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Screenshot aus der Google-Bildersuche - (C) Henning Uhle Screenshot aus der Google-Bildersuche - (C) Henning Uhle

Die Bildernutzung und die Masche der Fotografen

Nanu, ich habe ein paar Bilder entfernt? Wie kommt das denn? Ich hatte doch irgendwann mal geschrieben, dass ich meine Artikel nicht mehr verändere, wenn ich sie einmal veröffentlicht habe. Aber ich muss einfach darauf reagieren, was ich „in diesem Netz“ so zu lesen vorgesetzt bekomme. Achtung, es wird unappetitlich.

Da gibt es den Fotografen B. T. Das ist ein Hochzeitsfotograf. Der fotografiert wirklich sehr schöne Fotos daher. Und er ist beim Bilderportal Pixelio aktiv (gewesen). Was dann passierte, lässt sich sehr einfach über eine Suchmaschine Ihrer Wahl herausfinden. Denn er hat mithilfe seiner Anwälte Nutzer seiner Bilder abgemahnt.

Bitte was?

Da stellt jemand zu Pixelio seine Bilder und versieht sie mit einem Nutzungsrecht. Das besagt zum Beispiel, dass das entsprechende Bild nur zu redaktionellen Zwecken verwendet werden darf. Und man muss einen Quellennachweis ans Bild pappen. Darüber hinaus muss im Impressum der eigenen Seite ein Link zu Pixelio eingefügt werden.

Daran halten sich die Bildnutzer bei Pixelio. Man ist ja dort schließlich registriert. Man möchte ja auch nichts falsch machen. Denn in Sachen Abmahnung ist viel Porzellan zerschmissen worden. Und deshalb halte ich mich auch peinlichst an die Angaben zur Bildnutzung. Aber trotzdem habe ich zwei Bilder von ihm aus meinem Blog entfernt.

Der Fotograf hat all seine Fotos aus Pixelio entfernt. Und nach allem, was man so liest, hat er dann Anwälte in die Spur geschickt, die die Nutzer dieser Bilder, die also diese Bilder auf ihren Webseiten mit korrekter Quellenangabe verwenden, einfach mal abmahnen. Da können schnell mal rund 2000 Euro auflaufen. Als privater Betreiber dieses Blogs kann und will ich mir das nicht leisten. Das wäre im Handumdrehen das Ende dieses Blogs.

Ich habe keine widerrechtliche Nutzung dieser beiden Bilder durchgeführt. Ich bin mir also keiner Schuld bewusst. Bevor mir also eine Abmahnung ins Haus flattert, habe ich die Bilder gelöscht. Ende der Geschichte.

Aber was ist das eigentlich für eine Scheißwelt? Man bedient sich schon nicht widerrechtlich an urheberrechtlich geschütztem Material und läuft trotzdem Gefahr, eine Abmahnung zu kassieren. Man macht alles richtig und soll trotzdem eine existenzbedrohende Rechnung bezahlen. Schämt euch!

Wenn Fotografen wie er schon nicht wollen, dass man ihre Fotos nutzt, dann sollen sie diese nicht zur Nutzung zu Pixelio oder Fotolia einstellen, wo man sie sich als registrierter Benutzer herunterladen kann und unter Beachtung der Lizenz auch auf seiner Webseite nutzen kann. Ich will dem Fotografen nicht zu nahe treten, aber das sieht ein wenig nach Abzocke aus.

Was über den Fotografen bekannt wurde, sieht zu sehr nach Masche aus, als dass man hier von Versehen oder ähnlichem sprechen kann. Aber irgendwie auch wieder nicht. Publizist Peter Wilhelm hat von demjenigen eine Abmahnung wegen unrechtmäßiger Bildernutzung erhalten (Link funktioniert nicht mehr). Er hat sich tierisch darüber aufgeregt, was auch nachvollziehbar ist. Aber scheinbar hat sich der Fotograf nicht einmal unmoralisch verhalten, wie Peter Wilhelm in einem kombinierten Artikel aufgeschrieben hat.

Und so geht das Ganze weiter. Da wird ein Artikelbild verwendet, das dann eben eine eigene Seite generiert, weil es eben gesondert indexiert wird. Und kommt man irgendwie dazu, dieses indexierte Bild aufzurufen, steht kein Quellennachweis dabei. Das ist der riesige Haken. Ich verwende zwar Bilder, aber KEIN Artikelbild. Das ist eine gesonderte Funktion von WordPress.

Mein Plan wird aber sein, nach und nach alle Bilder, die ich von Pixelio habe, aus meinem Blog zu entfernen. Die zwei Bilder von B. T. waren die ersten, andere werden folgen. Künftig werde ich zur Illustrierung von Artikeln ausschließlich Bilder verwenden,

  • deren Urheber ich bin
  • die unter einer eindeutigen Creative Commons Lizenz stehen
  • oder bei denen ich von den Urhebern eine eindeutige Nutzungsgenehmigung vorliegen habe

Alle anderen Bilderzeugnisse werde ich aus dem Blog entfernen. Und ich kann nur jedem empfehlen, so auch zu verfahren. Und ich kann auch empfehlen, kein Artikelbild zu verwenden. Letzteres kann fatale Folgen haben. Da muss man ja nicht mitmachen.

Ich habe bei meiner Recherche gesehen, dass es sich tatsächlich um eine Art Masche handeln könnte. Abschließend kann ich das noch nicht beurteilen. Da es mich aber sehr interessiert, werde ich an der Geschichte dran bleiben und ggf. wieder etwas dazu schreiben.

Bildquelle: Screenshot aus der Google-Bildersuche – (C) Henning Uhle

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 thoughts to “Die Bildernutzung und die Masche der Fotografen”

  1. Oh jeh, das zusammen mit dem unsäglichen Urteil (du hattest ja auch darüber gebloggt) wird sicher wieder eine Einnahmequelle für gewisse Gruppen.

    Ich begreife diese Leute auch nicht, die einerseits Bilder in Portale einstellen und Nutzungsrechte verteilen, um sie anschließend ohne Gründe zu widerrufen. Ich persönlich freue mich, wenn jemand meine Bilder verwendet, noch mehr natürlich, wenn er mir eine kurze Nachricht darüber zukommen lässt.

    Ich halte es schon länger so in meinen Blogs. Entweder ich bin selber Urheber der Bilder, oder sie sind CC respektive public domain oder ähnliches. Bislang ging alles gut.

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