Im Internet wird wieder mal Datenschutz-Kram besprochen. Und ich bin wirklich ehrlich: Ich verstehe vieles an der Diskussion überhaupt nicht. Mir geht es dabei nicht mal darum, dass ich irgendwelche Inhalte fachlich nicht erfassen könnte, weil mir das Wissen dazu fehlt. Mir geht es schlicht und ergreifend darum, dass ich bei so manchen Wortbeiträgen einfach nicht verstehe, wie man denn auf das schmale Brett kommen könnte. Ich will das gar nicht so sehr ausdehnen, weil ich ja schon ahne, dass die Erklärbären nicht auf sich warten lassen werden.
Was meine ich mit Datenschutz-Kram?
Jaja, ich weiß schon, was ihr denkt: Der dicke Onkel ausm Osten nennt das Ganze Datenschutz-Kram, weil ihm der Datenschutz total am Arsch vorbei geht. Ist das so? Wie kommt ihr denn auf so eine Idee? Wegen „Datenschutz-Kram“? Oder wisst ihr irgendwas von mir, das mir verborgen geblieben ist? Ich werde euch hier nicht schon wieder einen davon erzählen, wie wichtig mir Datenschutz ist. Sonst heißt es wieder, dass es keine neuen Erkenntnisse in dem Artikel gibt.
Wie auch immer… Ich stolpere ja immer mal wieder über allerlei Themen, auch informationstechnischer Natur. Und bei manchem bleibt mir echt die Spucke weg. Da wird Windows – oder gleich ganz Microsoft – verflucht, weil es ein US-Unternehmen ist, aber gleichzeitig wird Apple für das neue iPhone gefeiert. Man legt mir nahe, mir einen neuen Arbeitgeber zu suchen, weil dieser einer der größten Microsoft-Partner der Welt ist, gleichzeitig feiert man irgendwas auf Instagram oder TikTok ab.
Jetzt kam es noch besser. Ich habe echt keine Lust darauf, das Alles zu verlinken. Aber da kam echt jemand auf die Idee, „die Datenschutz-freundliche Firefox-Variante“ mit dem Namen „LibreWolf“ nutzen zu wollen, aber das ginge ja gar nicht, weil die Synchronisation zwischen Mac und iPhone ja nicht sauber funktionieren würde. Lest ihr das eigentlich alles, was ihr so schreibt? Und wenn ja, wieso denkt ihr euch Datenschutz-Kram ausgerechnet bei Cloud-gestützten Systemen aus den USA aus?
Ich kann das Alles nicht mehr
Ihr geht mit Spitzhacken, Teppichklopfern und Mistgabeln auf die einen los, habt aber die anderen, die exakt das Gleiche machen, dafür fürchterlich lieb. Darüber hinaus beschimpft ihr Blogger wegen der Zählpixel, als ob es kein Morgen gibt. Das ist es, was ich mit Datenschutz-Kram meine. Ich kann das Alles nicht mehr. Weder sehen. noch lesen, noch ertragen. Mir kommt das an vielen Ecken dann immer so vor wie: Hauptsache mal gebrüllt.
Gebt es doch wenigstens zu: Ihr mögt vielleicht Google-Produkte nicht, vielleicht gefällt euch die Produktpalette von Apple besser, und vielleicht habt ihr keine Lust auf die Produkte von Microsoft. Aber auf die Einen schimpfen und irgendwelchen Datenschutz-Kram plärren und die anderen für die gleichen Verfehlungen zu feiern, das ist dann doch ziemlich armselig. Findet ihr nicht auch, dass das ein ziemliches Kasperletheater ist?
Ich habe ja wenigstens so etwas gedacht: Der Dude findet Microsoft 365 (Ja, ich meine die ganze Suite und nicht nur den klitzekleinen Office-Teil) vom Datenschutz-Kram her grässlich und baut sich mit Linux, Libre Office und NextCloud selbst was. Aber nein, der Dude findet Microsoft 365 (Und zwar NUR das Office) doof, nutzt einen Mac, ein iPhone und Google Docs. Merkt ihr das selbst? Oder muss ich es euch aufmalen?
Theoretisch erdachte Szenarien
Es gibt in einer mit dem Internet verbundenen Software eine eindeutige ID. Bei mir im Blog der Zählpixel der VG-Wort. In Browsern vielleicht eine ID der jeweiligen Installation. Und aus so etwas wird dann ein riesiges Bedrohungsszenario herbei geredet. Mir hat man wegen des Pixels schon unterstellt, ich wäre Datenhändler. Bei Software-Herstellern ist das nicht anders. Denkt mal an die eindeutigen Produkt-Keys früher. Aber jetzt die eindeutigen Identifier, die sind das Problem.
Und man orakelt und fragt und brütet drauflos, was denn der Hersteller da alles böses anstellen könnte. Also mit dieser ID. So, wie man sich bei mir hereingesteigert hatte, ich würde selbst ausnutzen wollen, wer zu mir auf den Blog kommt. Macht doch mal bitte alle das Fenster auf Kipp, oder geht mal an die frische Luft. Eure Träume möchte niemand haben. Und das ist all das, weshalb ich dazu sage, dass das Alles Datenschutz-Kram ist.
Ich will eure Daten nicht. Was soll ich denn damit? Wenn ihr vor allem und jedem so eine scheiß Angst habt, dass ihr solche Fieberträume habt, dann solltet ihr euch aus dem Internet zurückziehen und ein gutes Buch lesen. Leo Tolstoi’s „Krieg und Frieden“ kann ich sehr empfehlen. Macht euch ein rein textbasiertes Linux ohne jeglichen Internetzugang, schafft eure Handys und Smart-TVs ab, verzichtet auf Thermomix und Musikstreaming. Ach, ist auch wieder nicht richtig? Komisch.






Ich kann Deinen „Rant“ gut nachfühlen.
Nicht nur beim Datenschutz ist Moral besonders gut, wenn sie zur Sicherheit doppelt daherkommt. ;)
Oh, sehr cooler Kommentar.