hinschicke. Bitte erhellt meinen getrübten Blick. Jedenfalls wird es nun diese Cookie-Beschwerden hageln. Ich hätte sie dann gern als Musical.

Was regt der sich denn so auf?

Warum ich mich aufrege? Wenn ich davon erzähle, dass die Cookie-Beschwerden hageln werden und als Welle auftreten, dann habe ich dafür meine Gründe. Ich finde es ja gut und richtig, dass sich jemand mit dem Thema Datenschutz beschäftigt. Ich kann das doch nicht alles allein machen. ABER: Datenschützer kritisieren Cookies als manipulativ und wollen dagegen vorgehen, und zwar mit einer Software, die automatisiert Beschwerden erstellt. Ich klatsche nur langsam.

Jetzt wissen wir ja alle, dass Software nie fehlerfrei ist. Das sehen wir an den dämlichen Algorithmen der sozialen Netzwerke. Woher zum Geier will irgendeine blinde Software erkennen, was Sache ist? Darunter leiden werden am Ende alle. Also ich auch. Denn ich habe keinen blassen Schimmer, wie gut mein Banner eingestellt ist und was ich falsch gemacht haben könnte. Dann schickt doch wegen mir eure dämlichen Cookie-Beschwerden. Am Ende ist es mir auch schon egal.

Der Verein, der diese Software erstellt hat, ist Noyb. Max Schrems hat den gegründet. Und sie wollen sich die größten 10000 Seiten angucken. Ja, vermutlich bin ich dann erstmal nicht dabei. Aber warum sollten sie aufhören, wenn sie die 10000 alle durch haben? Ich soll zwar erst die Möglichkeit bekommen, mein Banner anzupassen. Was aber, wenn der Laden durch seine Automatisierung eine Mail rausschickt mit: „Dein Cookie-Banner ist scheiße“, die sonst aber keinen Hinweis enthält?

Bravo, Max Schrems!

Wie wird es denn am Ende ausgehen? Facebook, Google, Twitter und wie sie alle heißen werden weiterhin die Nutzer bis in die stinkende Unterwäsche verfolgen, weil sie zu groß sind, als dass sie zu Fall gebracht werden können. Also wird man sich dann an den nächst kleineren abreagieren. Und so wird es immer weiter gehen. Cookie-Beschwerden in Wellen eben. Große Klasse, bravo, Max Schrems! Das ist der gleiche, der die Abkommen „Safe Harbor“ und „Privacy Shield“ zum Kippen gebracht hat.

Aber vielleicht hat er ja auch Vorschläge, wie man es denn richtig macht. Er scheint ja alles zu wissen. Also, Max, wie sieht es aus? Wird unter den Cookie-Beschwerden auch eine für mich dabei sein? Oder ist mein Blog zu klein, als dass er euch interessiert? Nicht falsch verstehen: Datenschutz ist ein hohes Gut und darf auch nicht geopfert werden. Aber man darf es auch nicht zu kompliziert machen. Und genau hier habe ich meine Zweifel. Hör mal, Max, kannst du die ausräumen?

Noyb ist ein Verein, dem er vorsteht. Das steht für „non of your business“ – oder zu deutsch: Das geht dich nichts an. Ja, richtig, Max. Es geht mich nichts an. Und es interessiert mich auch nicht, wer du bist, wenn du mal auf meinem Blog vorbei kommst. Ich habe hier mal einen Cookie-Test durchgeführt und erwarte umgehend deine Cookie-Beschwerden.

Geeignet für Cookie-Beschwerden? Auf meinem Blog wird ein Cookie verwendet
Geeignet für Cookie-Beschwerden? Auf meinem Blog wird ein Cookie verwendet

Ich hätte es auch gern anders

Leute, die darüber nachdenken, nun Cookie-Beschwerden in die Runde zu hauen, sollten eines wissen: Die allermeisten Webseiten werden wohl nichts davon haben, den Besuchern in die Unterwäsche zu gucken. Ja, OK, ich mache das nicht. Aber dennoch kann es sein, dass mich so etwas ereilt. Dann mach es doch weg, du Honk! Ehrlich? Das geht gar nicht so ohne.

  • Das Complianz-Cookie aus dem Screenshot: Das ist dafür da, dass das Banner überhaupt funktioniert
  • YouTube: Wenn ich mal ein Video einbinde, schlägt Complianz zu und legt drüber, dass man das Weiterleiten von Daten akzeptiert. Vorher wird das Video nicht aktiv.
  • Matomo: Speichert nur hier Daten, nirgendwo sonst. Weniger Daten werden durch Statify erhoben, ja. Aber dann kann ich es auch gleich lassen mit der Analyse.
  • VG-Wort: Das ist meine einzige Einnahmequelle. Der Zählpixel interessiert sich für nichts und niemanden und speichert keine Daten.

Wenn ich das auch noch alles wegmachen soll, kann ich das Bloggen eigentlich sein lassen. Aber wenigstens habt ihr dann eure Cookie-Beschwerden losgeschickt. Das mag hier nur ein kleiner Blog sein. Aber wer weiß, was mich am Ende alles so erwartet.

Cookie-Beschwerden sind nun unterwegs - Bild von Bernadette Wurzinger auf Pixabay
Cookie-Beschwerden sind nun unterwegs – Bild von Bernadette Wurzinger auf Pixabay

3 Kommentare zu „Cookie-Beschwerden sind nun unterwegs“

  1. Absolute Zustimmung. Ich betreibe auch zahlreiche Blogs und immer wieder darf man sich um solchen Kram kümmern. Den großen ist das egal, die werfen ihre 100 Entwickler drauf, die das Problem lösen, der kleine bekommt am Ende Ärger wegen Matomo, was er selbst hostet. Und dann wundern sich alle, warum es nur noch die großen Techfirmen gibt. Wer heute eine Webseite erstellen will, lässt es doch eher gleich bleiben, als sich mit dem ganzen rechtlichen Kram beschäftigen zu müssen.

    Ich verstehe auch ehrlich gesagt nicht, warum das ein Problem der Webseite ist. Der Browser könnte und sollte die Cookies besser blockieren, als irgendwelche Cookie-Banner, deren Funktion der Nutzer ohnehin nur mit viel Aufwand nachvollziehen kann.

  2. Hi Henning,
    ich seh das ähnlich wie Andy: im Prinzip ist dieses ganze Cookie-Gedöns doch nur Geldmacherei. JEDER! der ins Internet geht, weiß, dass er dort nicht anonym unterwegs ist. Genausogut könnte der Browser beim starten eine Pop-up Meldung anzeigen: „Achtung, ab jetzt sind Sie gläsern.“ Dann müsste sich nicht jeder Seitenbetreiber um geeigneten Cookiemeldungspluginsblödsinn kümmern.
    Mir geht es langsam gehörig auf den Sack, dass ich auf JEDER Webseite erst mal suchen muss, welche Cookies ich erlaube oder nicht. Dieser Regulierungswahn ist kontraproduktiv für den User – aber vielleicht ist es ja das, was man will: Dass immer weniger Menschen das Internet benutzen und wir wieder ein Heer von uninformierten Lohnsklaven werden. Sind Cookies am Ende Bestandteil des großen Gates-Plans, die Menschheit zu versklaven?!
    Denk mal drüber nach.. ;-)
    CU
    Peter

    1. Ja, Peter, du hast ja so Recht. Wir sind doch eh alles nur Marionetten einer ganz großen Verschwörung. WACH AUF!!1!

      Nein, ernsthaft: Grundsätzlich würde ich es gut finden, wenn das der Browser so regeln würde, wie du das beschrieben hast. Dann müsste man nicht mit juristischem Laienwissen irgendein Plugin zusammenklicken, nur um irgendwas zu haben.

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